Traum von Olympia für Brasilien – Rodrigo Pessoa nicht länger Trainer der irischen Springreiter

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Rodrigo Pessoa (mi.), Nationaltrainer der Iren, bejubelte mit seiner Mannschaft den Sieg im Nationenpreis-Finale 2019 von Barcelona. (© FEI/ Lukasz Kowalski)

Mannschaftseuropameister 2017, Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 – unter der Ägide von Brasiliens Rodrigo Pessoa haben die irischen Springreiter viel erreicht. Nun ist Schluss mit der Trainertätigkeit des Olympiasiegers für die Reiter von der grünen Insel.

Das gibt Rodrigo Pessoa auf seiner Homepage bekannt: „Wenn ich nun dieses Abenteuer als Trainer des irischen Teams abschließe, habe ich das befriedigende Gefühl, meine Aufgabe erfüllt zu haben.“

Horse Sport Ireland, der Dachverband der Iren, hat auf seiner Homepage Stellung bezogen. Demnach war es Pessoas eigener Wunsch, aufzuhören. Und zwar aus sportlichen Gründen: „Rodrigo Pessoa hat formal seine Absicht erklärt, ausgewählt zu werden, um im kommenden Jahr bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio für Brasilien zu reiten.“

Mission erfüllt

Das ganz große Ziel bei der Einstellung von Rodrigo Pessoa als Trainer war die Olympia-Qualifikation für die Iren. Die haben sie quasi auf den letzten Drücker beim FEI Nationenpreis-Finale 2019 erreicht, das sie zudem auch noch gewonnen haben. Zuvor hatten sie 2017 schon den Titel des Mannschaftseuropameisters in Göteborg gewinnen können.

Das ist in den Augen von Pessoa aber nur ein Grund stolz zu sein, auf das, was er in den letzten Jahren erreicht hat. Ein anderer seit, dass er es in den vergangenen drei Jahren geschafft habe 30 Reiter bei den unterschiedlichen Nationenpreisen ins Team berufen zu haben. „Das ist etwas, was nicht viele Länder sagen können. Irland ist eine Nation mit einem großen Pool talentierter internationaler Reiter und ich bin stolz, mit ihnen gearbeitet zu haben, während meiner Amtszeit.“

Von Seiten des irischen Verbandes zeigte man Verständnis für die Entscheidung Pessoas. Joe Reynolds, der Vorsitzende, sagte: „Sein Land bei den Olympischen Spielen zu vertreten, ist mit die größte Ehre, die einem Sportler zuteil werden kann und wir wünschen Rodrigo Pessoa alles Gute auf seinem Weg. Aus Sicht der Iren, macht seine Entscheidung, zu versuchen, ins brasilianische Team für Tokio zu kommen, das dort gegen die Iren antritt, es ihm unmöglich, als Trainer für das irische Team weiterzumachen. Persönlich wünscht jeder bei Horse Sport Ireland ihm nur das Beste, wenn er im kommenden Jahr versuchen wird, wieder sein Land zu vertreten.“

Der Vorsitzende des Springausschusses, Gerry Mullins, sagte: „Rodrigo hat das irische Team fachmännisch zur Olympia-Qualifikation geführt, nachdem sie das Nationenpreis-Finale in Barcelona gewonnen haben. Er hat eine historische Rolle im Management des Teams gespielt und war ein wesentlicher Bestandteil für dessen Erfolg. Er war ein geschätzter und respektierter Kollege während seiner Amtszeit. Dafür sind wir ihm unglaublich dankbar.“

Die Nachfolge

Noch ist kein Nachfolger gefunden. Nach dem wird nun gesucht. Der neue Trainer wird die große Aufgabe haben, das Team für die Olympischen Spiele vorzubereiten und dort zu betreuen.

Einen Trainer mit der Erfahrung von Rodrigo Pessoa zu finden, wird sicherlich nicht einfach. Der hatte sich ja vor allem auch als Reiter schon bewiesen.

Lange Erfolgsliste

Rodrigo Pessoa dürfte zuhause ein eigenes Zimmer haben für all die Meriten, die er im Laufe seiner aktiven Zeit gesammelt hat. 2004 war er Olympiasieger – übrigens nach der Disqualifikation von Cian O’Connor, der nun im irischen Team ritt, das in Barcelona die Olympia-Quali für Irland sicherte. 1998 war Pessoa Weltmeister, dreimal hintereinander holte er sich den Weltcup-Finalsieg. Sowohl bei diesen drei Titeln als auch in Athen 2004 saß er im Sattel des großartigen Baloubet du Rouet. Zum Weltmeister machte ihn der Holsteiner Lianos, der Anfang des Jahres im stolzen Alter von 32 Jahren verstorben ist.

Hinzu kommen diverse weitere Medaillen und große Siege mit den unterschiedlichsten Pferden. Die letzten Olympischen Spiele für Pessoa waren 2012 in London. 2016 wäre er gerne aufgestellt worden, doch der Teamchef George Morris entschied anders und machte ihn „nur“ zum Reservisten – zum großen Unmut von Pessoa, der im Jahr darauf dann als Trainer der Iren den EM-Mannschaftstitel holte. Nun will Pessoa es also noch einmal wissen.

Ein potenzielles Olympiapferd könnte der in Italien gezogene Quality FZ v. Quintender sein. Der wurde länger von Jur Vrieling und zwischenzeitlich unter anderem auch von Eric Lamaze international vorgestellt, ehe er im Mai das erste Mal unter Pessoa im Einsatz war. Die beiden waren dieses Jahr unter anderem Siebte im Rolex Grand Prix von Dinard und zuletzt Sechste im Weltcup-Springen von Lexington.

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