Kolik beim Pferd: Alarmstufe rot!

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Bei einem wälzenden Pferd im Zweifel lieber einmal mehr hinschauen. (© Jacques Toffi - www.toffiimages.de)

Eine Kolik kann schnell gefährlich werden, wenn nicht rechtzeitig gehandelt wird. Das Schmerzempfinden der Pferde ist vielfältig und individuell, genauso wie die Anzeichen – also lieber einmal zu viel hinschauen.

Das Pferd wälzt sich ungewöhnlich hin und her – legt sich hin, steht aber kurz danach wieder auf und legt sich auf die andere Seite. Fast als würde es nicht wissen wie es liegen soll. Was aussieht als würde es die „richtige Schlafposition“ suchen, kann auf eine gefährliche Kolik hindeuten. Jetzt heißt es schnell handeln und die Ursache abklären.

Was ist eine Kolik und wie entsteht sie?

Das passiert im Magen-Darm-Trakt

Mögliche Ursachen einer Kolik

Anzeichen und Symptome erkennen

Erste Hilfe: was tun bis der Tierarzt kommt?

Die Behandlung durch den Tierarzt

Das ist nach einer Kolik zu beachten

Vorbeugen mit richtiger Fütterung & Homöopathie

Was ist eine Kolik und wie entsteht sie?

Unter dem Sammelbegriff Kolik versteht man bei Pferden jede Art von Bauchschmerzen. Koliken können mehrere Ursachen haben und betreffen nicht nur bestimmte Pferderassen oder Alter. Vom Fohlen bis zum erwachsenen Pferd kann es jeden Vierbeiner erwischen. Wie die Kolik beim Pferd im Einzelfall entsteht, hängt davon ab, welche Ursache der Kolik zugrunde liegt. Beispielsweise können auch Probleme der Blase und bei Stuten des gynäkologischen Bereichs Schmerz und Koliksymptome auslösen. Der Tierarzt kann jedoch schnell herausfinden, wo die Wurzel des Übels sitzt. Es gibt Pferde die besonders anfällig für Koliken sind. Bei Ihnen kann das vegetative Nervensystem labil sein. Auch angeborene Engpässe im Darm kommen vor. Unnatürliche anatomische Formen im Bauchraum, in denen sich der Darm verfangen kann, sind ebenso möglich. Als mögliche Spätfolge von starkem Wurmbefall in jungen Jahren kann sich ebenso eine hohe Kolikanfälligkeit darstellen, da durch die Würmer und Wurmlarven die Darmwände nachhaltig Schaden genommen haben können.

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Das passiert im Magen-Darm-Trakt

Viele Koliken sind die Folge eines Darmkrampfes. Dieser kann bei Irritationen des vegetativen Nervensystems entstehen. Es ist für die automatisch ablaufenden Prozesse im Körper verantwortlich ist (z.B. die Darmtätigkeit). Im Bereich des Verdauungstrakts ist es anfällig für Störungen.

​Tritt eine Störung auf, werden die peristaltischen Wellen (Darmbewegung) im Pferdedarm zunächst häufiger und intensiver. Andere Darmteile spannen und verkrampfen sich. Der Krampf dehnt sich aus, bis der Darm nicht mehr arbeitet. Das Pferd kann nicht mehr äppeln, der Kot staut sich an. Tiermediziner sprechen von einem spastischen (krampfbedingten) Darmverschluss. Daraus können sich dann verschiedene Kolikarten entwickeln. (Beispielsweise unterscheidet man in Anschoppungskolik, Blasenkolik, Verstopfungskolik, Gaskolik, Blähungen, Darmverlagerung wie Darmdrehung, Darmverschlingung oder Darmeinklemmung).

​Das Gegenstück hierzu ist der mechanische Darmverschluss. Dieser entsteht, wenn der Darm sich verlagert und sich z.B. am Milz-Nieren-Band aufhängt. Der Darm wird dann sozusagen stranguliert, der Darminhalt kann nicht über die entstandene Engstelle weiterbefördert werden. Von einem mechanischen Darmverschluss ist außerdem die Rede, wenn durch unnormal intensive Darmbewegungen Futterreste etc. von einem weiten in einen engeren Darmtrakt gedrückt werden und dort für eine Verstopfung sorgen

​Eine weitere Möglichkeit, die zu einem Darmkrampf führen kann, sind Durchblutungsstörungen im Darm (z.B. durch Blutgerinnsel in den Darmarterien oder wandernde Strongylidenlarven in den kleinsten Gefäßen der Darmwand). Der Darm wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Je nachdem, wie ausgedehnt die Durchblutungsstörung ist, kommt es zu mehr oder weniger starken Krämpfen. Die Folge kann ein Darmverschluss sein, Dauerkrämpfe oder stark gespannte Bewegungen des Darms. Die meisten Koliken sind einer Variante der Darmkolik zuzuordnen.

