Kentucky: Michael Jung und Chipmunk gewinnen ihren ersten CCI5*-L mit Weltrekord

Das Wochenende war ein Triumphzug für Michael Jung und Chipmunk. In Kentucky gaben die beiden ihr gemeinsames Fünf-Sterne-Debüt, holten mit ihrem Dressurergebnis den vierten Sieg für Jung bei diesem Turnier und stellten so ganz nebenbei noch einen Weltrekord auf.

Mit 20,1 Minuspunkten, umgerechnet also fast 80 Prozent, waren Michael Jung und Chipmunk schon überragend ins Turnier gestartet. Das ist das zweitbeste Ergebnis, das je in einem Vier- bzw. Fünf-Sterne-Event erzielt wurde.

Im Gelände spielte Michael Jung seine ganze Klasse aus und Chipmunk war auf den Punkt topfit. Die beiden spielten nur so mit den Anforderungen, die anderen Paaren deutlich mehr Probleme bereiteten (später mehr zu den beiden verletzten Pferden). So hatten sie heute beim Abschlussspringen zwei Hindernisfehler und mehrere Sekunden Vorsprung.

Die nutzten sie allerdings nicht. Fehlerfrei und in der Zeit galoppierte der einst von Jungs Olympiasieger-Kollegin Julia Krajewski in den Spitzensport gebrachte Chipmunk munter ins Ziel und zum Sieg. Mit 20,1 Minuspunkten. Das ist weniger, als je ein Paar vor diesen beiden hatte bei den sieben CCI5*-L Prüfungen, die es inzwischen gibt auf der Welt (inklusive desjenigen in Maryland, das im letzten Jahr Premiere feierte). Das war von Anfang bis Ende ein Lehrstück guten Reitens.

Zweite wurden bei der ersten Fünf-Sterne-Prüfung für Reiterin und Pferd die Britin Yasmin Ingham und ihr elfjähriger Selle Francais-Wallach Banzai du Loir. Sie waren Vierte nach der Dressur mit 28,1 Minuspunkten. Sowohl im Gelände als auch im Parcours kamen ein paar wenige Zeit-, aber keine Hindernisfehler hinzu. Ihr Endergebnis von 31,7 Minuspunkten reichte am Ende locker für das zweitbeste Ergebnis.

Dritter wurde der US-Amerikaner Doug Payne mit dem elfjährigen Holsteiner Wallach Quantum Leap v. Quite Capitol, die letztes Jahr Neunte in Maryland gewesen waren. Die beiden haben dieses Wochenende eine ziemliche Aufholjagd hingelegt. Die Dressur beendeten sie abgeschlagen auf Rang 25. Doch im Gelände waren sie mit nur 1,2 Zeitfehlern super unterwegs und arbeiteten sich auf den fünften Platz vor. Im Parcours blieben sie null und mussten dann auf die Fehler der anderen hoffen. Die taten ihnen den Gefallen und so wurde es ganz knapp Rang drei (38,4)

Der bis dato zweitplatzierte Boyd Martin (USA) und sein Trakehner Tsetserleg kassierten zwei Abwürfe sowie 1,2 Zeitfehler und rutschten dadurch auf Rang vier mit nur einem hundertstel Punkt Abstand (38,5). Der dritte US-Reiter unter den Top fünf, Bruce Davidson Jr. auf dem Holsteiner Caresino-Sohn Carlevo, hatte auf Rang vier gelegen. Sie ließen auch alle Stangen liegen, doch so dicht gedrängt, wie die Plätze hinter Michael Jung verteilt waren, bedeuteten 1,2 Zeitstrafpunkte den fünften Platz, ebenfalls mit nur einem hundertstel Punkt Abstand (38,6).

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

Update zu den beiden verletzten Pferden

Von Seiten der Veranstalter gibt es den Umständen entsprechend gute Nachrichten von den beiden Pferden, die sich gestern im Gelände verletzt haben, Fleeceworks Royal von Tamra Smith und Emporium unter Ashlynn Meuchel. Die Veranstalter berichten:

„Fleeceworks Royal, geritten von Tamra Smith, verletzte sich während der Cross-Country-Phase des Wettbewerbs am linken Vorderbein. Das Pferd wurde zum Hagyard Equine Medical Institute transportiert, wo die Chirurgen feststellten, dass die beste Behandlungsmethode eine chirurgische Stabilisierung des linken Vorderbeins wäre. Die Operation wurde gestern Abend durchgeführt, und sowohl der Eingriff als auch die Genesung verliefen erfolgreich. Das Pferd befindet sich derzeit zur Erholung in der Klinik.

Emporium, geritten von Ashlynn Meuchel, stürzte gestern beim Geländeritt und wurde ins Hagyard Equine Medical Institute gebracht. Dem Pferd ging es gestern Abend wieder besser. Das Pferd befindet sich derzeit in einem komfortablen Zustand in der Klinik und die Ärzte und Ashlynn sind optimistisch, dass es sich vollständig erholt.“

  1. Wanda Miller

    „…Operation wurde gestern Abend durchgeführt, und sowohl der Eingriff als auch die Genesung verliefen erfolgreich“. Schade, so eine Aussage lässt entsprechende Meldungen insgesamt unglaubwürdig erscheinen. Von so einer Verletzung ist eine Genesung über Nacht wohl höchst unwahrscheinlich.


Schreibe einen neuen Kommentar