Zinkmangel? Beim Pferd ein häufiges Problem!

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Damit kein Zinkmangel entsteht, sollte die individuelle Ration alle Nährstoffe enthalten. (© www.slawik.com)

Brüchige Hufe, stumpfes Fell? Krankheiten oder auch ein scheinbar harmloser Zinkmangel können hierfür in Frage kommen. Zink ist aber nicht nur für Horn, Haut und Haar wichtig, sondern spielt auch eine wichtige Rolle für den Stoffwechsel des Pferdes.

Ein Zinkmangel kommt beim Pferd recht häufig vor. Dabei ist Zink auch beim Pferd von zentraler Bedeutung für Gesundheit und Wohlbefinden. Das Spurenelement Zink beeinflusst Wachstum, Struktur und Qualität von Horn, Haut und
 Haar bzw. Fell. Es ist wichtig für die Fruchtbarkeit und sorgt auch für die Regeneration des Epithels (Deck-­ und Drüsengewebe) in Haut und Schleimhäuten. Außerdem ist es für viele Enzyme, die am Kohlenhydrat-­ und Eiweißstoffwechsel beteiligt sind, unentbehrlich.

Anzeichen und Symptome eines Zinkmangels

Sehr oft äußert sich ein Zinkmangel beim Pferd durch Haut- und Fellprobleme. Die Anzeichen für einen Mangel an Zink sind beispielsweise borkige Auflagerungen und Verdickungen der Haut oder auch Haarausfall. Hinzu kommt ein erhöhtes Infektionsrisiko für Hautkrankheiten. So neigen Pferde mit Zinkmangel zum Beispiel zu Pilz. Umgekehrt unterstützt Zink den Heilungsprozess der Haut. Daher werden Zinksalben auch zur Behandlung schlecht heilender Wunden eingesetzt, manchmal in Kombination als Lebertran-Zinksalbe.

Probleme beim Fellwechsel müssen ebenfalls nicht immer auf das Cushing­ Syndrom hindeuten, sondern können auch auf eine Unterversorgung mit Zink hinweisen. Eine Blutuntersuchung kann hier aufklären, was die wahre Ursache ist.

Am Huf wird ein Zinkmangel häufig an brüchigem Hufhorn mit mangelhafter Hornqualität sichtbar. Hier werden oft Zusatzfuttermittel zum normalen Pferdefutter eingesetzt, die in Kombination mit Zink das zu den B-Vitaminen gehörende Biotin enthalten, da auch dieses Vitamin im Zusammenspiel für Horn, Haut und Fell wichtig ist. Übrigens können Fruchtbarkeitsprobleme durch einen Mangel an Zink entstehen.

Zink und Selen im Zusammenspiel

Genauso wie Zink ist Selen an vielen Stoffwechselprozessen beteiligt. Besonders beim Einfluss auf die Fruchtbarkeit, die Leberentgiftung, die Schilddrüsenfunktion und das Haar- bzw. Fellwachstum gibt es Überschneidungen. Häufig ist es ratsam, mit dem Tierarzt ein Blutbild des Pferdes aufzustellen und zu analysieren. Anhand dessen kann man Klarheit über die einzelnen Werte gewinnen, beispielsweise einen Selenmangel ausschließen oder andere Mängel aufdecken, so dass ganz gezielt ergänzt und behandelt werden kann.

Bioverfügbarkeit von Zink: Pellets, Pulver oder Flüssig?

Mittels eines hochwertigen Mineralfutters kann man bei Pferden diesen Zinkmangel gut ausgleichen. In welcher Form die Pferde die Mineralien am besten aufnehmen, also ob als Pulver, Flüssigkeit, Pellets oder was auch immer, ist bislang wenig erforscht worden.

Fütterungsexpertin Dr. Petra Wolf ist da ganz pragmatisch: „Hauptsache, das Pferd frisst’s!“ Eine Regel gibt 
es allerdings schon: Am besten nimmt der Körper Sulfatverbindungen auf. Etwas weniger gut kann er Chloride und am schlechtesten Oxyde verwerten. Wobei die organischen Verbindungen den anorganischen Verbindungen aufgrund der hohen Bioverfügbarkeit vorzuziehen sind.

