Auf Anhieb Deutscher Meister der Springreiter: Denis Nielsen und Cashmoaker gewinnen Titel in Balve

Denis Nielsen und Cashmoaker

Denis Nielsen und Cashmoaker (© www.foto-design-feldhaus.de)

Im Stechen wurde die Deutsche Meisterschaft der Springreiter 2015 entschieden. Der jüngste des Stech-Trios hatte am Ende die Nase vorn: Denis Nielsen mit Cashmoaker siegte vor Holger Hetzel und Jörg Oppermann. Die Reiter aus dem Championatskader kamen über die Ränge neun, 12 und 20 nicht hinaus.

Der Deutsche Meister im Springreiten 2015 heißt Denis Nielsen. Der Bereiter vom Gestüt Sprehe, der im nächsten Monat 26 Jahre alt wird, sicherte sich im Stechen der besten Drei mit einem furiosen Ritt in 46,64 Sekunden die Goldmedaille. Nielsen, der im vergangenen Jahr den 2014 neu geschaffenen U25-Springpokal gewonnen hat, reitet den Schimmelhengst Cashmoaker seit einem Jahr. Im vergangenen Jahr erhielt er als Sieger des U25-Pokals die Startgenehmigung für Aachen und nutzte diese für mehrere Platzierungen in der Soers. In Hagen bei Horses and Dreams war er am Samstag Zweiter hinter dem Briten John Whitaker und beim Weltfest des Pferdesports in Aachen Dritter im Championat. Der neue Deutsche Meister ist also keine Eintagsfliege, obwohl es das erste Mal war, das Nielsen an einer Deutschen Meisterschaft der Senioren teilgenommen hat. Das nennt man wohl Einstand nach Maß. Nun soll der Brandenburger Hengst , der im Besitz des Gestüts Sprehe und von Paul Wendeln steht, Pause haben, „so haben wir das mit Bundestrainer Otto Becker abgesprochen“, sagt der neue Deutsche Meister, „und dann hoffe ich, in Mannheim an den Start gehen zu können.“

Platz zwei ging an einen, der einmal abgesehen von seiner nach wie vor durchtrainierten Figur, als Veteran der Veranstaltung gelten darf: Holger Hetzel, 55, rheinischer Landestrainer und erfolgreicher Pferdehändler im Springsektor aus Goch am Niederrhein, ritt den Holsteiner Legioner v. Limbus mit einer sicheren, aber nicht überhasteten Nullfehlerrunde als erster Stechteilnehmer auf Platz zwei. Legioner gehört einer Ukrainierin, die den Wallach in SML-Springen eingesetzt hat.

Jörg Oppermann aus dem hessischen Bückingen bei Limburg war als Führender in den Finaltag gegangen, seinem Che Guevara v. Conept unterlief dann im ersten Umlauf am heutigen Sonntag ein Springfehler, in der zweiten Runde blieb er aber erneut fehlerfrei. Im Stechen ließ er keinen Zweifel aufkommen, dass er den Titel haben wollte. Er wendete eng auf einen Steilsprung, zu eng: Ein Hinterhandfehler war das Resultat, 44,73 Sekunden die schnellste Zeit, aber dann eben doch „nur“ gut genug für Bronze.

Vierter wurde Christian Kukuk, gecoacht von seinem Chef Ludger Beerbaum, der in Balve Jeans statt weiße Reithosen trug. Kukuk ritt Carinou, den Fuchswallach, mit dem Ludger Beerbaum im vergangenen Jahr noch auf dem Treppchen in Balve gelandet war. Dem Paar unterlief in den vier Runden, die es zu bewältigen galt, nur ein einziger Springfehler. Dafür nahmen sie aber aus drei Springen Zeitfehler mit in die Endabrechnung, so dass es mit 5,75 Fehlern am Ende Platz vier wurde.

Mit acht Strafpunkten nach vier Parcours landeten vier Reiter auf Rang fünf: Andreas Kreuzer mit La Luna, Felix Haßmann mit Balzaci, Alexander Hinz mit Campitello und Holger Wulschner mit Cha Cha Cha.

Drei Reiter aus dem Championatskader waren in Balve angetreten. Hans Dieter Dreher, der sich das Comeback seines Magnus Romeo sicherlich anders vorgestellt hatte (Dreher war nach einer Verweigerung gefallen), landete mit dem Schimmel Cool and Easy auf Rang neun. André Thieme und Conthendrix katapultierten sich mit zwei Abwürfen im ersten und einem weiteren Springfehler im zweiten Umlauf am Entscheidungstag aus dem Rennen um die Medaillen, am Ende Platz zwölf. Marcus Ehning war ohne Championatspferd nach Balve gekommen und war mit Funky Fred, einem For Pleasure-Sohn aus seiner Erfolgsstute Panama, nicht mehr in die letzte Runde gekommen. Zwölf Strafpunkte aus drei schweren Runden im Stadion von Balve sind für einen Zehnjährigen aber sicherlich kein schlechtes Fazit.

Für das Gestüt Sprehe werden diese Deutschen Meisterschaften noch einmal teuer: Zwei Deutsche Meister stellt der Hengststall des Gestüts. „Ich denke, wir machen eine große gemeinsame Party, hab das aber noch nicht mit Tina besprochen“, so Nielsen nach einem Ritt. Dann kann er sich mit der deutschen Dressurmeisterin auch über das Gefühl, im Wassergraben zu landen, unterhalten. Denn auch Nielsen erlebte die Hymne zwar nicht tropfnass aber zumindest teilweise feucht, nach einem Bad, das seine Mitstreiter dem neuen Champion bereitet hatten.

Die Ergebnisse finden Sie hier.

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