OS-Körung: Springpferde aus dem weltweiten Sport dominierten die Abstammungen

Große Namen beherrschten das Körlot des Springpferdezuchtverbandes Oldenburg International (OS). Kaum einer der Väter, der nicht schon international am Start war. Das gilt auch für den Siegerhengst v. Diamant de Semilly, der für 220.000 Euro verkauft wurde.

Fünf der 13 gekörten Springhengste wurden ins Prämienlot gebeten. Wie in der gesamten Kollektion der 32 angetretenen Hengste war hier eine große Abstammungsvarianz gewährleistet. Die Hengstbegründer Almé (über Balou du Rouet), Capitol (über Christian), Darco (über Dallas), Grand Veneur (über Diamant de Semilly) und Stakkato (über Stakkato Gold) waren vertreten. Diese Stammväter waren auch unter den anderen acht gekörten Hengsten vertreten, darüberhinaus die Linie des Cor de la Bryere (über Cador, Casall und Cellestial) und Furioso II über seinen Sohn Voltaire. Der stellte einen eleganten Oldenburger, der aus einer Lordanos-Mutter gezogen wurde, aber nicht ins Prämienlot kam.

Nachdem es im letzten Jahr ein Malheur gegeben hatte, mussten die Hengste weniger hoch springen. Bei der Vorauswahl habe man die Kandidaten in der dann weniger lauten Hallenatmosphäre aber entsprechend getestet, hieß es. Einige Hengste hatte aber doch das sprichwörtliche Vogelfutter gefressen und zeigten einen Respekt vor den Stangen, der über das natürliche Verhalten hinausging. Da wurde geraunt im Publikum, auch gepfiffen.

Einen Gewaltsatz hatte der spätere Siegerhengst bei seinem ersten Durchlauf durch die die Sprunggasse gemacht. Der schien aber tatsächlich der Hallenatmosphäre geschuldet. Denn anschließend zeigte der Braune v. Diamant de Semilly-Quidam de Revel (Z.: Michael Kotter, Tettenweis) wohl überlegtes Springen mit viel Vermögen. Dass er mit Pilot und Landgraf nach den zwei französischen Spitzenvererbern auch noch zwei deutsche Linienbegründer in den folgenden Generationen verzeichnete, unterstrich sein züchterisches Potenzial. Der Hengst wurde für 220.000 Euro nach Nordrhein-Westfalen versteigert und soll auf der Station von Paul Schockemöhle sein Zuchtdebüt geben.

Reservesieger wurde ein geschmeidiger Fuchs v. Baloubet du Rouet-Arpeggio (Z.: Dr. Jobst Hartmann, Itzehoe), ein Vollbruder zu Mario Stevens’ Brooklyn, der in diesem Jahr eine bestechende Saison hatte. Dieser Balou du Rouet-Sohn wusste nicht nur über Hindernissen, sondern auch an der Longe und in der Bewegung zu gefallen. Stets im Gleichgewicht und locker durch den Körper in jeder Bewegungsphase. Er wurde für 100.000 Euro an eine Besitzergemeinschaft versteigert und wird nun „doppelter“ Landbeschäler. Er wird im mecklenburgischen Redefin und dem niedersächsischen Celle zum Einsatz kommen.

Im Oldenburgischen wird der an dritter Stelle rangierte Hengst zukünftig wirken, auf der Station Böckmann, wo er auch zur Welt gekommen ist. Der Schwarzbraune lachte über jede Höhe. Sein Vater Christian v. Cartani ist ein Sohn der Mannschaftsweltmeisterin 1994, Taggi v. Landgraf, und wurde von Sören von Rönne gezogen. Die Mutter des Prämienhengstes, Avienna v. Last Liberty, hat eine Halbschwester zum Hengst Cordalmé zur Mutter – Spitzengenetik von allen Seiten.

An vierter Stelle sah die Körkommission einen von Mario Stevens ausgestellten Niederländer v. Dallas-Cantos. Dieser Darco-Urenkel war anfangs unkonzentriert, wurde dann aber von Mal zu Mal besser. Er fand über die Auktion für 80.000 Euro neue Besitzer in der Ukraine.

Der fünfte im Quintett der Prämienhengste, ein auffallend vorsichtiger Brauner v. Stakkato Gold-Classiker (Z.: Uwe Hannöver, Garrel) – ein echtes Hengstmodell mit runder Bascule, schnellen Beinen und guten Bewegungen – wurde von der Station Sprehe für 110.000 Euro ersteigert. Im Durchschnitt kosteten die acht verkäuflichen Springhengste 88.125 Euro.

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

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