EM Oliva: Überlegener Mannschaftssieg der Dressur-Children, Lucie-Anouk Baumgürtel holt Einzeltitel der Junioren

Lucie-Anouk Baumgürtel und Hugo, nun Doppel-Europameister der Junioren

Lucie-Anouk Baumgürtel und Hugo, nun Doppel-Europameister der Junioren (© Mirka Nilkens)

Lucie-Anouk Baumgürtel knüpft bei ihrer ersten Junioren-EM nahtlos da an, wo sie bei den Ponys aufgehört hat: ganz vorn. Da fanden sich heute bei den Europameisterschaften der Nachwuchsdressurreiter in Oliva auch die deutschen Children wieder. Und zwar unangefochten.

Mit 250,452 Punkten setzte sich das deutsche Children-Quartett unter der Ägide von Caroline Roost gegen die Niederländer (228,084) und das russische Team durch (221,118). Die vier deutschen Reiterinnen belegten auch in der Einzelwertung der Prüfung die Plätze eins bis vier.

Bestes Paar der Prüfung waren die Championatsneulinge Lara Lattermann und ihre Oldenburger Boston-Tochter Soleil de la coeur H, die bereits gestern überragende 85,034 Prozent erhalten hatten. Und das bei ihrem erst zweiten internationalen Turnier nach den Future Champions.

Zweite waren Lotta Plaas und ihr 19-jähriger Trakehner Wallach Balsamico v. Hertug mit 82,884 Prozent. Clara Paschertz und Danubio, das einzige Paar, das auch im vergangenen Jahr bereits bei der EM im Team war (dasebenfalls Gold holte), kamen mit 82,534 Prozent aus dem Viereck, dem drittbesten Ergebnis.

Streichergebnis, aber als Vierte mit 79,692 Prozent dennoch besser als alle anderen Reiter der konkurrierenden Nationen waren Martha Raupach und der erst siebenjährige KWPN-Wallach Jack Sparrow, ein Sohn von Diederik van Silfhouts Expression.

Wiederholungstäterin Lucie-Anouk Baumgürtel

Als Lucie-Anouk Baumgürtel ihre ersten Europameisterschaften ritt, war sie zwölf und bei den Ponys unterwegs. Sie gewann damals dreimal Gold. Es folgten noch diverse weitere Medaillen und bei der EM 2020 in Pilisjaszfalu stellte sie sogar einen neuen Weltrekord in der Einzelaufgabe auf. Nun ist sie erstmals als Juniorin bei einer EM dabei und knüpft an ihre bisherigen Erfolge an.

Mit dem noch von Marcus Hermes ausgebildeten Hugo hatte Lucie sich in der Mannschaftsaufgabe nur der Britin Annabella Pidgley geschlagen geben müssen. In der Einzelaufgabe wendete sich das Blatt. Lucie ritt ihren neunjährigen Spielberg-Sohn mit all ihrer inzwischen gesammelten Routine zu starken 76,529 Prozent. Das bedeutete Gold und das zweite Mal die Nationalhymne bei dieser EM, nachdem sie und ihre Teamkameradinnen ja auch schon Mannschaftsgold gewonnen hatten.

Annabella Pidgley und der Hannoveraner Soliman-Sohn Sultan des Paluds, einst Silbermedaillengewinner bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde, wurden Zweite mit 75,382 Prozent und haben damit Geschichte geschrieben. Noch nie zuvor hat ein britisches Paar eine Einzelmedaille bei einer U18-Dressur-EM gewonnen. Schon in der Mannschaftsaufgabe fiel das Paar, das ja von Cathrine Dufour trainiert wird, durch Harmonie und exaktes Reiten auf.

Das gilt auch für den Bronzemedaillengewinner. Paul Jöbstl sorgte ebenfalls für einen geschichtsträchtigen Moment, als seit langer Zeit – wahrscheinlich seit Victoria Max-Theurers Junioren-Tagen – mal wieder ein Österreicher aufs EM-Treppchen stieg. Zu verdanken hat er das auch dem zwölfjährigen Hannoveraner Hengst Bodyguard v. Burlington, einst Finalist im Nürnberger Burg-Pokal mit Matthias Bouten. Die beiden passen perfekt zusammen und wurden von den Richtern heute mit 74,647 Prozent belohnt.

Damit ließen sie zahlreiche namhafte Paare hinter sich. Vierte war die Niederländerin Evi van Rooij auf ihrem KWPN-Hengst Don Tango v. Contango mit 74,50 Prozent. Platz fünf ging an den besten Dänen: Alexander Yde Helgstrand auf Grevens Sa Va v. Soprano (74,235).

Und die anderen deutschen Reiterinnen? Jana Lang und Baron waren mit ihren 72,912 Prozent an achter Stelle noch mit in der Platzierung. Kenya Schwierking und Cecil, die für Shona Benner und Brisbane nachgerückt waren, hatten 72,794 Prozent erhalten und waren damit Neunte – „einen raus“. Und Lena Merkt und Sarotti Mocca-Sahne, auch sie bisher noch unerfahren bei Championaten, belegten nach einer nicht ganz fehlerfreien Aufgabe mit 71,030 Prozent Rang 18.

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