Frankfurt: L’Arbuste mit 50 Prozent Einsatz von Null auf Hundert im Louisdor-Preis Finale 2019

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Sieger im Louisdor-Preis 2019: Senta Kirchhoff und L'Arbuste (© von Korff)

In der Einlaufprüfung am Freitag für das Louisdor-Preis Finale von Frankfurt 2019 musste Senta Kirchhoff noch aufgeben, weil ihr L’Arbuste sich mit der Festhalle so gar nicht hatte anfreunden können. Heute erlebten Reiterin, Richter und Zuschauer einen verwandelten Favoriten, der seiner Rolle voll gerecht wurde.

Es war ein Louisdor-Preis Finale voller Überraschungen, positiven wie negativen. Hoch gehandelte Favoriten scheiterten, andere wuchsen über sich hinaus. Einer, der gewissermaßen beides war, Favorit und Überraschung, war der neunjährige Oldenburger L’Arbuste v. Skovens Rafael-Zardin Firfod aus der Zucht des Dänen Morten Plenborg, im Besitz der Equeco GmbH und vorgestellt von Senta Kirchhoff. Er gewann das Louisdor-Preis Finale 2019 vor dem Oldenburger Fiderdance v. Fidertanz-Don Schufro (Z.: Ekkehard Friedrich, B.: Gestüt Bonhomme) mit Lena Waldmann (72,3) und dem Rheinländer Rebroff v. Robespierrot-Oula Owl xx vom Hof Kasselmann mit Insa Hansen im Sattel (71,98).

L’Arbuste hatte mit Senta Kirchhoff die deutschen Farben auch schon auf Championatsebene vertreten. Das war vor zwei Jahren bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde in Ermelo, wo sie Platz sechs im Finale belegten. Danach war es erst einmal stiller geworden um den hoch eleganten Dunkelbraunen bis die Reiterin ihn im Frühjahr in Hagen in der Louisdor-Preis Qualifikation präsentierte – und prompt siegte. Schon damals war klar: Das ist ein hoch talentiertes Pferd. Seine Reiterin schwärmt: „Es gibt für ihn keine Grenzen.“

Naja, fast zumindest. Denn die Frankfurter Festhalle hat so ihre eigenen Gesetze und die wurden L’Arbuste am Freitag in der Einlaufprüfung zum Verhängnis. Der Wallach war so beeindruckt von der Kulisse, dass Senta Kirchhoff sich gezwungen sah, aufzugeben. Dementsprechend gespannt war man auf den Auftritt des Mitfavoriten heute im Finale.

Herein kam ein völlig anderes Pferd! Senta Kirchhoff trabte erst mal leicht, ließ ihn schauen und sich an die Atmosphäre gewöhnen. Aber das Pferd wirkte schon von Anfang an konzentriert und gelassen. Im Kopf seiner Reiterin war der Freitag aber wohl doch noch sehr präsent, denn im ersten starken Trab ritt sie noch sehr verhalten. Aber dann steigerten sie sich von Lektion zu Lektion mit fließenden Traversalen nach links und rechts in guter Stellung und Biegung. Die Piaffe-Passage-Touren gelangen recht rhythmisch, schwingend und losgelassen, die Übergänge mühelos. Allerdings müsste der Wallach in den Piaffen deutlicher Last aufnehmen und die Hinterhand unter den Schwerpunkt bringen.

Der starke Schritt war etwas gebunden. Die Galopptour begann er mit fehlerlosen, losgelassen durchgesprungenen Zweierwechseln. Es folgten geschmeidige, gut eingeteilte Zick-Zacks und spielerisch leichte Einerwechsel. Nach einer sehr schön ausbalancierten und gesetzten Linkspirouette war Senta Kirchhoff wohl schon so euphorisch, dass sie sich im Grand Prix Special wähnte und eine Reihe Einerwechsel einbaute, statt eines einzelnen Wechsels. Die Rechtspirouette war dann etwas eng und der Übergang zum versammelten Trab missglückte. Aber dann fingen die beiden sich wieder zelebrierten die Schlusslinie. Fazit: Alles in allem eine tolle Runde eines super eleganten Pferdes, das sich in jeder Phase bergauf und durch den Körper bewegt. Und da ist noch viel Luft nach oben, wie seine Reiterin sagt:

„Ihm fällt gar nichts schwer, der kann das im Schlaf, aber er hat noch nicht viele Turniere gesehen und dann war das Freitag einfach zu viel.“ Heute war ihm zwar nichts zu viel, aber: „Das war lange nicht das, was er zeigen kann! Ich weiß nicht, vielleicht waren es 50 Prozent, die wir hier heute gezeigt haben?“ Wie es dann wohl erst wird, wenn sie 100 Prozent geben!