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Die Kolik entsteht im Magen-Darm-Trakt des Pferdes

Der Magen-Darm-Trakt des Pferdes in der Übersicht. (© Lucie Deinzer St.GEORG)

Mögliche Ursachen einer Kolik

Die Ursachen einer Kolik beim Pferd können vielfältig sein. So kann beispielsweise Stress einen entscheidenden Auslöser darstellen. Bei Stress reagiert das vegetative Nervensystem sofort und versetzt das Pferd in Fluchtbereitschaft. Die Botenstoffe Adrenalin und Noradrenalin werden ausgeschüttet. Das Blut wird in Sekundenschnelle in die Beine gepumpt. Dem Verdauungsapparat steht damit gleichzeitig weniger Blut zur Verfügung und die Verdauung wird beeinträchtigt. Außerdem kann es durch den raschen Blutentzug zu einem Darmkrampf kommen. Wenn man daher weiß, dass das Pferd häufig stressigen Situationen ausgesetzt ist (z.B. Turnier- oder Showpferde), sollte man den Verdauungsapparat durch eine entsprechende Ernährung unterstützen. Das vegetative Nervensystem ist die körpereigene „Schaltzentrale“ für automatisch ablaufende Prozesse wie die Atmung oder auch die Darmtätigkeit.

Störfaktoren

Alle „Störfaktoren“, die diese Steuerung durcheinander bringen und für die besonders der Darm anfällig ist, sind mögliche Kolikursachen. Insbesondere Wetterwechsel haben bei manchen Pferden einen starken Einfluss. (Schwülwarme Luft-Fronten, Kaltluft-Fronten, sehr starke Sonneneinstrahlung und große Hitze z.B. bei Föhnwetter im Alpenvorland). Bereits 1929 haben Wissenschaftler in Wien einen Zusammenhang zwischen Koliken und feinsten Luftdruckveränderungen gesehen, die auftraten, ehe zehn bis zwölf Stunden später eine Westwetterfront aufkam. Weitere häufige „Störfaktoren“ sind: Überanstrengung, unregelmäßige Arbeit und Erkältungen. Eine seltene, aber ebenfalls mögliche Ursache ist eine Bewegungseinschränkung in der Wirbelsäule. Dazu erklärt Tierärztin und Chiropraktikerin Inga Peveling, früher als Partnerin in der Praxis Moffatt & Peveling tätig und jetzt im Münsterland selbstständig: „Das vegetative Nervensystem entlang der Wirbelsäule steuert die Funktion der Organe, auch die des Magen-Darm-Traktes. Werden die Nerven z.B. durch eine Funktionsstörung der Wirbelsäule irritiert, sind die Signale, die sie an „ihr“ Organ senden, fehlerhaft. Es kann zu einer Über-oder Unterfunktion kommen.“

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Anzeichen und Symptome erkennen

Pferde reagieren individuell unterschiedlich auf Schmerzen. Wie stark das Pferd seinen Schmerzen Ausdruck verleiht, sagt nichts darüber aus, ob es sich um eine gefährliche oder vergleichsweise harmlose, leichte Kolik handelt. Manche Pferde setzen auch etwas Kot ab oder fressen sogar ein bisschen. Trotzdem kann es sich um eine gefährliche Verstopfung handeln. Meistens sind eine oder mehrere folgender Verhaltensweisen Hinweise auf Bauchschmerzen, dann sollten die Alarmglocken beim Pferdebetreuer schrillen:

  • Das Pferd frisst sein Pferdefutter nicht, äppelt nicht und setzt keinen Urin ab
  • Das Pferd sieht sich häufig zum Bauch um
  • Es stampft ungewöhnlich mit dem Bein auf oder tritt sich gegen den schmerzenden Bauch
  • Das Pferd ist teilnahmslos und liegt zu ungewöhnlichen Zeiten
  • Manchmal beobachtet man hundeartiges Sitzen oder längeres auf dem Rücken liegen
  • Das Pferd scharrt, bekommt Schweißausbrüche oder Kreislaufstörungen. Auch Atemstörungen können auftreten.
  • Flehmen, unruhiges Umherwandern, Hinwerfen und heftiges Wälzen sind ebenfalls sehr häufig Kolikanzeichen
  • Zu starke (ja, auch die!) oder zu geringe Darmgeräusche geben ebenfalls Aufschluss über eine mögliche Kolik

Die Arbeit des Pferdedarms ist hörbar: Ein gesunder Darm klingt auf der linken Seite rollend und gluckernd. Auf der rechten Seite ist in regelmäßigen Abständen ein sprudelndes Geräusch zu hören, das entsteht, wenn der Futterbrei aus dem Dünn- in den zum Dickdarm gehörenden Blinddarm schießt. Bei einer Störung im Magen-Darm-Trakt verändern sich diese Geräusche oder setzen aus.

