Dressurteam das erste Mal im Stadion

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Es ist immer ein bisschen mit Herzklopfen verbunden, wenn die Pferde das erste Mal ins Stadion dürfen: Wie gehen sie mit der Situation um? Wie kommen sie mit der Atmosphäre zu recht? Und: Was macht die Konkurrenz? Letztere Frage war einfach zu beantworten, Great Britain und Germany folgten aufeinander. Da hatten alle die direkte Konkurrenz vor Augen.

Bundestrainerin Monica Theodorescu guckt zufrieden, das kann sie auch sein. Das deutsche Quartett hat sich im großen Stadion, das die Reiter und Pferde heute das erste Mal für eine halbe Stunde zum Training nutzen durften, gut präsentiert. Alle vier Pferde zeigten sich mehr oder weniger unbeeindruckt von der Atmosphäre.
Während die Briten auf dem Viereck reiten durften, hatten die Deutschen eine Viertelstunde Gelegenheit außen herum zu reiten. Die Zeitspanne bevor dann auch die deutsche Equipe ihre 15 Minuten auf dem Prüfungsviereck hatten nutzte jede Reiterin anders. Fabienne Lütkemeier ritt zunächst mit D’Agostino viel Schritt. Helen Langehanenberg bevorzugte zunächst vor allem Galopp. Verstärkungen, ein paar fliegende Wechsel, dann immer wieder Traversalverschiebungen. Damon Hill zeigte sich gut, zufrieden und wurde immer wieder mit Galoppsprüngen im leichten Sitz für seine konzentrierte Arbeit belohnt.
Isabell Werths Stute Bella Rose sah man nicht eine Sekunde an, dass sie erstens gerade einmal zehn Jahre alt ist, und zweitens in Caen den neunten Grand Prix ihrer Karriere und den ersten Championatseinsatz absolvieren wird. Die Stute war wach, aber konzentriert. Werth ritt viele Tempounterschiede, mal ganz versammelt, dann wieder frisch nach vorn, im Trab wie im Galopp.
Kristina Sprehes Hengst Desperados wirkte äußerlich souverän, brauchte aber nach Aussage der Bundestrainerin ein paar Minuten, um zur gewohnten Losgelassenheit zu finden. Kristina Sprehe arbeitete den Rappen deswegen zunächst auf gebogenen Linien, nahm immer wieder die Zügel in eine Hand und lobte den De Niro-Sohn hinter der Schabracke. Das gefiel dem Hannoveraner offenkundig, der immer lockerer und besser wurde. Sprehe ist Montagvormittag die zweite deutsche Teamstarterin und wird um 11.37 Uhr im Viereck erwartet. Punkt acht Uhr erwarten die Richter Fabienne Lütkemeier als erste Reiterin der 7. Weltreiterspiele im Viereck.
Am Dienstag ist es Isabell Werth, die um acht Uhr den ersten Startplatz mit Bella Rose inne hat. Das deutsche Quartett komplettieren wird dann Helen Langehanenberg mit Damon Hill um 13.45. Uhr. Dann heißt es warten. Charlotte Dujardin und Valegro gehen als viertes britisches Paar um 17 Uhr ins Viereck. Letzte Reiterin für die Equipe der Niederlande ist Adelinde Cornelissen mit Parzival um 14.39 Uhr. Insgesamt wird es 100 Grand Prix-Ritte geben. Das Teamergebnis steht um 17.50 Uhr am Dienstag offiziell fest. Für die sieben Richter unter dem Vorsitz des Briten Stephen Clarke eine Mammutaufgabe. Eigentlich gibt es die Regel, dass internationale Richter lediglich 42 Reiter-Pferd-Kombinationen pro Tag richten dürfen. Eine Ausnahmeregel für die WEG 2014 wurde aber rechtzeitig beschlossen.

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