Andrew Hoy und Tim Price siegen in Luhmühlen

Die beiden Sieger von Luhmühlen kamen aus Übersee, der Neuseeländer Tim Price gewann das Viersterne-CCI auf Wesko, Andrew Hoy (Australien) auf Cheeky Calimbo hieß der Sieger der Dreisterne-Kurzprüfung. Die Deutsche Meisterschaft fiel aus, die Szene stand auch am Sonntag noch unter Schock nach dem tödlichen Unfall von Benjamin Winter.

Der Eichenkranz lag unbeachtet in seiner Plastikhülle auf dem Flur. Er sollte dem Pferd des neuen Deutschen Meisters umgehängt werden, in diesem Fall Ingrid Klimke, die mit Escada als beste Deutsche, Platz zwei hinter Andrew Hoy mit Cheeky Calimbo in der Dreisterne-Prüfung, ihren fünften Titel gewonnen hätte. Aber die Meisterschaft fiel aus, viele Reiter waren schon abgereist. Und die, die geblieben waren, standen unter Schock. Über dem Turnierplatz in Luhmühlen lag bleierne Stille, die Menschen standen in kleinen Grüppchen zusammen, niemand sprach laut, keiner lachte. Die Fahnen waren auf halbmast gezogen und in einer Trauerfeier gedachten Reiter, Freunde und Offizielle des 25-jährigen Bundeswehrsportschülers Ben Winter. Im Halbkreis standen sie vor der Tribüne auf der Tafel ein Foto von Benjamin Winter, lachend, so wie man ihn kannte und in Erinnerung behalten wird. „Er war einer unserer großen Hoffnungsträger“, sagte der Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), Breido Graf zu Rantzau. „Ben hat für seinen Sport und seine Pferde gelebt“, erklärte Honorartrainer Chris Bartle in seiner kurzen Ansprache auf englisch. „Er hat das getan, was er am meisten liebte.“ Er nannte Ben Winter einem fun loving guy and a cool customer, bezeichnete ihn als zielstrebig, aber nicht unbesonnen.

Anders als Samstag abend geplant, wurden beide Prüfungen mit dem Springen beendet.

Die Reiter starteten mit einem Trauerflor, die Musik bei der Siegerehrung fiel aus. Die Viersterne-Prüfung sicherte sich der Neuseeländer Tim Price mit einer fehlerfreien Runde auf dem elfjährigen KWPN-Wallach Wesko v. Karandas-Mythens xx (43,8) vor Michael Jung auf der neunjährigen in Sachsen-Thüringen gezogenen Rocana v. Ituango xx-Carismo. Er verschenkte den Sieg am vorletzten Hindernis, einem blauweißen Oxer, dem Einsprung der Zweifachen. Dritter wurde der US-Reiter Boyd Martin auf Shamwari, einem zwölfjährigen Hannoveraner v. Star Regent xx-Der Clou, der im vergangenen Jahr bei der EM noch erfolgreich für Schweden ging, ebenfalls fehlerfrei im Parcours. Das zweitbeste deutsche Ergebnis lieferte Andreas Ostholt (Platz sechs, 54,50) mit dem elfjährigen Westfalen So is et v. Sunlight xx-Rotarier, dem wie Jung und sieben weiteren Reitern eine Geländerunde ohne Zeit- und Hindernisfehler gelungen war.

Enttäuschend nach den Vorleistungen ging die Prüfung für Bettina Hoy auf Designer aus. Nach drei Abwürfen und drei Zeitfehlern im Parcours fiel sie mit 59,50 vom dritten auf den achten Platz zurück. Anna Warnecke auf Twinkle Bee beendete die Prüfung als 18. (77,40).

In der Dreisterne-Kurzprüfung konnte konnte Andrew Hoy auf dem zwölfjährigen Hannoveraner Cheeky Calimbo v. Contendro Lemon xx seine Führung aus Dressur und Gelände mit einem fehlerfreien Parcours verteidigen. Auch die nächsten Plätze veränderten sich dank Nullrunden kaum. Ingrid Klimke auf Escada (34,20) blieb Zweite, und Andreas Ostholt auf der 14-jährigen Pik L.-Tochter-Waldstar xx-Tochter Pennsylvania mit 41,00 Punkten Dritter.

Eigentlich sollte im Anschluss an die Prüfungen in Luhmühlen die Longlist für die Weltmeisterschaft und die Starter für das CIC***Aachen bekanntgegeben werden. Auch das fiel aus, der Vielseitigkeitsausschuss wird darüber erst später beraten.