Unterstützer im Fellwechsel bei Pferden: Bierhefe und Co. füttern

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Eine Kur mit Lebendhefe kann helfen, den Darm zu unterstützen. (© www.slawik.com)

Wenn die Tage wieder länger werden und die Sonnenstunden zunehmen, stellt sich der Fellwechsel ein. Für den Organismus bedeutet diese Zeit Stress pur. Um das Pferd optimal zu unterstützen, kann die Fütterung von Bierhefe, Leinsamen oder Kieselgur helfen.

Mit Beginn der Sonnenwende gegen Ende Dezember stellt sich der Organismus schon langsam auf den Fellwechsel ein. Denn die Tageslichtlänge nimmt zu und das ist das ausschlaggebende Signal für den Haarwechsel. Gleiches passiert andersherum ab Juni, wenn die Tage wieder kürzer werden. Beide Phasen, sowohl die Bildung eines neuen Deckhaars als auch die von Unterwolle und längerem Deckhaar, bedeuten Schwerstarbeit für den Pferdekörper.

Erhöhter Energiebedarf

Es scheiden sich die Geister, welcher Haarwechsel anstrengender ist. Fakt ist allerdings, dass in beiden Phasen der Energiebedarf steigt und vor allem der an Eiweiß. Da während des Winterfellwechsels noch Weidezeit ist, kann man davon ausgehen, dass der erhöhte Eiweißbedarf im Sommer besser gedeckt ist als im Winter. Auch das Immunsystem ist oft noch geschwächt vom Winter und deshalb sprechen einige Gründe dafür, dass der Haarwechsel aufs Sommerfell anstrengender sein kann. Je nach gesundheitlicher Verfassung kann sich der Fellwechsel von einigen Wochen bis zu Monaten hinziehen.

Mit Vitalstoffen unterstützen

Ob ältere oder gesundheitlich angeschlagene Pferde oder auch einfach so, mit Zusatzfutter kann der Organismus unterstützt werden. Dabei lässt die Vielfalt an Maßnahmen keine Wünsche offen. Doch oftmals werden wahllos Mittelchen in die Krippe gekippt, ohne vorher mit einem Tierarzt gesprochen zu haben. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte zunächst ein Blutbild machen lassen, bevor ein Zusatzfutter gegeben wird. Wir haben eine Übersicht zusammengestellt, welche Vitalstoffe häufig das Mittel der Wahl sind und was für sie spricht.

Allheilmittel Bierhefe?

Ob Lebendhefe oder Bierhefe, Hefe im Allgemeinen ist gut für den Magen-Darm-Trakt von Mensch und Tier. Es wirkt entschlackend, beruhigend und stabilisiert gleichzeitig die Darmflora. Das hat positive Auswirkungen auf das Immunsystem und gleichzeitig enthält Bierhefe essentielle Aminosäuren, also Aminosäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann, aber braucht. Sie bilden die Grundstoffe für Eiweiße. Und davon hat der Körper im Fellwechsel einen erhöhten Bedarf. Das in Bierhefe enthaltene Biotin, Zink, Eisen und Folsäure trägt außerdem einen Teil zum glänzenden Fell bei.

Bei Lebendhefe handelt sich um lebende Mikroorganismen, die auch die körpereigene Vitamin B-Produktion anregen und den nachhaltig den Verdauungsapparat stabilisieren.

Kieselgur für eine bessere Hautstruktur

Kieselgur enthält Silicium und der Stoff ist ein wesentlicher Bestandteil für Knochen, Haut und Horn. Eine Kur mit Kieselgur kann also sowohl bei Huferkrankungen wie Mauke zum Einsatz kommen, als auch bei der Unterstützung des Fellwechsels, denn der Stoff macht die Haut widerstandsfähiger und entlastet damit gleichzeitig das Bindegewebe. Außerdem bindet Kieselgur Toxine, die über den Urin bzw. Kot ausgeschieden werden.

Entzündungshemmer Leinöl

In der menschlichen Ernährung haben Leinsamen sich mittlerweile längst etabliert. Denn sie besitzen einen hohen Anteil an Eiweiß, Selen, Aminosäuren und Ballaststoffen. Außerdem gehören die enthaltenen Öle zu den Omega-3-Fettsäuren, die wiederum entzündungshemmend wirken. Das hat auch einen positiven Einfluss auf die Haut, die sich besonders im Fellwechsel leicht entzünden kann. Besonders bei Ekzemern kann Leinöl Entzündungen eindämmen. Im Gegensatz zu Bierhefe und Kieselgur, kann kaltgepresstes Leinöl dauerhaft zugefüttert werden. Einzig was man bei der Fütterung beachten sollte, ist die Energiezufuhr, denn schon wenig Öl enthält viel Energie.

Rechtzeitig zufüttern

Wichtig ist, dass man nicht erst mit der Zufütterung beginnt, wenn der Fellwechsel richtig im Gang ist, sondern schon, wenn der Körper sich anfängt auf den Prozess vorzubereiten. Als Anhaltspunkte kann man dafür die Sonnenwenden nehmen. Das sind der 21. Juni, dann werden die Tage kürzer und der Winterfellwechsel setzt langsam ein, und der 21. Dezember, anschließend werden die Tage wieder länger. Ein Irrglaube ist, dass Pferde, die geschoren sind, es leichter im Fellwechsel haben. Die Haare sind zwar kürzer, werden aber trotzdem durch neue ersetzt.

Eine besondere Handhabung im Fellwechsel benötigen ältere Pferde und Cushing-Patienten.

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