Sporttest in Münster-Handorf: Höchstnoten für Caracciola MT und Deville

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Abstammung ist nicht alles: Beim Sporttest in Münster-Handorf konnte heute ein Hengst mit seiner Dressurveranlagung überzeugen, der auf dem Papier eigentlich Springpferd ist. Und der auch schon in dem Bereich sein Talent unter Beweis gestellt hat.

Vom 24. bis 26. April wurden in Münster-Handorf die Vererber von morgen auf ihre sportliche Eignung unter dem Sattel geprüft. Bei den dressurbetonten Hengsten ging die Tages-Höchstnote an ein junges Talent, das sich bereits vor zwei Jahren für die Springpferdezucht empfehlen konnte. Insgesamt waren 18 Dressurhengste am Start, allerdings konnten nicht alle vor den Augen der Prüfungskommission bestehen. Vier Hengste fielen ganz aus. Anders war das Bild bei den Springern: Hier gab es keinerlei Abbrüche zu verzeichnen. Und nur zwei der 16 springbetonten Hengste schafften es nicht, eine Endnote von 7,5 oder höher zu erreichen.

Dressurbetonte Hengste

Caracciola MT v. Chin Champ-Calido I sicherte sich mit der Endnote 8,39 die Abteilung der Fünfjährigen. Der Schimmelhengst erhielt eine glatte 9,0 für den Galopp und die Rittigkeit. Auch bei seinem 14-Tage-Test in Neustadt/Dosse hatte der Prämienhengst 2016 bereits überzeugt: Mit einer 8,6 als Gesamtnote wurde er dort Springsieger. Vorgestellt wurde der Prämienhengst vom Gestüt Vorwerk, wo er auch momentan stationiert ist. Bei den Süddeutschen Hengsttagen in München-Riem wechselte der Hengst als teuerster Springer in den Besitz von Familie Max-Theurer aus Österreich. Caracciola ist übrigens nach einem überaus erfolgreichen Auto-Rennfahrer benannt – mal sehen, wie schnell seine Karriere nun Fahrt aufnimmt.

Auf Platz zwei landete Fürst Jazz (ehemals Inverness P) v. Fürst Romancier-Painted Black mit der Note 8,27. Als der Fuchshengst nach Deutschland auf die Hengststation Schockemöhle wechselte, erhielt er einen neuen Namen. Der KWPN-Hengst wurde 2015 in Redefin gekört, absolvierte bereits erfolgreich seinen 14-Tage-Test in Schlieckau und den Sporttest in Verden. Seit Herbst 2017 ist der niederländischen Kader-Dressurreiter Diederik van Silfhout für die weitere sportliche Förderung des Hengstes verantwortlich. Mit jeweils einer 8,5 erhielt er in Münster-Handorf die höchsten Bewertungen für seinen Trab und den Gesamteindruck.

Mit Sam v. Sezuan-Licotus (6,59), Fellini v. Berlusconi-Grafenstolz (7,14) und Feinrich v. Fürst Heinrich-Sir Donnerhall I (7,17) schafften es nicht alle Fünfjährigen, die 7,5 in der Gesamtnote zu erreichen. Zwei Hengste brachen den Sporttest vorläufig ab: Lemercier v. Lemberger-Fürst Heinrich wurde von seinen Ausstellern, dem Haupt- und Langestüt Marbach, zurückgezogen. Auch Hannoveraner Hengst Martinez v. Millennium-Laurentio blieb ohne Ergebnis. Allerdings wurde in diesem Fall die Prüfung von der Bewertungskommission abgebrochen.

Die vierjährigen Hengste

Sieben Kandidaten waren bei den vierjährigen Dressurhengsten am Start. Mit einer 7,75 setzte sich D’alessandro v. Don Frederic-Stedinger an die Spitze des Feldes. Mit der Note 8,0 konnt er vor allem im Trab überzeugen. Der Hannoveraner wurde 2017 in München-Riem gekört, ist jetzt auf dem Gestüt Gut Neuenhof stationiert. Knapp dahinter landete aufgrund der Note 5,5 für den Schritt Best Secret v. Belantis-Brandenburger. Deutlich stärker präsentiere sich der Schimmel vom Hof Kasselmann im Trab und Galopp – hier gab es jeweils eine 8,5. Das ergab unter dem Strich eine 7,66 für den Hengst.