Jede Kolik ist individuell

Was die Zuordnung von Symptomen zu einer bestimmten Kolikform angeht, warnt Dr. Gertjan Zeeuw, Fachtierarzt für Pferde mit Partnerschaft in der Pferdeklinik Seester, vor Verallgemeinerungen: „Jede Kolik ist als Individuum anzusehen und unter Berücksichtigung des Gesamtbildes entsprechend zu beurteilen und zu behandeln. Und zwar rechtzeitig durch den Tierarzt!“

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Bei einer sofort den Tierarzt rufen und Erste-Hilfe-Maßnahmen ergreifen.

Bei einer Kolik heißt es immer: sofort handeln! © akf – Fotolia

Erste Hilfe: was tun bis der Tierarzt kommt?

Häufig stellt sich als erstes die Frage, ab wann man den Tierarzt rufen sollte. Auch, wenn es womöglich nur ein leichtes Unwohlsein ist, sollte man nicht zu lange damit warten, rät Dr. Zeeuw. Bei den ersten Anzeichen einer Kolik, gilt es, sofort zu handeln. Die Zeitspanne bis die ersten Gegenmaßnahmen getroffen und Medikamente verabreicht werden können, ist von großer Bedeutung. Zeit spielt also eine sehr wichtige Rolle gerade in der Frage, ob ein Pferd bei einer schweren Kolik zu retten ist oder nicht.

Sofortmaßnahmen

Bis der Tierarzt vor Ort ist, sollten schon einmal die sogenannten PAT-Werte bestimmt werden (Puls, Atmung, Temperatur). Tipp: Einen Zettel mit den normalen Ruhewerten ihres Pferdes in den Spind hängen. Diese kann man dem Tierarzt am Telefon mitteilen und er den Ernst der Lage besser einschätzen.


PAT-Werte beim Pferd

Als grobe Regel gilt für ein erwachsenes, gesundes Pferd, das nicht gerade gearbeitet hat:

28 bis 40 Pulsschläge pro Minute

8 bis 16 Atemzüge pro Minute

37,5 bis 38,2 Grad Celsius Körpertemperatur


Futter weg bei Kolikverdacht!

Jegliche Aufnahme von Futter oder Wasser unterbinden! Am besten führt man das Pferd in der Reithalle. Hier kann es sich wälzen und hinlegen, ohne sich selbst oder andere zu verletzen. Das Führen hält den Kreislauf in Schwung, bis der Tierarzt kommt und regt die Darmtätigkeit an.

„Von der Annahme, dass das Wälzen bei einer Kolik eine Darmverschlingung provoziert, ist man inzwischen größtenteils abgerückt“, berichtet Dr. Gertjan Zeeuw. Meistens seien Darmkrämpfe die Ursache für Koliken, bei denen ohnehin bereits die Gefahr einer Verschlingung bestünde. Manchmal drehe der Darm sich beim Wälzen sogar zurück. Jedenfalls verschafft sich das Pferd beim Wälzen Erleichterung. Doch Achtung: Man sollte darauf achten, dass es sich oder andere dabei nicht gefährdet. Grundsätzlich besteht die Gefahr, dass das Pferd nicht mehr aufstehen will. Dann unbedingt immer wieder zum Aufstehen motivieren. Wichtig ist auch den Kot- bzw. Harnabsatz zu beobachten. Tipp: Lieber an der Longe als am Führstrick führen, so dass man beim Wälzen einen gewissen Sicherheitsabstand gewährleisten kann.

Eine rechtzeitige Überprüfung, ob Auto und Anhänger für einen eventuellen Transport in die Tierklinik zur Verfügung stehen, ist für den Fall der Fälle ratsam.

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Die Behandlung durch den Tierarzt

Der Tierarzt wird häufig als Sofortmaßnahme krampflösende und schmerzstillende Mittel spritzen. Da Koliken sich meistens aus einem Darmkrampf entwickeln, können die Medikamente schon ausreichen, um die normale Darmtätigkeit wieder in Gang zu setzen. Wenn das Pferd auf die Medikamente nicht reagiert, hilft nur eine Kolikoperation. Dann heißt es aufladen und ohne Verzögerung in die Klinik fahren.

