Dressur-Nachwuchs-EM Vidauban: Drei Juniorinnen auf dem Treppchen, knappe Kiste bei den Jungen Reitern

Symbolbild (© www.toffi-images.de)

Besser geht’s nicht lautet das Fazit, mit dem die deutschen Junioren der Altersklasse U18 heute bei den Europameisterschaften in Vidauban ihre Einzelwertung beendeten – dreimal Schwarz-Rot-Gold auf dem Podium. Wenn auch nicht in der Reihenfolge, die viele vielleicht erwartet hatten. Bei den Jungen Reitern lag die Spitze dicht beieinander. Doch zu guter Letzt sprang auch hier eine Medaille für Deutschland heraus.

Vielleicht die Runde ihres Lebens, zumindest aber diejenige, mit der sie zum größten Erfolg ihrer bisherigen Laufbahn ritt, präsentierten die gefühlvoll einwirkende und geschmeidig sitzende Rheinländerin Hannah Erbe (16) auf ihrem Carabas-Sohn Carlos den Richtern und Zuschauern in Vidauban. Sie erhielt dafür 78,026 Prozent. Dass sie damit als drittletzte Starterin unter den Medaillenträgern sein würde, war zu erwarten. Aber noch fehlte Semmieke Rothenberger, die sowohl gestern die Mannschaftswertung, als auch alle Sichtungen inklusive dem Preis der Besten mit ihrer dänischen Gribaldi-Tochter Geisha für sich entschieden hatte. Doch die ansonsten in Sachen Aufgaben reiten kaum zu übertreffende noch nicht ganz 16-Jährige leistete sich einen teuren Wechselfehler, der die Gesamtwertung auf 77,579 Prozent drückte. Damit war Hannah Erbe – übrigens die älteste von drei Dressur reitenden Schwestern, die beiden jüngeren Zwillinge Helen und Linda sind noch im Ponysport unterwegs – Gold sicher. Rothenberger wurde die Silbermdaille umgehängt. Bronze ging an die Mannschaftskollegin Paulina Holzknecht, die morgen ihren 17. Geburtstag feierte und sich mit ihrem erfahrenen Wells Fargo ein vorzeitiges Geschenk machte. Sie hatten 75,553 Prozent erhalten. Die vierte deutsche Reiterin, Kristin Biermann auf dem KWPN-Wallach Zwetcher wurde mit 74,132 Prozent Sechste.

 

Überlegener Holländischer U21-Sieg

Wie schon in der Teamentscheidung wurde es auch beim Kampf um die Einzelmedaillen in der Altersgruppe U21 spannend – wobei die Siegerin einen deutlichen Vorsprung herausreiten konnte. Spannend war es aus deutscher Sicht schon allein wegen der Startzeiten, da alle vier deutschen Reiterinnen im letzten Block der Prüfung dran waren. Vivien Niemanns Don Vertino ging nicht ganz in der üblichen Selbstverständlichkeit, da die Einzelentscheidung auf einem anderen Platz ausgetragen wurde, als die Mannschaftwertung. Die neue Umgebung mag den Don Frederico-Sohn irritiert haben. Dennoch konnte Niemann ihn auf Kurs halten und erntete dafür 72,105 Prozent. Dass das nicht für ganz vorne reichen würde, war absehbar, es wurde Rang sieben. Claire Louise Averkorn und ihr Contendro-Sohn Condio B wurden mit 74,053 Prozent Fünfte. Die Dritte im Bunde war Bianca Nowag auf der Stute Fair Play. In Wiesbaden hatten sie in der Sichtungsserie die Kür klar für sich entscheiden können und waren auch ansonsten im Vorfeld immer vorne platziert gewesen. Dabei war es des Öfteren zu einem Duell zwischen ihr und der dreifachen Europameisterin der Junioren aus dem Vorjahr gekommen, Anna-Christina Abbelen und Fürst on Tour. Das entschied heute einmal mehr Bianca Nowag für sich. Sie und ihre Stute konnten sich – vielleicht ohne den Druck des Mannschaftsergebnisses im Rücken – noch einmal steigern und kamen auf insgesamt 75,553 Prozent. Am Ende war das die Silbermedaille. Das Duell mit Abbelen blieb aus. Ihr unterlief ein Missgeschick im starken Trab, wo „Fürsti“ angaloppierte. Mit 72,921 Prozent waren sie und Fürst on Tour in der Endabrechnung trotzdem noch Sechste.

Die Goldmedaille sicherte sich die Holländerin Dana van Lierop, die schon im Pony- und Juniorenlager zahlreiche EM-Medaillen gewinnen konnte, fünf davon in Gold. Heute kam also noch eine weitere hinzu, nachdem sie mit der Oldenburger Stute Walkuere (v.Romanov-Donnerschwee) nach der Mannschafts- auch die Einzelwertung für sich entschied, diesmal mit 77,447 Prozent. Die Schwedin Marina Mattsson kam dicht dran an die Silbermedaillengewinnerin Nowag. Mit erhielt mit ihrem schwedisch gezogenen Don Primero-Romadour II-Sohn Double Diamond II 75,289 Prozent.

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