Braxxi ­ – Ingrid Klimkes Butts Abraxxas FRH lebt nicht mehr

In Luhmühlen noch daneben

Luhmühlen 14.06.2014 Internat. Vielseitigkeit Verabschiedung von Abraxxas (Ingrid Klimke) Foto: ©Julia Rau Am Schinnergraben 57 55129 Mainz Tel.: 06131-507751 Mobil: 0171-9517199 Rüsselsheimer Volksbank BLZ 500 930 00 Kto.: 6514006 Es gelten ausschliesslich meine Allgemeinen Geschäftsbedingungen (© Julia Rau)

Mit 25 Jahren musste Ingrid Klimkes Braxxi erlöst werden. Butts Abraxxas FRH war ein in vielerlei Hinsicht besonderer kleiner Großer.

„Braxxi“ ist eines jener Pferde, an die man sich noch lange erinnern wird. Nicht wegen seiner Erfolge, zwei Olympische Spiele, eine Weltmeisterschaft, drei Europameisterschaften mit drei Mannschaftsgoldmedaillen, sondern weil er anders war als die anderen.

Braxxi, klein aber ein Riesenherz

Sein Stockmaß war überschaubar, kaum mehr als 1,60 Meter maß der Heraldik xx-Sohn. Seine Mutter Kira-Annabell v. Kronenkranich xx-Wiesenbaum xx stammte wie Braxxi selbst aus der Zucht von Friedrich, „Friedel“, Butt. Auf dem Hinterschenkel prangte das Hannoveraner Brandzeichen, aber Butts Abraxxas führte mehr als 99 Prozent Vollblut.

Rau

Wenn es ein perfektes Beispiel dafür gibt, was ein Pferd möglich machen kann, wenn es das Herz hat und etwas will, dann war es Braxxi. Durch kontinuierliche Dressurarbeit wurde aus dem Tausendfüßler ein Pferd, das in den Dressuren der schweren Vielseitigkeitsprüfungen weit vorne mitlaufen konnte. Korrektheit, Durchlässigkeit – Ingrid Klimke und Braxxi zeigten im Viereck, was möglich ist, wenn Pferd und Reiter in Harmonie eins werden.

Julia Rau

Der Kämpfer im Busch

Beim Abgehen der schwersten Geländekurse der Welt konnte man schon einmal ins Zweifeln kommen: Packen die beiden das? Der kleine Rappe und die dicksten Klamotten? Die Antwort: Ja! Bei 47 gemeinsamen internationalen Starts, die Ingrid Klimke und der Heraldik xx-Sohn gemeinsam absolvierten, war nur viermal Schluss im Gelände. 47! In acht Jahren – das ist Leistungsbereitschaft! Und er hat den Sport gesund verlassen!

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Wenn es mal sehr weit wurde, dann streckte sich Braxxi eben noch ein bisschen mehr. Am 5. September 2013 beendete Braxxi seine internationale Karriere mit Platz fünf in Burghley, einer der schwersten Vielseitigkeitsprüfungen der Welt. Und mit nur einem Springfehler im Parcours. Das war leider nicht immer so.

Das ewige Zittern im Parcours

„Overnight Leader“, also als Führender nach einer Teilprüfung, hat Abraxxas schon manch eine Verfassungsprüfung am Morgen angetreten. Leider hat er dann im Parcours aber häufiger die ein oder andere Stange „weggetreten“. Das Ding mit den bunten Stangen in en Auflagen am Abschlusstag war nicht seine Disziplin, das Zittern für alle Beteiligten am Rand nahezu unerträglich.

Julia Rau

Waren von 2007 bis 2013 zusammen erfolgreich im großen Sport. Butts Abraxxas hat sie oft Nerven gekostet: Im Springen ging er selten mit weniger als 4 Fehlerpunkten aus dem Parcours. Auf ihrer Internetseite hat sie ihrem ehemaligen Sportpartner einen Brief geschrieben, wie sehr sie ihm für die gemeinsame Zeit dankt. Sowas schreibt man nur, wenn man Pferde so liebt und lebt wie sie. (© Julia Rau)

Bei den Olympischen Spielen in Hongkong erzielten die beiden ihr bestes Championatsresultat, neben Gold mit der Mannschaft Platz fünf in der Einzelwertung. In London verzichtete Ingrid Klimke vier Jahre später auf den Parcours um Olympische Einzelmedaillen, die Goldmedaille mit dem Team war ihr sicher, als drittbestes Ergebnis nach Michael Jung/Sam und Sandra Auffarth/Opgun Louvo hatte Braxxi einen wichtigen Teil zum deutschen Olympiagold beigetragen.

Karriere: Von Habermann bis Greta Busacker

Chris Bartle war es, der den Wallach entdeckt hatte. Albert Habermann hatte Braxxi in den Sport gebracht. Bartle war sich sicher, dass Ingrid und Braxxi zusammenpassen würde. Er sollte Recht behalten.

Nach dem Abschied aus dem internationalen Sport war er der Lehrmeister für Klimkes Tochter Greta, die begeistert war, dass er mit ihr sogar Nullrunden im Parcours hinbekam. „Mama, da hat er mir echt geholfen!“ Ingrid Klimkes knappe Antwort: „Das ist ja auch mal an der Zeit …“

In ihrem Abschied von dem Wallach, der son besonders war schreibt Klimke in den sozialen Medien, Braxxi habe „frisch und motiviert Greta den Umstieg vom Pony zum Großpferd“ ermöglicht, „und war ein großartiger Lehrmeister“. Nach sieben Jahren auf der Weide und unter der Obhut von Carmen Thiemann, der Pflegerin von Ingrid Klimke, die Braxxis unter anderem auf Halsring „gezäumt“ bei Veranstaltungen ritt, musste der zweifache Olympiasieger nun wegen erlöst werden. Ein „akute altersbedingte Herzschwäche“ zwang zu diesem Schritt.

Ingrid Klimke und Abraxxas. © St.GEORG

Hier geht’s zum Video, das die Olympische Dressuraufgabe von vor 100 Jahren zeigt – Ingrid Klimke und Braxxi haben sie ausprobiert.

Und hier Braxxis Auftritt bei der Equitana (ab ca. 1:20)!