Helgstrands Sporttest-Sieger Jovian ist WFFS-positiv

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Jovian bei seinem Sporttest in Verden (© Stephan Bischoff)

Andreas Helgstrand gehört zu den Hengsthaltern, die ihre zuchtaktiven Beschäler auf den Gendefekt WFFS haben testen lassen, erst die in Dänemark, und nun auch die, die in Deutschland stationiert sind. Zwei sind positiv.

Zu den WFFS-positiven Hengsten gehört der viel genutzte KWPN-Hengst Jovian v. Apache, der in diesem Jahr den Sporttest für Hengste in Verden gewinnen konnte, damals noch unter Thomas Sigtenbjerggaard. Inzwischen hat Eva Möller den Beritt des hünenhaften Dunkelbraunen übernommen.

Ebenfalls positiv getestet wurde der dreijährige For Sure v. Finest-De Niro, Prämienhengst der Hannoveraner Körung 2017.

Auf der Homepage von Helgstrand Dressage heißt es: „Da wir feststellen, dass unsere Züchter wissen wollen, ob unsere Hengste Träger des Gens sind, hatten wir bereits unsere Hengste in Dänemark und jetzt auch unsere Hengste in Hagen, Deutschland, testen lassen.“

WFFS-Tests in Deutschland

Hierzulande haben die Oldenburger und Westfalen inzwischen ebenfalls ein gemeinsames Rundschreiben an die Hengsthalter geschickt, in dem sie ihnen empfehlen, ihre Pferde untersuchen zu lassen. Die FN hat hierzu ein Rundschreiben an die Verbände geschickt (mehr dazu in St.GEORG 7/18, ab 27. Juni am Kiosk erhältlich).

Einige Betriebe haben schon die Ergebnisse. So wurde z.B. gestern bekannt, dass der Westfalenhof, wo Belissimo M zuhause ist, einen Träger hat. Aber nicht Belissimo, sondern einen jungen Springhengst, der Hannoveraner Ventador v. Vigo d’Arsouilles.

Über WFFS

Das Warmblood Fragile Foal Syndrom, kurz WFFS, ist eine Erbkrankheit, die nur dann zum Ausbruch kommen kann, wenn beide Elternteile Träger des Gendefekts sind. In diesem Fall besteht eine 25-prozentige Gefahr, dass die Stute ein lebensuntüchtiges Fohlen zur Welt bringt. Oder aber es vorher verliert. WFFS-kranke Fohlen haben eine Bindegewebsschwäche, aufgrund derer die Haut nicht mit dem Körper verbunden ist. Es bilden sich immer wieder Risse und Wunden ohne jegliche Fremdeinwirkung. Die Gelenke des Fohlens sind hyperbeweglich, so dass das Fohlen nicht in der Lage ist, zu stehen. Es muss getötet werden.

Das Szenario ließe sich verhindern, wenn man zuchtaktive Pferde auf WFFS hin untersucht und eine Anpaarung zweier positiver Elternteile verhindert. Dies gebietet im übrigen auch das Gesetz, da man es sonst mit Qualzucht zu tun hat.

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