WM junge Dressurpferde: Victoria’s Secret holt den Titel ins Rheinland

Beatrice Buchwald auf der neuen Weltmeisterin der fünfjährigen Dressurpferde, Victoria’s Secret v. Vitalis

Beatrice Buchwald auf der Weltmeisterin der fünfjährigen Dressurpferde 2016, Victoria's Secret v. Vitalis (© von Korff)

Ermelo hat heute eine würdige Weltmeisterin der fünfjährigen Dressurpferde gekürt: Victoria’s Secret unter Beatrice Buchwald.

Schon als die imposante Rheinländer Stute von 1,80 Meter Stockmaß vor Beginn der Aufgabe ums Viereck trabte, schien sie zu sagen: Ich bin die Weltmeisterin! Victoria’s Secret v. Vitalis-Fidermark aus der Zucht von Walther Schulte-Böcker und im Besitz der Rhenania Pferde GmbH war unter ihrer ständigen Reiterin Beatrice Buchwald letztes Pferd der Prüfung. Man konnte Richterin und Kommentatorin Isobel Wessels aus Großbritannien verstehen, die ein ums andere Mal im Anschluss an die Ritte wiederholte: „What a super super horse!“ Davon gab es in der Tat einige heute. Aber eines wie Voctoria’s Secret war nicht dabei. Die Stute ist eine Ausnahmeerscheinung. Kraftvoll und doch federleicht begann sie den ersten Teil der Aufgabe im Trab. In den Verstärkungen schien Victoria’s Secret sich die Flügel der zweibeinigen Laufstegschönheiten geborgt zu haben, die das gleichnamige Label zur Schau tragen. Wobei Beatrice Buchwald im Anschluss erklärte, gar nicht volles Risiko gegangen zu sein, weil die Aufgabe so viel schwierige ist, als die der Qualifikation. Hätte Beatrice das Potenzial ihrer Stute voll ausgespielt, wäre das Viereck womöglich auch zu klein gewesen für die raumgreifenden Tritte der Stute. Ähnlich war der Eindruck in den Galoppverstärkungen. Ein kleiner Wermutstropfen waren die Außengalopp-Reprisen. Da kam die Stute auf die Vorhand, wurde eng und der Galopp verlor an Bergauftendenz. Aber die Aufgabe, die von den erst fünfjährigen Pferden verlangt wird, ist auch wirklich anspruchsvoll mit zweimal Außengalopp auf gebogener Linie, Kurzkehrt aus dem Trab und sehr schneller Abfolge der Lektionen. Zumal Victoria’s Secret es durch ihre Größe und den enormen Raumgriff ihrer Bewegungen besonders schwer hat, sich da schon stets auszubalancieren. Dass sie trotzdem die neue Weltmeisterin ist, daran konnte es trotzdem keinen Zweifel geben. Beatrice Buchwald hatte gerade zum letzten Mal bei X gehalten und die Hand noch nicht vom Zügel genommen, um zu grüßen, da brandete schon der Jubel auf und wollte zunächst gar nicht enden. Erst als Isobel Wessels anmerkte: „Ihr müsst uns nicht sagen, dass das supergut war!“, beruhigten die Zuschauer sich. Eine 9,5 erhielt die Stute für den Trab, eine 9,3 für den Schritt und eine 8,9 im Galopp eben aufgrund der oben angedeuteten Probleme. Das musste in der Duchlässigkeitsnote somit nicht mehr geahndet werden, 9,8. Und im Bereich Potenzial als Dressurpferd hieß es: „Was könnten wir uns noch mehr für ein Dressurpferd wünschen? 10,0!“ In Summe erhielt das Paar genau 95 Prozent.

2015 Bundeschampionesse, 2016 Weltmeisterin – die Karriere von Victoria’s Secret kann sich wirklich sehen lassen! Ob sie dieses Jahr auch in Warendorf geht, steht noch nicht fest. „Wir fahren jetzt erst einmal nach Hause. Dann werden Pläne gemacht. Ich nenne aber auf jeden Fall“, betonte Beatrice Buchwald. Sie beschäftigt gerade vor allem auch die Frage, ob die neue Weltmeisterin ihr erhalten bleibt. Denn die Angebote für so ein Pferd lassen nicht lange auf sich warten. „Aber wir versuchen gerade alles, sie für mich halten zu können und die Besitzer haben auch ein Interesse daran, sie zu 50 Prozent zu behalten.“ Isabell Werth, Beatrice Buchwalds, Arbeitgeberin und Trainerin, hat übrigens noch nie auf Victoria’s Secret gesessen. Sie hat das Geschehen in Ermelo heute auf ClipmyHorse verfolgt. Schließlich geht es morgen nach Rio. Das macht Beatrice „super stolz“, denn das Pferd, mit dem Isabell Werth bei den Olympischen Spielen an den Start geht, die Stute Weihegold, wurde von Beatrice bis Grand Prix ausgebildet. Traurig, dass sie sie dort nicht selbst startet, ist sie überhaupt nicht: „Ich bin ganz froh, hier L-Dressur reiten zu können. Irgendwann träumt natürlich jeder Reiter von Olympia. Aber ich bin 27 Jahre alt. Ich habe also noch viel Zeit!“

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