Elf Springhengste bei Süddeutschen Hengsttagen 2021 gekört, Champion v. Eldorado

Siegerhengst v. Eldorado van de Zeshoek, Süddeutsche Hengsttage 2021

Siegerhengst v. Eldorado van de Zeshoek, Süddeutsche Hengsttage 2021 (© Screenshot Clip my Horse)

Auf den Süddeutschen Hengsttagen, die kurzfristig von München nach Neustadt/Dosse umziehen mussten, sind die ersten Körentscheidungen gefallen. Elf Springhengste wurden gekört, vier davon prämiert. Siegerhengst wurde ein äußerst vermögender Brauner v. Eldorado van den Zeshoek, also ein Halbbruder zu Daniel Deußers Killer Queen.

Nach dem kurzfristigen Umzug von der Isar an die Dosse sind die ersten Würfel bei den Süddeutschen Hengsttagen 2021 gefallen. An den ersten zwei Tagen standen die Springhengste auf dem Programm. 25 Hengste waren ins Brandenburgische Haupt- und Landgestüt gereist, um ihre Qualitäten als zukünftige Springpferdevererber unter Beweis zu stellen.

Zweimal Freispringen bei Süddeutschen Hengsttagen 2021

Es gab zwei Freispringen, gestern mussten die Hengste in der Abfolge drei In-Outs, ein Galoppsprung, anschließend ein Oxer ihr Können zeigen. Heute ging es in die „klassische Freispringanforderung“, also zwei Sprünge, dann ein Oxer, dazwischen jeweils ein Galoppsprung. Zusätzlich wurden die Hengste im Freilaufen begutachtet. Die Körkommission zeigte sich deutlich verjüngt. Erstmals fungierte Andy Witzemann als Sportkommissar Springen. Er war es auch, der die vier Prämienhengste kommentierte.

Da die Veranstaltung im Landkreis Ostprignitz-Ruppin stattfand, ein Kreis, der einen Sieben-Tage-Inzidenzwert von 362 aufweist, war kein Publikum zugelassen. So kommentierte Auktionator Hendrik Schulze-Rückamp gemeinsam mit Holger Wulschner den Livestream auf Clipmyhorse. Er war sich sicher, der Siegerhengst werde „Begeisterung in den heimischen Wohnzimmern“ auslösen. Und so, wie sich der schick gemachte Braune aus der Zucht von Frank Timmreck, Hohenberg-Krusemark-Schwarzholz über den Stangen zeigte, dürfte er in der Nach-Corona-Zeit wohl auch live seine Freunde finden.

Ein kräftig und jederzeit geschmeidig springendes Pferd mit einer in mehrfacher Hinsicht hochinteressanten Abstammung: Vater Eldorado van den Zeshoek ist über seinen Vater Clinton ein Corrado-Enkel. Er ist unter anderem Vater von Daniel Deußers Killer Queen, dem erfolgreichsten Springpferd unter deutschem Reiter im vergangenen Jahr.

Mütterlicherseits führt der neue DSP-Champion viel Holsteiner Blut. Seine Mutter ist Vollschwester des bis 1,50 Meter erfolgreichen Django Unchained T v. Diarado-Calido. Der Primus in Sachen Springen bei den Süddeutschen Hengsttagen 2021 entspringt dazu noch der Familie des Cashmoaker. Also jenem Schimmelhengst, der unter Denis Nielsen 2015 Deutscher Meister in Balve wurde.

Große Anerkennung zollte Andy Witzemann in seinem Kommentar dem Siegerhengst, der von Matthieu Beckmann aus Wettringen nach Neustadt gebracht wurde. Er sei „eine absolute Explosion von Sprungkraft, Qualität und Sprungfreude“. „Der Wille, fehlerfrei auf die andere Seite zu kommen“, zeichne ihn aus. „Es gibt keine Situation, die er nicht leicht löst.“

Drei Prämienhengste bei Süddeutschen Hengsttagen 2021

Ein Trio aus den elf gekörten Hengsten wurde außerdem mit einer Prämie ausgezeichnet.

Fuchs, Oldenburger Springpferdezuchtverband Oldenburg International, v. Balou du Rouet-Arpeggio-Romancier

Sportkommissar Andy Witzemann aus Winterlingen lobte die „Kraft aus dem Rücken. Er kann vor, er kann zurück. Sehr drahtig, sieht aus wie ein harter Sportler, wir waren sehr, sehr begeistert.“ Der Fuchs sprang tatsächlich so, als könne er gar nicht genug davon bekommen. Gezogen ist er in Wagenfeld bei Wilhelm Rohlfing, Besitzer ist Wolfgang Puschak aus Bonstetten bei Augsburg.

Brauner, DSP, v. Hickstead White-Diarado-Argentinus

Der bei Werner Eberhard in Giengen gezogene Württemberger wurde vom Gestüt Sprehe ausgestellt. Dort ist auch sein Vater Hickstead White beheimatet. Er stellte vier Söhne für die Süddeutschen Hengsttagen 2021. Neben dem Prämienhengst wurde noch einer weiterer Sohn aus einer Coupie-Mutter gekört. Der braune Prämienhengst ist ein statiöses Pferd, das trotz seiner Größe patent in der Freispringgasse seine Aufgaben meisterte. „Beeindruckt durch sein Körpervolumen, trotz seiner Größe nicht schwer“, so der Körkommentar. Er sei „sensibel, was wir gerne mögen“. Vor allem aber, so Andy Witzemann: „Er sprang von Sprung zu Sprung besser, schnelles Abfußen, viel Vermögen.“

Wie der Siegerhengst, so stehen auch die Prämienhengste alle in einer Online-Auktion zum Verkauf. Hickstead White hatte bereits Siegerhengste beim Schaufenster der Besten und in Redefin 2018 gestellt.

Brauner, Hannoveraner v. Zindedream-Lordanos-Gimpel

Der bei Heinrich Ramsbrock, Menslage, geborene Sohn aus dem ersten Jahrgang des OS-Siegerhengstes Zinedream hat eine prominente Mutter: Lou v. Lordanos-Gimpel war international siegreich, unter nicht weniger als drei Olympiamedaillengewinnern, Meredith Michaels-Beerbaum, Daniel Deußer und Franke Sloothaak.

In der Typausprägung klar von seinem Vater geprägt, sprang der Hengst beherzt nach oben und nach vorne. Für Witzemann eine „absolute Ausnahmeerscheinung eines Pferdes. Wie er die Situation hier gemeistert hat. Extrem viel Vermögen, fast grenzenlos. Im Gesamten ein Hengst, wo man auf der großen Bühne sehen wird.“ Der Braune  sei „schön gemacht, guter Körper“. Wie sein Vater zeigte sich dieser Prämienhengst auch locker in der Bewegung.

Auch ein zweiter Sohn des Zinedream (Mutter v. Quiz) wurde gekört.

Die anderen gekörten Hengste stammten von Cornet Obolensky, Janeiro, Diamant de Plaisir und dessen Vater Diamant de Semilly ab.

Die Online-Auktion startet am 23. Januar. Ab Samstag sind dann die Dressurhengste an der Reihe, am heutigen Freitag gehen sie bereits ab 17.30 Uhr Freispringen.

Und wer selbst einmal Körkommissar oder -kommissarin spielen möchte, hat dazu via neuer App die Möglichkeit.