Hannoveraner Verband mit neuem Aufsichtsratsvorsitzenden

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Henning Schmidt, der neue Hannoveraner Aufsichtsratsvorsitzende. (© Hannoveraner Verband)

Die Delegiertenversammlung des Hannoveraner Verbandes hat getagt. Auf der Agenda stand unter anderem die Wahl eines neuen Aufsichtsratsvorsitzenden. Der ist nun gefunden.

Der neue Aufsichtsratsvorsitzende des Hannoveraner Verbandes heißt Henning Schmidt aus Barnstedt, ist Geschäftsführer einer Düngemittelfirma und passionierter Züchter. So kommt der fünfjährige Hannoveraner Fünf Sterne Royal v. Fürst Romancier-Sandro Hit, der im Landgestüt Warendorf wirkt, aus seiner Zucht und Aufzucht.

Es standen ohnehin Wahlen an. Die Neuwahl des Aufsichtsratsvorsitzenden war aber auch deshalb notwendig geworden, weil die bisherige Spitze des vor zwei Jahren neu eingeführten Aufsichtsrats, Ernestine Zwingmann, bereits im November angekündigt hatte, nicht mehr zur Wiederwahl zu stehen, und schließlich ihr Amt im April vorzeitig niedergelegt hatte. Sie hatte mangelnde Transparenz und fehlende ehrliche Zusammenarbeit mit dem Präsidium und den Aufsichtsratskollegen moniert.

Die Delegierten schenkten dem Präsidium dennoch ihr Vertrauen. Wie die Hannoveraner melden, wurde Präsident Dr. Hinni Lührs-Behnke „mit über 95-prozentiger Zustimmung“ im Amt bestätigt. Und nicht nur der promivierte Agraringenieur, ein Großteil der bisherigen Belegschaft wurde wiedergewählt: Hendrik Hüsker aus Wachendorf als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender, Carsten Leipold als stellvertretender Präsident und nach intensiver Dikussion auch Matthias Klatt als Präsidiumsmitglied Dressur – wobei die Wahl des letzteren knapp war.

Klatt hatte sich vor einigen Monaten mit Compliance Vorwürfen konfrontiert gesehen, weil er als Richter bei der Herwart von der Decken-Schau fungiert hatte, wo die in seinem Stall vorbereitete Stute Va Pensiera nicht nur mitmachte, sondern gewann. Matthias Klatt sagte, er habe seinen Richterkollegen im Vorfeld gesagt, dass er sich an der Beurteilung dieser Stute nicht beteiligen würde. Im übrigen hatte er seinen Fehler aber eingesehen. Eine knappe Mehrheit habe nun für seinen Verbleib im Amt gestimmt, heißt es vom Verband.

Neu ins Präsidium aufgenommen wurde Helmut Bäßmann aus Meitze. Er wird Nachfolger für Harald Thelker und ist nun für den Bereich Züchterbindung zuständig.

Hannoveraner Verband

Das Präsidium des Hannoveraner Verbandes (v.l.n.r.): Hergen Forkert, Dr. Hinni Lührs-Behnke, Carsten Leopold, Matthias Klatt, Dieter Meyer und Helmut Bäßmann (© Hannoveraner Verband)

Weiteres

111 Delegierte hatten in den vergangenen Tagen ein umfangreiches Programm, da die Versammlung in den vergangenen Jahren aufgrund der Corona-Pandemie ausgefallen war. So ging es auch um die Geschäftsjahre 2020/21 und es wurden Satzungsänderungen beschlossen. So wurde die vor zwei Jahren eingeführte Altersbegrenzung für die Übernahme von Ämtern wieder gestrichen.

Was die wirtschaftliche Situation des Verbandes angeht, erklärten die Hannoveraner der Blick auf die beiden zurückliegenden Geschäftsjahre sei „positiv ausgefallen“. Auktionen und Zucht hätten sich „sehr gut entwickelt“ und zu „schwarzen Zahlen in allen Bereichen“ geführt. „Auf den Hannoveraner Auktionen wurden im vergangenen Jahr fast 20 Pferde zu Preisen im sechsstelligen Bereich verkauft“, sagte Dr. Hinni Lührs-Behnke. In Zukunft wolle man „die Zucht wieder näher an den Sport bringen“. Mit den neuen Turnierplätzen solle sich Verden as Turnierveranstalter etablieren.

Weichenstellung

Auch die Rechtsstreitigkeiten der Vergangenheit waren nochmal Thema. Das musste auch so sein für die ausstehende Entlastung ehemaliger Gremien durch die Delegierten. Denen wurden die Rechtsangelegenheiten, in die der Hannoveraner Verband involviert gewesen war, nun noch einmal dargelegt.

Es wurde schlussendlich dagegen gestimmt, Ehrenamtsvertreter in Regress zu nehmen. Damit seien sämtliche Entlastungen vollzogen und „der Hannoveraner Verband sieht sich für die vertrauensvolle zukünftige Arbeit gut aufgestellt“. Der neu gewählte Aufsichtsratsvorsitzende Henning Schmidt mag wohl vielen aus der Seele gesprochen haben, als er sagte: „Wichtig ist, dass das Hannoversche Pferd wieder im Mittelpunkt steht.“