Oldenburger Körung: Über allem schwebt Furioso

Oldenburger Körung 2016

Oldenburger Körung 2016 (© YouTube Oldenburger-Pferde)

Nicht das A und O, sondern das A und F war tonangebend bei der Oldenburger Körung der Dressurhengste. A wie Ampere und F wie Fürstenball, beide Hengste haben nun vier weitere gekörte Söhne – zurückgehen beide letztendlich auf den französischen Vollblüter Furioso xx, dem Oldenburg den großen Furioso II verdankt. Sandro Hit-Nachfahren gingen, zumindest im Vaterstamm, leer aus. 25 Hengste wurden gekört.

Los ging es bei der Oldenburger Körung gleich mit einem Quartett von Ampere-Söhnen, alle wurden gekört. Hoch in der Publikumsgunst stand ein aus einer Holsteiner Mutter v. Lorentin gezogener Dunkelbrauner, der nicht nur aufgrund seines silbergesträhnten Schweifs ein Hingucker war. Der Hengst hat seine Hausaufgaben – immer schön hoch die Beine – bei Vorführer Eckhard Wahlers gelernt, und er war wohl Klassenprimus. Er erhielt ebenso eine Prämie wie auch der erste Hengst des Quartetts v. Ampere-Royal Diamond.

Amperes väterlicher Halbbruder (beide v. Rousseau) Zack beschloss mit zwei Söhnen das 41-köpfige Lot. Der vom Gestüt Blue Hors ausgestellte Braune v. Zack-Sandro Hit-Solos Carex, ein Däne aus dem Stamm der Doppel-Weltmeisterin Fiontoni, hatte schon gestern an der Longe seine Bewunderer gehabt. Und frei wanderte dieser hochaufgeschossene Braune mit extrem aktivem Hinterbein dann im Trab erst so richtig los! Das gab Szenenapplaus. Wenn prominente schwarze Hengste das gesehen haben, dann wissen sie, dass die Sache mit dem Vorderbein erst mit analog arbeitendem Hinterbein so richtig für Ekstase sorgt. Auch der zweite Zack-Sohn wurde gekört und ein Zack-Enkel v. Sezuan. Das konnte aber kaum jemand im Publikum verstehen.

Fürstenball mal vier

Gleich 13 Hengste kamen aus der Linie des Florestan (4 x über Fürst Romancier, 3 x über Fidertanz, fünfmal über Fürstenball). Vier Fürstenball-Söhne, ein nicht zum Verkauf stehender Foundation-Sohn aus der Zucht des Paul Schockemöhle Gestüts Lewitz sowie ein geschmackvoller Sohn aus dem ersten Jahrgang des ehemaligen Körsiegers Follow Me wurden gekört. Außerdem noch ein auffälliger Fuchs v. For Romance-Dormello. Der sehr vom Muttervater geprägte geschorene Dunkelfuchs war der vielleicht am kadenziertesten trabende aller Hengste. Im Schritt musste man leichte Abzüge machen, was die allerletzte Großzügigkeit anbelangt, aber in Trab und Galopp hat er den gewissen Champion-Look. Eine Prämie war ihm sicher. Ebenso wie zweien von den Fürstenball-Kindern. Der eine hat eine Quattro B-Mutter und wurde von Johannes Westendarp ausgestellt. Der andere geht mütterlicherseits auf Sandro Hit zurück und wurde vom Zuchthof René Tebbel präsentiert.

 

Debütanten

Mehrere Hengste präsentierten ihren ersten Jahrgang, etwa Doppelbundes-Bundeschampion Escolar, der gerade für das Finale des Nürnberger Burgpokals absagen musste – das Gestüt Sprehe stellte einen großen, kräftigen braunen in Westfalen gezogenen Sohn aus, der elastisch trabte, sich unter dem Reiter aber von hinten noch ein bisschen schließen sollte. Er wurde gekört, stand aber nicht zum Verkauf. Auch der Gribaldi-Sohn Grey Flanell debütierte. Ein elastischer, keck drein blickender Dunkelbrauner aus einer Don Schufro-Mutter erhielt die Deckerlaubnis.

Stark vertreten war der holländische Dressurzweig des großen Holsteiner Landgraf, über Krack C v. Flemmingh. Gekört wurden je ein Sohn der Vivaldi-Söhne Desperado und Livaldon sowie ein direkter Vivaldi-Nachkomme, der auch eine Prämie erhielt (Mutter v. Donnerschwee). Auch Hollands Vererberlegende Jazz war über Bretton Woods, um den es sportlich derzeit ruhiger geworden ist, zweimal vertreten. Beide, aus Müttern v. Fürstenball und Sternkönig (letzterer mit übersichtlichen Raumgewinn im Schritt), dürfen nach dem Leistungstest 2017 in den Deckeinsatz gehen.

Und schließlich: Kein Oldenburg ohne Donnerhall! Fünfmal stand De Niro im Pedigree, zweimal davon über Desperados, der zweitgleich in Stuttgart Zweiter im Grand Prix wurde. Diese beiden, abstammend von Destano und Descolari, wurden nicht gekört. Ein De Niro-Sohn und zwei Hengste, die von ihrem Erzeuger Danciano geprägt waren und zu den auffälligeren Pferden zählten, wurden gekört. Beide hatten eine Sandro Hit-Mutter. Der, den die Klausing GbR geschickt hatte, erhielt zudem die siebte Prämie des Lots.

Außerdem noch ein Novum: Sandro Hit, der zwar in vielen Pedigrees auftauchte, bekam diesmal keinen Nachfahren aus väterlicher Linie gekört. Es war aber auch nur einer, ein mächtiger San Amour-Sohn angetreten.

Morgen wird aus dem Lot der Prämienhengste der Siegerhengst erkoren.

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