Ermelo: Villeneuve gewinnt WM-Qualifikation der sechsjährigen Dressurpferde 2018

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Laura Strobel und Villeneuve daheim beim Training auf Gestüt St. Stephan. (© Jan Reumann)

Rheinländer Vitalis-Kinder haben in Ermelo gute Karten. Das war vor zwei Jahren bei Victoria’s Secret unter Beatrice Buchwald so, und nun gehen auch Villeneuve und Laura Strobel als Favoriten ins Finale.

Und noch eine Gemeinsamkeit gibt es zwischen den beiden Paaren: Beide sind Schülerinnen von bzw. Bereiterinnen bei Olympiareiterinnen, Beatrice Buchwald damals noch von Isabell Werth, Laura Strobel bei Dorothee Schneider.

Villeneuve wurde von Edeltraud Hähn gezogen, die ihre Dancier-Worldly-Tochter Dörty Dancing von Vitalis hatte decken lassen. Das Ergebnis der Anpaarung, ein gekörter Dunkelfuchs, der auf den Namen Villeneuve getauft wurde, gehört inzwischen dem Gestüt Vorwerk von Elisabeth Max-Theurer, war aber von Anfang an in Ausbildung auf dem Gestüt St. Stephan und in den Händen von Laura Strobel. Mit ihr gewann er 2016 Bronze beim Bundeschampionat der vierjährigen Hengste und wurde im vergangenen Jahr Vierter im Bundeschampionats-Finale der fünfjährigen Dressurpferde.

Und nun sind die beiden in Ermelo bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde. Mit einer Gesamtnote von 8,86 setzten sie sich gegen 17:30 Uhr an die Spitze des Starterfeldes. Danach hieß es vier Stunden lang zittern, bis auch das letzte Pferd um kurz nach 21 Uhr seine Aufgabe absolviert hatte. Villeneuve überzeugte mit ausgeglichen hohen Bewertungen: 8,6 im Trab, 8,9 im Schritt, 9,0 für Galopp und Perspektive, 8,8 im Bereich Rittigkeit.

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Plätze zwei und drei

Auf Silberkurs befinden sich der KWPN-Hengst Henkie v. Alexandro P-Upperville und Adelinde Cornelissen. Sie waren auch schon 2017 bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde am Start gewesen und wurden damals Sechste im Finale. Gestern in der Qualifikation für die Entscheidung bei den Sechsjährigen erzielte der Braune die höchste Bewertung aller Teilnehmer im Trab: 9,2. 8,5 gab es im Schritt, 8,6 im Galopp. Auch ihm wurde eine „sehr gute“ Perspektive bescheinigt. Die Ausbildungsnote lautete 8,5.

An dritter Stelle rangierte das Pferd, das sich im vergangenen Jahr noch den sechsten Rang im Finale mit Henkie geteilt hatte: der Hannoveraner d’Avie v. Don Juan de Hus-Londonderry unter dem spanischen Bereiter des Stalls Helgstrand, Severo Jurado Lopez. Der hatte mit der Stute Fiontini schon diverse Longines-Uhren als Ehrenpreis gewonnen. Wenn d’Avie ihm noch eine weitere bescheren soll, müsste der besser zum Schreiten kommen. Den Schritt bewerteten die Richter mit 7,5. Dem gegenüber standen eine 9,0 im Trab und eine 9,3 im Galopp sowie 9,0 in der Perspektive und 8,8 im Bereich Ausbildung. Machte in Summe 8,72 – er und Henkie liefern sich also auch dieses Jahr eine knappe Entscheidung.

Weitere Deutsche unter den Top Ten

Das dritte deutsche Pferd unter den Top fünf ist der von Stefanie Wolf vorgestellte Oldenburger Wallach Matchball v. Millennium-De Niro. Der langbeinige Rappe war schon im vergangenen Jahr positiv aufgefallen, kam aber nach streng geahndeten Fehlern gegen Ende der Prüfung nicht über Platz elf hinaus. Gestern schafften sie direkt den Einzug ins Finale mit einer Gesamtnote von 8,64 und em vierten Platz. In Einelnoten hieß das: 8,8 im Trab, 8,3 im Schritt, 8,5 im Galopp und jeweils 8,8 für Ausbildung und Perspektive.

Mit 8,82 landete das niederländische Duo Diederik van Silfhout und Habana Libre A v. Zizi Top-United auf dem fünften Rang, gefolgt von Dorothee Schneider auf der Vierten des vergangenen Jahres, der Oldenburger Stute Sisters Act OLD vom Rosencarree v. Sir Donnerhall-Royal Diamond, ebenfalls im Besitz von Elisabeth Max-Theurer. Die ehemalige Reitpferdebundeschampionesse kam gestern auf eine 8,58, zusammengesetzt aus 8,8 im Trab, 8,5 im Schritt, 8,0 im Galopp, 8,7 für die Durchlässigkeit und 8,9 für die Perspektive.

Auch ihr zweites Pferd konnte Dorothee Schneider auf direktem Weg fürs Finale qualifizieren und auch dieses gehört Elisabeth Max-Theurer: der Oldenburger Flying Dancer v. Fürst Romancier-Sir Donnerhall. Mit 8,2 landeten die beiden direkt hinter den Silber- und Bronzemedaillengewinnern des Vorjahres, dem Dänischen Warmblüter Hesselhøj Donkey Boy v. Era Dancing Hit-Milan unter Jan Møller Christensen (8,48) und dem Oldenburger Ferrari v. Foundation-Blue Hors Hotline mit Andreas Helgstrand (8,26).

Komplettiert wird das Finale aus deutscher Sicht mit dem Westfalen HBS Backround v. Boston-Florencio unter Ann-Cristin Wienkamp, die mit einer glatten 8,0 auf Rang elf landeten. Damit sind alle deutschen Pferde auf direktem Weg ins Finale eingezogen.

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

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