Wichtiges Hilfsmittel: Nasenschlundsonde

Mit der Nasenschlundsonde wird der Zustand des Magens überprüft. Dazu wird ein langer dünner Schlauch durch die Nüstern über den Kehlkopf und die Speiseröhre bis in den Magen geschoben. Der Mageninhalt hilft dem Tierarzt bei der Diagnose. „Saure“ Magenflüssigkeit wäre normal, alkalische Flüssigkeit hingegen besteht aus Verdauungssäften. Diese stammen aus dem Dünndarm und werden zurück in den Magen gegossen, wenn es einen „Stau“ im Dünndarm gibt. (Beispielsweise wenn ein Darmteil abgeknickt ist.) Dieser Fall ist lebensgefährlich, da sich die Magenklappe beim Pferd nur in eine Richtung öffnen kann. (Das ist auch der Grund, weshalb Pferde sich nicht übergeben können). Die Flüssigkeit sammelt sich demnach so lange im Magen an, bis er platzt und das Pferd stirbt. Der Magen kann so über die Nasenschlundsonde „ausgepumpt“ und entlastet werden.

Bei einer Verstopfungskolik wird die Nasenschlundsonde ebenfalls eingesetzt. „Über die Sonde gelangt Paraffinöl in den Darm. Da dieses Mineralöl nicht vom Körper aufgenommen wird, weicht es den Kot auf. Bei ganz starken Verstopfungen geben wir noch Glaubersalz, das in hohen Maßen abführend wirkt“, erklärt die Tierärztin Britta Lohmann, die bis 2015 in der Tierklinik in Telgte während ihrer Fachtierarztausbildung viele Kolikpatienten betreut hat und seitdem wieder zurück in einer Tierärztlichen Praxis in Süddeutschland tätig ist.

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Das ist nach einer Kolik zu beachten

Besonders wichtig ist in der Fütterung nach einer Kolik viel gutes Heu, da die Pferde mit dem Heu auch automatisch viel Wasser aufnehmen. Diese Kombination hängt beim Pferd unmittelbar zusammen. Nach einer Kolik sollte man das Pferd auch vorerst in der Box auf Späne umstellen und das Kraftfutter auf mindestens drei Mahlzeiten verteilen. Alles nach Absprache mit dem Tierarzt und in kleinen Portionen.

Kraftfutter, Möhren, Öl & Medikamente

Das Kraftfutter sollte sowieso nur nach dem Raufutter gegeben und auf mindestens drei Mahlzeiten pro Tag verteilt werden. Bei einem Kolikpatienten in der Erholungsphase ist diese Speiseabfolge unumgänglich! Unterstützend kann, wie bei fast jeder anderen Krankheit auch, Mash, gequetschter Hafer, Müsli mit wenig Pellets und einmal täglich eine Tasse Leinöl über das Kraftfutter gegeben werden. (Keine anderen Öle! Sie können die mikrobielle Aktivität im Darm reduzieren oder stören!) Möhren und einmal täglich ein Medikament, das die Darmflora unterstützt (z.B. Plantaferm), sollten ebenso auf den Speiseplan des Pferdes gehören. Absolut tabu sind hingegen Leckerlies!

Reiten nach einer Kolik

Nach einer normalen Kolik, die erfolgreich zu Hause behandelt werden konnte, ist die Rekonvaleszensphase normalerweise relativ kurz. Das heißt, dass nach einer kurzen Ruhepause zur Erholung, die tägliche Trainingsintensität beim Reiten langsam wieder gesteigert werden kann. Meistens beginnt man mit dem Reiten so, dass man über zwei bis drei Tage hinweg die Bewegung wieder an das normale Trainingspensum anpasst.

Man sollte auch hier jedoch immer mit dem behandelnden Tierarzt Rücksprache halten, welches Maß sinnvoll ist!

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Auch homöopathisch kann man gegen Koliken vorbeugen.

Zur Kolikvorbeugung kann man auch homöopathische Wirkstoffe einsetzen. © Johanna Mühlbauer – Fotolia.com

Vorbeugen mit richtiger Fütterung & Homöopathie

Wichtig um Koliken zu verhindern, ist die richtige Ernährung. Es gilt grundsätzlich, was eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist: Viel Heu und nur einwandfreies, sauberes Futter! (Kein Staub! Kein Schimmel! Keine Fäulnis!)

