Westfalenkörung 2015: Siegerhengste von Don Juan des Hus und Arpeggio

 

Springpferde: Füße weg

Respekt hatten sie alle vor den Stangen, die Springhengste der Kollektion zeigte nahezu durchgehend zu Beginn des Freispringens Gewaltsprünge, mitunter krampfig. Am Ende schälten sich 15 Hengste heraus, die nun einer Karriere als Deckhengst entgegensehen. Auf den Endring wurden drei Hengste gebeten. Der Siegerhengst, ein typvoller Arpeggio-Cornet Obolensky-Sohn (Z.: Michael Fliß, Nottuln) machte ein rundum souveränen Eindruck. Der mit einer räumenden Galoppade ausgestattete Braune, der locker durch den Körper trabte, spielte mit den Anforderungen – „immer nach dem Sprung suchend“, beschrieb Zuchtleiter Treu den Hengst, dem er „große Abgeklärtheit“ attestierte. Die letzte Euphorie entfachte er bei den Käufern nicht. Für 70.000 Euro wechselte er laut Auktionator Richter zu Paul Schockemöhle.

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Die beiden anderen Endring-Hengste/Springen hingegen kosteten sechsstellige Summen. Der Reservesieger, ein Westfale v. Dantos (v. Cantos-Numero Uno) aus einer Tangelo van de Zuuthoeve-Mutter, brachte ein internationales Pedigree und mächtige Sätze mit. Zu Beginn des Freispringens war er reichlich aufgedreht und sprang die Kombination in-out – ohne dabei einen Fehler zu machen. Am Schlussoxer unterlief ihm einmal ein Springfehler mit dem Hinterbein, die Rekation ließ nicht auf sich warten. Für 135.0000 Euro wurde er an Alexander Onischenko verkauft. Er wird als Pachthengst zunächst im Landgestüt Warendorf, das sich noch andere Hengste sichern konnte, wirken. Der zweite Reservesieger, ein mit blitzschnellem Vorderbein ausgestatteter Stakkato Gold-Cornet Obolenksy-Sohn (Z.. Jan Sprehe, Löningen), gelangte für 155.000 Euro nach Moskau. Die Mutter dieses Braunen verdient das Prädikat „Superstute“ – sie brachte mit ihrem 2013 geborenen Sohn den dritten gekörten Sohn in Folge. 2012 wurde ihr Sohn Coupie v. Coupe de Coeur Springsieger in Westfalen, im vergangenen Jahr landete Sir Obolensky v. Stakkato Gold auf dem dritten Rang. Zuchtleiter Wilken Treu brachte es treffend auf den Punkt, als er sagte, dass „man hier jeglichen Superlativ benutzen“ dürfe, um das Springtalent des Hengstes zu beschreiben.

Weitere Prämienhengste stammten von Firth of Lorne, Los Angeles und Comme il faut ab. Dieser unter Marcus Ehning erfolgreiche Westfale stellte die meisten gekörten Söhne: ein Trio erhielt das OK, darunter auch ein Prämienhengst.

Aus der Gruppe der Hengste, die auf den Linienbegründer Cor de la Bryère zurückgingen (insgesamt neun von 19 gekörten Springhengsten), gelangte ein formschöner und vermögend springender Hannoveraner Check In-Stakkato-Sohn für 105.000 Euro ins Haupt- und Landgestüt Marbach. Das niedersächsische Landgestüt Celle ersteigerte bei den Dressurhengsten einen überragend galoppierenden Dimaggio-Coriander-Sohn und einen Fuchs v. Dream Boy. Staatsbediensteter in Moritzburg wird ein vermögender Springhengst v. Coronas-Lavaletto.

Weitere Infos unter www.westfalenpferde.de