Tessa Frank ist norddeutsche Berufsreiterchampionesse

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Dressur (© Toffi)

Beim Schenefelder Dressurfestival wurde das norddeutsche Championat der Berufsreiter Dressur ausgetragen – in einem neuen Modus. Tessa Frank ließ sich zum zweiten Mal zur Championesse küren.

In Schenefeld sah man dieses Jahr ein norddeutsches Berufsreiterchampionat nicht wie gewohnt mit zwei Qualifikationsprüfungen, in denen sich drei Teilnehmer für das Finale qualifizieren und im Finale dann sowohl auf ihrem eigenen als auch auf den beiden Pferden der Konkurrenz mit fünf Minuten Vorbereitungszeit eine Sonderaufgabe zeigen müssen. Im neuen Modus, der als Pilotprojekt gestartet ist, wurde im Finale (Sonderaufgabe S**) nur eine Runde geritten, auf einem zugelosten Fremdpferd und mit 20 Minuten Vorbereitungszeit. In der Endabrechnung wurden schließlich beide Qualifikationen (die zweite 1,5fach) und das Finale (zweifach) gewertet.

Die meisten Punkte für Tessa Frank

Dressurausbilderin Tessa Frank, die in Timmerloh bei Hans-Jürgen Armbrust (Niedersachsen) gelernt hat und dort auch mittlerweile wieder stationiert ist, sammelte in den drei Prüfungen am meisten Punkte. Qualifiziert hatte sie sich neben Stella Charlott Roth mit Echt Stark und Anne Torp Madsen auf Siegfried.
Tessa Frank saß auf Denver, einem 13-jährigen Hannoveraner Wallach v. Del Piero, mit dem sie Platz zwei (70,614 Prozent) und vier (69,211) in den beiden Qualifikationsprüfungen S* und S** belegte. Im Finale wurde der 35-Jährigen dann Siegfried zugelost. Die beiden zeigten die beste Runde des Finales – die einzige ohne Wechselfehler, flüssig und harmonisch. Dafür gab es 71,129 Prozent – das bedeutete den Sieg im Finale und der Gesamtsieg im Berufsreiterchampionat wie schon 2015. „Der neue Modus ist für die Pferde deutlich angenehmer“, so das Fazit der Siegerin. „Sie müssen nur eine Runde gehen und auch für die Reiter ist es angenehmer, weil wir 20 Minuten Zeit haben, um uns auf das Pferd ,einzufummeln‘. Natürlich gehört etwas Glück dazu, welches Pferd man zugelost bekommt. Ich hatte heute sehr großes Glück.“
Der veränderte Prüfungsablauf stieß auf allgemeine Zustimmung, auch bei den anderen beiden Finalistinnen. Eine Überlegung ist nun, ob man ihn noch dahingehend modifiziert, dass im Finale  beide Fremdpferde geritten werden, um den Wettkampf noch fairer für alle Beteiligten und trotzdem pferdefreundlicher zu gestalten. Als „getestet und für gut befunden“ stuft auch Wolfgang Schierloh aus dem Veranstaltertrio den Modus ein, ist sich jedoch sicher, dass es noch die eine oder andere „Stellschraube“ zur weiteren Verbesserung gibt. Dieser Test habe auf jeden Fall eine gute Grundlage geliefert, um das Championat neu weiter zu entwickeln.

Dänin stellt bestes Pferd

Der zwölfjährige Oldenburger Siegfried v. Sieger Hit wurde zum besten Finalpferd gekürt. Seine Reiterin Anne Torp Madsen, die zum ersten Mal ein Finale mit Pferdewechsel ritt, landete in der Endabrechnung auf dem dritten Platz, sie war schon mit Siegfried in den Qualifikationen jeweils Dritte (70,570/70,570) geworden. Im Finale saß sie auf Stella Charlott Roths schicken, sensiblen Stute Echt Stark (66,183 Prozent). Die beiden gaben ein schönes Paar ab, lediglich in den Wechseltouren kam es zu Irritationen und in den Traversalverschiebungen nach rechts verkantete sich die Stute im Genick. Die 44-jährige Dänin, die für einen deutschen Reitverein startet, hat auf dem Grönwohldhof bei Karin Rehbein gelernt, 2007 die Prüfung zur Pferdewirtschaftsmeisterin abgelegt und ein Stipendium bei Reitmeister Hubertus Schmidt absolviert. Seit 2018 ist ihre Wirkungsstätte der Reitstall Kirchhof nördlich von Hamburg.

Stella Roth echt stark

Auf Platz zwei landete Stella Charlott Roth, die mit der zehnjährigen Oldenburger Stute Echt Stark v. Royal Highness angetreten war und in den Qualifikationen Fünfte (68,904) bzw. Zweite (71,798) wurde. Die Finalrunde, auch für sie eine Premiere, bestritt sie mit Tessa Franks Denver und kam auf 67,151 Prozent. Die 31-Jährige, die mit Sebastian Heinze trainiert, hat dieses Jahr ihre Pferdewirtschaftsmeister-Prüfung erfolgreich absolviert. Gelernt hat sie bei Reitmeisterin Dorothee Schneider und parallel ein Wirtschaftsstudium abgeschlossen. Sie blieb sechs Jahre auf Gestüt St.Stephan, bevor sie sich 2015 selbstständig gemacht. Geprägt wurde sie auch von Hans Riegler, Johnny Hilberath und Klaus Balkenhol, sowie von Armin Schäfer jr. im Bereich Springen.

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