Grundbedürfnis Heu

Heu, so viel das Pferdeherz begehrt, ist das beste Mittel, um Magen-Darm-Erkrankungen vorzubeugen, denn die Darmflora des Pferdes ist von Natur aus darauf ausgerichtet, Heu zu verdauen. Ehe ein Happen Heu geschluckt wird, kaut das Pferd etwa 36 Mal, bei Hafer hingegen schluckt es die doppelte Menge nach durchschnittlich nur zwölf Mahlbewegungen. Das Kauen fördert die Speichelproduktion – der Beginn eines jeden Verdauungsprozesses – und unterstützt so die ungestörte Verdauung, denn für eine normale Nahrungsverarbeitung muss der Mageninhalt ausreichend mit Magensaft (u.a. Speichel) getränkt sein. Bei leicht aufnehmbaren Futtermitteln, die das Pferd hastig und schnell schlucken kann (pelletiertes Kraftfutter, Getreide, aber auch kurzes, geschnittenes Gras oder Raufutter), besteht die Gefahr einer Schlundverstopfung, Magenüberladung oder auch einer Verstopfung!

Futterumstellungen

Bei einer Futterumstellung (wie z.B. Anweiden im Frühjahr) gilt es den Verdauungstrakt langsam an die veränderte Futtersituation zu gewöhnen. Um die Dickdarmflora zu unterstützen, kann Bierhefe (20 bis 30 Gramm für ein erwachsenes Pferd) oder gekochter und aufgequollener Leinsamen gefüttert werden. Öle mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren (z.B. Distel- oder Sonnenblumenöl), 50 bis 100 Milliliter täglich für erwachsene Pferde, haben ebenso positive Auswirkungen auf das Verdauungssystem. Durch die Pektine aus eingeweichten Trockenschnitzeln (100 bis 150 Gramm), lassen sich die Mikroorganismen im Dickdarm versorgen, die das Raufutter verarbeiten. Rübenschnitzel müssen immer ausreichend lange einweichen und mit stärkehaltigen Futtermitteln (junges Gras, Äpfel, Brot) muss man sparsam umgehen, sonst gibt es Blähungen!

Weizenkleiehaltiges Mash (max. 200 Gramm Kleie pro 100 Kilogramm Pferdegewicht, aufgequollen), sollte nicht ausschließlich und nicht täglich gefüttert werden. Mash sollte nicht zu heiß sein, besonders, wenn es draußen kalt ist. Bei chronischem Durchfall hingegen (schwierig zu behandeln) hat sich bei Pferden schon mal Naturjoghurt, Dick- oder Buttermilch bewährt. Neben der richtigen Ernährung gilt es Koliken zu verhindern, indem man dem Pferd neben dem Training möglichst viel ruhige Bewegung verschafft und möglichst wenig Stress bereitet.

Zahnkontrolle

Besonders wichtig ist auch die regelmäßige Kontrolle der Zähne – die Verdauung beginnt mit dem Kauen des Futters! Die Pferdeäpfel geben ebenfalls Aufschluss über die Ernährung und Futterverwertung im Darm des Pferdes. Die Äpfel sollten gut geballt, glatt und glänzend braun sein, ohne unangenehm zu riechen. Alle Anteile, die länger als 20 Millimeter sind, geben Hinweis darauf, dass das Pferd sein Futter nicht richtig verwertet (Zähne kontrollieren!). Strohfasern sollten nicht enthalten sein!

Homöopathische Unterstützung

Tierheilpraktikerin Monika Heike Schmalstieg ist zwar auch der Ansicht, dass bei einer Kolik der Tierarzt gerufen werden muss, allerdings hat sie auch umfassende Erfahrungen, wie Homöopathie sehr gut zur Kolik-Vorbeugung einzusetzen ist:

„Vorbeugen kann man auch auf homöopathische und pflanzliche (phytotherapeutische) Weise, z.B. bei Sandkoliken durch Floh-oder Leinsamen-Gaben. Gegen stressbedingte Krampfkoliken wirken manuelle Verfahren oder homöopathische Konstitutionsmittel wie Argentum Nitricum. Gegen futterbedingte Blähungen helfen Fenchel, Kümmel und Zimtöl, alles Bestandteile, die auch in der Lösung Colosan® enthalten sind. Nux Vomica oder Spascupreel® vet können bei einer Krampfkolik oder Blähungskolik behandlungsbegleitend gegeben werden.

Aber Vorsicht: Auch homöopathische Mittel sind oft dopingrelevant! Fragen Sie einen Tierheilpraktiker.“

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© Info: Verwendung von Texten der Autorin Dominique Wehrmann

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