Ohne erfolgreichen Sporttest mussten drei der sieben Hengste die Heimreise antreten: Mit der Endnote 7,04 scheiterte Quando Unico v. Quantensprung-Fidertanz vom Gestüt Sprehe an den Mindestanforderungen. Crimetime GT v. Chambretto GT-Placido Sun, ein Zuchtprodukt des Gestüts Tannenhof, musste die Prüfung auf Anweisung der Kommission hin abbrechen.

Auch Sensation v. Sir Heinrich-Casparino hat den Sporttest nicht beendet. Er wurde von der Besitzerin Dr. Kerstin Klieber vom Dressurstall Sandbrink zurückgezogen. Der Braune hatte schon seinen 50-Tage-Test in Adelheidsdorf aufgrund einer Verletzung abbrechen müssen. Damit hat er bislang noch nicht die erforderliche Eigenleistung gebracht, wurde aber als Deckhengst schon stark frequentiert. Auf ihrer Facebook-Seite schreibt die Besitzerin:

„Nach dem Kauf des Sir Heinrich – Casparino Sohnes auf der Körung 2016 war die Nachfrage so groß, dass wir gemeinsam mit dem Dressurleistungszentrum Lodbergen entschieden haben, ihn der Züchterschaft zur Verfügung zu stellen. (…) Derzeit sind wir im Gespräch mit diversen Parteien und werden die Züchter auf dem Laufenden halten wie es mit dem Hengst und den Nachkommen weitergeht.“

Dr. Kerstin Klieber betont, dass sie hinter dem Hengst stünden und dass seine bisherige Nachzucht „überragend“ sei.

 

Springhengste

Bei den springbetont gezogenen Hengsten konnte mit der Höchstnote 8,73 der vierjährige Deville v. Dantos-Veron glänzen. Er hatte die Körung 2016 in Westfalen als Reserve-Siegerhengst Springen verlassen und wechselte anschließend von Aufzüchter Mathieu Beckmann ins Landgestüt Warendorf. Den Sporttest in Münster hatte der Hengst auf Wunsch seines Managements Anfang Februar 2018 abgebrochen. Nun trat er mit einem neuen Reiter an, Hendrik Zurich. Unter ihm erhielt Deville jeweils eine 9,0 für den Galopp und die Rittigkeit sowie eine 8,8 im Bereich Vermögen.

Drei Söhne von Holsteiner Verbandshengst Casall konnten ihren Sporttest in Münster-Handorf erfolgreich abschließen. Mit einer 8,63, der zweitbesten Gesamtnote, wusste besonders Cantosano überzeugen. Der braune Hengst aus einer Cassini I-Mutter erhielt für die Rittigkeit die beste Note aller Teilnehmer: Eine 9,4. Auf der Hengststation Böckmann stationiert, soll Cantosano dieses Jahr erstmalig in den Deckeinsatz gehen. Auch Carbol v. Casall-Quidam de Revel (8,22) und Castle Creek v. Casall-Carthago (8,56) schicken sich an, in die erfolgreichen Fußstapfen ihres Vaters zu treten.

Bei den Vierjährigen reichte es lediglich für Come to win, einem Sohn des Cornet Obolensky, notenmäßig noch nicht ganz. Die Prüfer bescheinigten dem Schimmelhengst von Toni Haßmann zwar Talent am Sprung (8,3 fürs Vermögen und 7,9 für die Manier), allerdings drückten eine 5,5 für die Rittigkeit und den Gesamteindruck den Notendurchschnitt auf 7,30.

Fünfjährige Springhengste

Fünf lautete nicht nur das Alter der Prüflinge in der zweiten Abteilung: Es waren auch nur fünf Hengste am Start. Das beste Ergebnis erhielt Zuccero D’Hyrencourt v. Zandor-Elanville. Eine 8,45 stand am Ende für den Belgier zu Buche. Besonders im Galopp (8,6) und mit seinem Vermögen (8,5) konnte der Stationshengst von Gestüt Sprehe überzeugen. Dahinter reihte sich Chubakko v. Connor-Colman mit der Note 8,39 ein. Der Schwarzbraune konnte bereits seinen 14-Tage-Test bestehen und überzeugte bei seinem Veranlagungstest in Marbach so sehr, das Landoberstallmeisterin Dr. Astrid von Velsen-Zerweck ihn noch für die laufende Decksaison anpachtete.

Bei den fünfjährigen Springern verfehlte Cidrock v. Aerobic-Balou de Rouet das Leistungsziel. Er erhielt in Münster-Handorf die Endnote 7,34.

Alle Ergebnisse vom Sporttest in Münster-Handorf finden Sie hier.

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