So wird beispielsweise Zink in Form von Zinkchelat, Zinksulfat, Zinkchlorid und Zinkoxyd in Zusatzpräparaten verwendet. Das Etikett mit den Inhaltsstoffen verrät daher auch dem Laien, der um die Resorption weiß, ob die Mineralstoffe gut oder weniger gut beim Pferd ankommen, also wie hoch die Bioverfügbarkeit ist.

Der Bedarf der Nährstoffe wird über die Verdauung des Pferdes automatisch gesteuert. Wenn der Bedarf gedeckt ist, so wird die Aufnahme der Spurenelemente wie Zink, Kupfer, Mangan und auch Eisen verringert und beispielsweise Stoffe wie Jod oder Selen werden über die Nieren ausgeschieden.

Diese Anpassung des Bedarfs eines Spurenelementes erfolgt umso früher, je höher die Bioverfügbarkeit ist. Eine hohe Bioverfügbarkeit heißt 
also nicht, dass der Körper die Spurenelemente verstärkt nutzt. Es bedeutet vielmehr, dass sobald der Bedarf an dem Spurenelement Zink gedeckt ist, auch organisches Zink die Qualität von Pferdehuf und Fell nicht noch weiter verbessern kann.

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Weizenkleie enthält zwar Zink, aber in einer schwer verwertbaren Zusammensetzung. (© oxie99 - Fotolia)

Zinkbedarf und Wechselwirkungen

Der Bedarf des Pferdes an Zink liegt etwa um 35 Milligramm pro Kilogramm Futter-TS (Trockensubstanz). Allerdings gibt es bestimmte Situationen, die einen Mehrbedarf erfordern. Beispielsweise bei hohen Gehalten an Phytinsäure im Futter, wie aus Getreide und Getreidenachprodukten (z. B. Kleie). Auch 
ein erhöhter Kupfer-­ und Calciumgehalt in der Futterration erfordert einen höheren Zinkbedarf.

Zink- und Kupferwert stehen in direkter Beziehung zueinander. Das heißt, dass sie sich auch gegenseitig bedingen. Um einen Zinkmangel auszugleichen, kann man zwar hoch dosierte Zusatzmittel (beispielsweise als Zink Kur) geben, da die Toleranz gegenüber erhöhten Zinkgehalten im Futter (bis 500 mg/ kg Futter­TS) hoch ist, aber Vorsicht: Bei zu viel Zink wird gleichzeitig auch mehr Kupfer benötigt, da es sonst wiederum zu einem zeitgleichen Mangel dieses Spurenelements kommen kann.

Insbesondere bei heranwachsenden Fohlen kann 
es bei zu hohem Zinkgehalt zu einem Kupfermangel kommen, was verkürzte Sehnen und Osteochondrosen zur Folge haben kann. Bei tragenden Stuten kann es so zu einem Zinküberschuss in der Leber des Fötus kommen. Ein Zinküberschuss kann also einen Kupfermangel hervorrufen.

Zink in der Entgiftung des Pferdes

Fehlende Spurenelemente können auch auf eine Vergiftung hinweisen. Zink ist beispielsweise für die Unterbrechung des Darm- Leber-Kreislaufs verantwortlich. Dr. Susanne Weyrauch erklärt: „Im allgemeinen zirkulieren verschiedene Substanzen von der Leber zum Darm und zurück 
in die Leber und das teilweise über zehnmal am Tag. Durch die Bindung dieser Substanzen an Spurenelemente wie zum Beispiel Zink wird eine Wiederaufnahme in die Leber verhindert und der störende Stoff kann über den Darm entgiftet werden.“

Ist zu wenig Zink im Organismus vorhanden, können die Toxine und Giftstoffe nicht gebunden werden und bleiben im Körper.

 

© Info zur Verwendung von Texten der Autoren Dominique Wehrmann und Sabine Brückner

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