Lignières: Erfolgreiches Wochenende für Deutschlands U25-Vielseitigkeitsreiter

Knueppel Hanna GEKE Equigrips Levinio

Hanna Knüppel und Levinio in Luhmühlen 2022. (© TGL/Annette Dölger)

Im französischen Lignières verbuchten die deutschen U25-Vielseitigkeitsreiter und einige der besten deutschen Nachwuchspferde in dem Sport ein erfolgreiches Wochenende. Hanna Knüppel verpasste den Sieg im CCI4*-L nur knapp aufgrund eines Abwurfs zu viel im Parcours und wurde Vierte.

Das Turnier in Lignières war sozusagen der Lohn für die besten Reiter des U25-Förderpreises Vielseitigkeit. Unter der Ägide von Bundestrainerin Julia Krajewski gingen neben dem diesjährigen Gesamtsieger Jérôme Robiné auch weitere Nachwuchscracks wie Hanna Knüppel oder auch der Deutsche Meister der Jungen Reiter, Calvin Böckmann, an den Start. Sie wurden über die einzelnen Teilprüfungen eng betreut durch die Olympiasiegerin und Vize-Weltmeisterin Krajewski. Gefördert wird der U25 Förderpreis ja von Krajewskis Mäzen Prof. Bernd Heicke, den wir für eine Homestory für den St.GEORG 6/2022 besuchten (hier versandkostenfrei bestellbar).

Die lange Vier-Sterne-Prüfung lief aus deutscher Sicht für Hanna Knüppel am besten. Mit ihrem Oldenburger Springpferd Levinio war sie diess Jahr unter anderem in der Wertungsprüfung der Deutschen Meisterschaft der Senioren in Luhmühlen am Start gewesen und hatte dort Rang 23 belegt. In Bad Harzburg entschied das Paar später eine CCI3*-S für sich, in der CCI4*-S in Strzegom Ende August platzierten sich Knüppel und ihr Levisonn-Sohn an neunter Stelle.

Lignières war nun die erste lange Vier-Sterne-Prüfung für das Paar und diese Premiere konnte sich direkt sehen lassen. Nach Dressur (29,3) und dem Gelände (zwölf Punkte für Zeitüberschreitung) hatten die beiden am abschließenden Parcours-Tag in Führung gelegen. Und zwar deutlich, denn eine Stange hätte dort sogar fallen dürfen, um trotzdem am Ende die Ehrenrunde anführen zu können. Doch es sollte noch nicht sein, acht Strafpunkte aufgrund zweier Abwürfe addierten sich auf das Strafpunktkonto des Paares hinzu. Mit insgesamt 49,3 Punkten rangierten Knüppel und Levinio somit an vierter Stelle.

U25 Förderpreis-Sieger Robiné wird Fünfter

Nur wenig schlechter war Jérôme Robiné mit seinem Black Ice unterwegs. Das Paar hatte die beste Dressurprüfung des gesamten Starterfeldes gezeigt (26,5), kam dann aber im Gelände doch deutlich über die Zeit und kassierte somit 22,8 weitere Strafpunkte. Im Parcours blieben dafür alle Stangen in ihren Auflagen, lediglich 1,2 Punkte für Zeitüberschreitung kamen hier noch dazu. Mit 50,5 Punkten insgesamt setzten sich der Sportsoldat und sein irisches Sportpferd v. Vechta direkt hinter Hanna Knüppel auf Platz fünf. Mit seinem zweiten Pferd Brave Heart lief es für Robiné nicht ganz so gut im Springen, dort schied das Paar aus.

Der Sieg in der Prüfung ging an Georgie Campbell (GBR) mit Global Quest und 45,4 Punkten, gefolgt von Nicolas Touzaint (FRA) mit Diabolo Menthe (47,5) und Julie Simonet (FRA) mit Sursumcord’or (48,5).

Calvin Böckmann Dritter in der CCI4*-S

Der Drittplatzierte des Förderpreises, Calvin Böckmann, hat noch ein Ergebnis zu wenig, um in einer langen Vier-Sterne-Prüfung zu starten. Mit seinem Holsteiner The Phantom of the Opera ging er daher in der CCI4*-S an den Start. Hier trumpften die beiden in der Dressur auf und erzielten das beste Ergebnis des Starterfeldes (27,9). Der Quo Vados-Sohn blieb unter Böckmann dann im Parcours fehlerfrei und in der Zeit. Vor dem abschließenden Gelände war das Paar somit in Führung. Elf Sekunden mehr als die Idealzeit benötigten sie für das Gelände in Lignières, umgerechnet ergab das 4,8 Strafpunkte. Damit fiel das Paar in der Endabrechnung auf Rang drei zurück hinter Gireg le Coz mit Aisprit de la Loge (28,6) und Karim Florent Laghouag mit Triton Fontaine (29,8).

Vorab mit Handschrift des Parcourschefs auseinandersetzen

Im Hinblick auf eine mögliche Teilnahme der U25-Reiter an der Europameisterschaft im kommenden Jahr in Haras le Pin (FRA) oder sogar den Olympischen Spielen in Paris 2024 sah es Bundestrainerin Julia Krajewski als hilfreich an, den Saisonhöhepunkt des Förderpreises auf genau dieses Turnier in Lignières zu legen. Denn dort, wie auch bei den Championaten 2023 und 2024 ist Pierre Le Goupil der Parcourschef in der Vielseitigkeit.

„Wir sind dorthin hingefahren, weil die jungen Reiter auch einmal andere Kurse sehen sollen. Jedes Land hat ja so seine Eigenheiten. Die französischen Prüfungen sind in der Regel technisch anspruchsvoll, haben reelle Abmessungen und nutzen auch stark die topographischen Gegebenheiten. […] Jeder Parcourschef hat seine eigene Handschrift und es schadet nicht, sich schon vorab damit auseinanderzusetzen“, erklärte Krajewski.

Sie selbst hatte nach Frankreich ebenfalls einige Pferde mitgebracht, aus dem Nachwuchsbereich. Mit Chipmunks Bruder ChinTonic ritt sie zum Sieg in der CCI2*-S mit 26,7 Punkten. Es folgte Calvin Böckmann mit seiner erfahrenen Altair de la Cense (27,0) und Nicolas Touzaint (FRA) mit Eboli (27,4).

Alle Ergebnisse aus Lignières finden Sie hier.

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