Essen-Herbergen: 10er-Kandidaten, Belantis‘ Grand Prix-Premiere und mehr

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Der Millennium-Sohn Maracaná – hier daheim in Werder auf dem Paddock – hat sein altes Zuhause in Essen besucht und kräftig abgeräumt. (© www.toffi-images.de)

Auf der Reitanlage Sprehe gibt es dieses Wochenende großen Dressursport inklusive Grand Prix und Nürnberger Burg-Pokal Qualifikation. Den Anfang machten aber die Nachwuchspferde. Und auch hier gab es ein Wiedersehen mit alten Bekannten.

Den Anfang machten gestern die Reitpferde, bei denen die Sprehe-Pferde das Geschehen dominierten. Kristin Biermann, Tochter von Martina Biermann und Albert Sprehe, gewann die Prüfung auf dem dreijährigen, (noch?) nicht gekörten Oldenburger Hengst Mon Ami v. Marc Cain-Christ-Donnerhall zusammen mit Sprehe-Stallreiterin Simone Pearce (AUS) auf dem vierjährigen Oldenburger Hengst Dimaggio Black v. Dimaggio-Fürst Heinrich-Famos. Letzterer ist bereits gekört. Beide Hengste erhielten eine Gesamtnote von 8,5.

Rang drei sicherten sich Vanessa Crnadak und die vierjährige Hannoveranerin First Vienna v. Vitalis-First Dance mit 8,3.

Dressurpferde-A an Maracaná

Quasi eine Rückkehr nach Hause ist es dieses Wochenende für Gestüt Bonhommes fünfjährigen Millennium-Sohn Maracaná. Der war ja als Fohlen von der ZG Pleines in den Besitz des Gestüts Sprehe gewechselt, wurde dort auf seine Körung vorbereitet und dann an das Gestüt Bonhomme verkauft.

Von dort war er nun mit seiner Ausbilderin Lena Waldmann angereist und glänzte mit Topnoten in der Dressurpferdeprüfung Klasse A: 9,4 insgesamt, 9,5 für den Trab, 8,5 für den Schritt, 9,0 für den Galopp sowie jeweils die Höchstnote 10 für Durchlässigkeit und Gesamteindruck.

Ebenfalls „sehr gut“ war der Auftritt des BWP-Wallachs Powerpoint de Tamise v. Dark President-Sandro Song unter Andrea Müller-Kersten. Der Wallach überzeugte mit einer 9,5 im Schritt sowie jeweils der Note 9,0 in Trab, Galopp und Gesamteindruck. Für die Durchlässigkeit gab es die 8,5.

Rang drei holte Kristin Biermann mit dem fünfjährigen Oldenburger Hengst Delano v. Diamond Hit-Fielmann wieder ins Hause Sprehe. Die Gesamtnote: 8,4, wobei auch hier der Schritt „sehr gut“ war.

Doppelsieg in der Dressurpferdeprüfung Klasse L

Wie gestern bei den Reitpferden gab es auch heute in der Dressurpferdeprüfung Klasse L zwei Sieger, beide aus dem Oldenburger Zuchtgebiet, beide mit der Gesamtnote 8,5. Das war zum einen Friendship v. Follow Me-Statesman unter Veronika Steinhof. Er erhielt eine 9 für die Durchlässigkeit, je 8,5 in Trab, Galopp und Gesamteindruck sowie 8,0 im Schritt.

Sieger Nummer zwei war Go Twitter v. Grey Flanell-Sandro Song aus der Zucht und im Besitz des Gestüts Bonhomme, vorgestellt von Lena Waldmann. Hier gab es zweimal die 9, sowohl für den Gesamteindruck, als auch die Durchlässigkeit. Die Grundgangarten waren den Richtern die 8,5 im Trab und je 8,0 in Schritt und Galopp wert.

Platz drei holte der Sprehe-Hengst Diamond First v. Diamond Hit-Fürst Heinrich mit Simone Pearce im Sattel und der 8,4 auf der Anzeigentafel. Herausragende Grundgangart bei dem gekörten Oldenburger: der Galopp, der eine 9,5 erhielt.

Bundeschampionats-Finalist vorn

Die erste von zwei Dressurpferdeprüfungen Klasse M (eine für Sechs-, eine für Siebenjährige) wurde zur Beute des sechsjährigen Hannoveraner Hengstes Falihandro v. Fürstenball-Dancier unter Isabell Werths Stallreiter Niklaas Feilzer. Mit dem war Falihandro auch im vergangenen Jahr beim Bundeschampionat am Start gewesen und belegte Rang 13. Vierjährig hatte Janine Drissen ihn auf dem Reitpferdeviereck in Warendorf vorgestellt und war Vierte geworden.

Das jetzt war die zweite Dressurpferdeprüfung Klasse M für Falihandro, die er überzeugend mit 8,6 gewann. Jeweils die 9,0 gab es für Trab und Gesamteindruck, je 8,5 für Galopp und Durchlässigkeit und 8,0 für den Schritt.

Die zweithöchste Note von 8,4 erzielte in der Prüfung für die Sechsjährigen mit Dolciario ein weiterer Hannoveraner Hengst, den Eva Niklova für den Hof Kasselmann vorstellte.

Knapp geschlagen geben musste sich mit 8,3 der DSP-Wallach PBM Cosmopolitan v. Concetto-Larimar, der als Youngster Süddeutscher Reitpferdechampion geworden war. Anna-Catherine Schöffner reitet Cosmopolitan seit 2019, hatte ihn im Januar in Ankum bei seiner ersten Dressurpferde-M zum Sieg geritten und saß auch heute im Sattel.

Nur vier Paare waren in der Prüfung der Siebenjährigen am Start. Sieger wurde hier der Oldenburger Hengst Damiro v. De Niro-Sandro Hit unter Charlott-Maria Schürmann mit 7,8.

Platz zwei ging an den Bronzemedaillengewinner des Bundeschampionats 2019, den Holsteiner Hengst Caracciola MT unter Melanie Tewes. Als Sohn des Chin Champ aus einer Calido-Mutter ist er ja eher ein Exot auf dem Dressurviereck, überzeugte aber auch diesmal mit einer 7,6.

Den dritten Rang teilten sich zwei Pferde mit jeweils 7,5: der von Ann-Christin Wienkamp vorgestellte Westfale Finley v. First Selection-Ehrentusch und der Sprehe’sche DSP-Hengst Marc Cain v. Millennium-Don Primero mit Simone Pearce. Letzterer hatte dreijährig Silber beim Bundeschampionat gewonnen und war im vergangenen Jahr bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde am Start gewesen.

Belantis vor Grand Prix-Premiere

Schon neulich im St.GEORG Podcast hatte Isabell Werth erzählt, wie glücklich sie über die Entwicklung des einstigen Siegerhengstes, Bundeschampions und Vize-Dressurpferde-Weltmeisters Belantis ist.

Der bildschöne elfjährige Schimmel ist ja wegen einer Hodendrehung mittlerweile Wallach. Seine ersten Prüfungen mit Piaffe und Passage war er schon 2019 gegangen. Im April in Hagen wurde er Vierter in der Intermédiaire II, trat im Kurz-Grand Prix dann aber nicht mehr an. Einige Monate später belegte er bei der Louisdor-Preis Qualifikation auf Gut Ising zweimal Rang drei.

Dieses Wochenende soll der Benetton Dream-Sohn nun „richtig“ Grand Prix gehen. Am Sonntag um 11 Uhr ist es so weit. Zeitplan und Infos aus Essen finden Sie hier. Clip my Horse überträgt das Turnier live.