Le Lion d’Angers: Briten in Führung nach Dressurtag eins bei den Weltmeisterschaften der jungen Vielseitigkeitspferde

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Stephanie Böhe und Amazing Prince beim Bundeschampionat 2016. (© Schreiner)

Bei den Weltmeisterschaften der jungen Vielseitigkeitspferde in Le Lion d’Angers haben die Briten sich nach dem ersten Dressurtag an die Spitze gesetzt. Auch einige Deutsche haben sich eine ordentliche Ausgangsbasis verschafft.

Bei den Sechsjährigen war heute kein Vorbeikommen an Izzy Taylor und dem Hannoveraner mit dem schönen Namen Monkeying Around. 37,6 Minuspunkte bedeuten die vorläufige Führung.

Dass der Wallach eine gute Dressur geht, ist wenig verwunderlich bei der Abstammung – er ist ein Sohn von Bertoli W, einem jener Grand Prix-erfolgreichen Breitling W-Nachkommen der Familie Wittig. Und Mutter Donnee ist eine Donnerhall-Tochter. Da kommt das Dressurblut also gleich von zwei Seiten. Dass Monkeying Around auch im Cross und im Parcours Talent mitbringt, hat er auf internationaler Ebene schon zweimal eindrucksvoll bewiesen. Zum einen mit einem zweiten Platz beim CCI1* in Ballindenisk, wo sie die Prüfung mit ihrem Dressurergebnis von 37,5 Minuspunkten beendeten, und zum anderen mit Rang fünf beim CICYH1* in Osberton, wo sich zu einer 42,9 Minuspunkte-Dressur lediglich ein Zeitfehler im Parcours hinzuschlich.

Rang zwei belegt aktuell der Australier Paul Tapner im Sattel des DSP-Wallachs Bob Chaplin, über Cashell ein Casall-Enkel aus einer Mutter v. Silver Jasper. Heute kamen die beiden mit 38,1 Minuspunkten aus dem Dressurviereck, ihrem bislang besten Ergebnis. Viermal waren sie in einem CIC1* am Start. Das erste Mal wurde es prompt Rang drei, dann Platz 16, sechs und schließlich zuletzt ein Sieg in Gatcombe Park.

Dritte sind derzeit die Britin Sarah Bullimore und Corouet, ein Oldenburger v. Balou du Rouet aus einer Mutter v. Lovis Corinth (v. Landor S)-Fierant xx. Hier gab es heute genau 41 Minuspunkte. Dieses Paar war bislang zweimal international am Start, wurde einmal Elfter und zog beim zweiten Mal nach der Dressur zurück.

Als einziges deutsches Paar waren heute Stephanie Böhe und der Bundeschampion 2016, Amazing Prince, bei den Sechsjährigen am Start. Mit 48,4 Minuspunkten liegen sie derzeit auf Rang neun. Amazing Prince ist ein Trakehner v. Prince Patmos aus einer Mutter v. Heraldik xx. Er war mit Stephanie Böhe in diesem Jahr fünfmal bei Ein-Sterne-Kurzprüfungen am Start und platzierte sich dreimal unter den Top Ten. Sein bestes Ergebnis war ein dritter Platz beim CIC* von Baborowko, Polen.

Morgen gehen noch Bundeschampion Costbar und Marina Köhncke sowie Rebecca-Juana Gerken mit Day of Glory aufs Viereck. Costbar ist um 10:38 Uhr dran, Day of Glory ist um 12:02 Uhr letztes Pferd bei den Sechsjährigen.

Siebenjährige

Die Reihe der Siebenjährigen wird von einem Holsteiner angeführt, der unter Neuseeländischer Flagge an den Start geht: Vitali mit James Avery im Sattel. Vitali ist ein Contender-Sohn aus einer Heraldik xx-Mutter, der von Günther Fielmann gezogen wurde und inzwischen in US-amerikanischem Besitz ist. Das Paar hatte zuletzt die Zwei-Sterne-Kurzprüfung in Gatcombe Park für sich entschieden. Heute kamen sie mit genau 42 Minuspunkten aus dem Viereck in Le Lion d’Angers.

Vorläufig auf Silberkurs ist einer, dem der Busch buchstäblich in die Wiege gelegt wurde: King Robert unter Mary King. Die britische Altmeisterin im Vielseitigkeitssattel hat den Wallach selbst gezogen. Die Eltern sind hoch dekoriert: Chilli Morning, der kurzzeitig unter Mary King ging, ehe sie den Hengst an ihren Landsmann William Fox-Pitt abgab, weil er für sie zu stark war, und Kings Vier-Sterne-Siegerin Kings Temptress. Das Kind dieser beiden hoch erfolgreichen Eltern, King Robert, kam heute mit 44, Minuspunkten aus dem Viereck.

Das reichte knapp, um Frankreichs Astier Nicolas und Alertamalib’Or hinter sich zu lassen, die es auf 44,6 Minuspunkte brachten. Alertamalib’Or ist ein Anglo-Araber v. Yarlands Summer Song (der selbst auf Vier-Sterne-Niveau im Einsatz war) aus einer Mutter v. Prince Ig’Or. Alertamalib’Or hat übrigens noch zwei Geschwister, die ebenfalls auch Zwei-Sterne-Niveau erfolgreich sind.

Die deutschen Ergebnisse

Das aktuell beste deutsche Paar rangiert direkt dahinter an vierter Stelle: Sophie Leube mit der DSP-Stute Jadore Moi v. Conthargos-Asi. Sie gehen mit 45,4 Minuspunkten in den Cross. Die Stute war in Helvoirt schon CIC2*-siegreich.

Ebenfalls unter die Top Ten haben es Felix Etzel und Quidor geschafft, auch dies ein Vertreter der Rasse Deutsches Sportpferd. Der Quite Easy-Cor de la Bryère-Sohn erhielt 47,4 Minuspunkte und ist damit derzeit Sechster.

Andreas Dibowski und der in Polen gezogene Belfast v. Moravia-Jape xx wurden mit 54,5 Minuspunkten bewertet, vorläufig Rang 17.

Bei Jörg Kurbel und dem Oldenburger A Best Friend v. Albaran xx-Pinocchio hieß es 55,1 Minuspunkte, Platz 18. Züchter von A Best Friend ist übrigens kein Geringerer als der ehemalige Weltklassereiter Harry Klugmann, der neben diversen Medaillen bei Deutschen Meisterschaften jeweils mit der Mannschaft Bronze bei den Olympischen Spielen 1972 in München und Silber bei den Weltmeisterschaften 1978 in Lexington gewann.

Nicolai Aldinger und Queeny haben nach dem heutigen Tag 58,5 Minuspunkte auf dem Konto. Das ist derzeit Platz 24 für die Oldenburger Stute v. Quattro-Balboa.

Morgen müssen um 13:21 Uhr Olympiasieger Frank Ostholt und der selbst gezogene Jum Jum aufs Viereck und im 13:49 Uhr Heike Jahncke mit Mighty Spring. Letzte deutsche Starterin der Dressur ist dann um 14:52 Uhr Stephanie Böhe auf Classic Royetta.

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