Auch von Kommentator Dr. Dietrich Plewa gab es großes Lob, zum einen für die Reiterin, die es geschafft hat, den Wallach innerhalb von nur zwei Tagen, wieder so auf ihre Seite zu bekommen, zum anderen fürs Pferd: „Fällt schwer zu sagen, was besonders toll war, weil es war alles toll. Wir hatten eine Gänsehaut angesichts der Leichtigkeit. Diesem Pferd traue ich zu, eine ganz ganz große Karriere auf dem Grand Prix Viereck hinzulegen!“ Wie gesagt, einmal hat er die deutschen Farben ja schon vertreten …

Die Richter gaben dem Paar 73,220 Prozent. Doch bis klar war, dass sie damit den Louisdor-Preis 2019 gewonnen hatten, musste Senta Kirchhoff noch lange zittern. Sie und L’Arbuste waren das zweite Paar der Prüfung und die Favoriten kamen alle noch.

Favoritenstürze

Die taten der späteren Siegerin allerdings den Gefallen, Fehler an Fehler zu reihen. Beginnen wir mit den Siegern der Einlaufprüfung, Jessica von Bredow-Werndl und ihrem Hannoveraner Florencio-Lanciano-Sohn Ferdinand BB (Z.: Bernhard Sieverding), der wie Weltmeisterin Dalera im Besitz von Beatrice Bürchler-Keller steht und seit er dreijährig ist bei den Werndls in Aubenhausen ausgebildet wird. Am Freitag zeigten die beiden einen super korrekten Kurz-Grand Prix, den sie verdient gewannen. Doch heute wollte es ihnen nicht gelingen, an diese Vorstellung anzuknüpfen. Schon die Trabverstärkungen waren an der unteren Grenze und in der ersten Passage-Piaffe-Passage-Tour hatte „Ferdl“ Probleme, aus der Passage in den Piaffe-Rhythmus zu finden. Dann gab es noch eine Störung im starken Schritt, sonst eine der Stärken des Hannoveraners. Im Galopp kam die Kruppe hoch und auf der letzten Linie begann er zwar mit einer toll aktiven Passage und kam auch gut in die Piaffe, nur das Rauskommen gestaltete sich als schwierig.

Kurz: Es war nicht ihr Tag. Oder um es mit der Reiterin zu sagen: „Shit happens. Aber ich liebe ihn trotzdem!“ Und glauben tut sie sowieso an ihn. Dr. Dietrich Plewa tröstete: „Das ändert nichts daran, dass das Pferd alles hat, was man für den Grand Prix-Sport braucht.“ Heute wurde es Platz fünf mit 70,460 Prozent.

Soiree d’Amour

Zweite in der Einlaufprüfung war eine alte Bekannte geworden: die Oldenburger Stute Soiree d’Amour v. San Amour-Latimer mit ihrer Ausbilderin Kira Wulferding. Die reitet diese wunderschöne Rappstute  aus der Zucht von Maren Bergen (B.: Birgit Kalvelage) ebenfalls kennt seit sie dreijährig ist. Damals machte sie sie zur Bundeschampionesse. Es folgten weitere Bundeschampionatsauftritte und das Finale im Nürnberger Burg-Pokal 2017, wo sie Rang sieben belegte. Und nun sind sie also in der Königsklasse angekommen. Zumindest theoretisch. Denn dieses Jahr konnte Soiree d’Amour sich mit der Frankfurter Halle noch nicht so recht anfreunden.

Der erste starke Trab auf die Ecke bei F zu, war kaum gezeigt. Vor der Ecke sprang die Stute zur Seite. Im zweiten starken Trab demonstrierte die Stute aber wieder, was in ihr steckt. Die erste Passage war erhaben, aktiv, federnd und von bestechendem Gleichmaß. Sie kam auch gut in die Piaffe hinein. Diagonalität und Rhythmus waren gut, mehr Lastaufnahme wären wünschenswert. Dann kam die Schritttour. Im versammelten Schritt wurde Soiree d’Amour ungeduldig und zackelte an. Die Spannungen setzten sich vor allem in der Galopptour fort. Alles in allem überall super Ansätze, aber heute einfach zu viele Fehler. Platz elf mit 66,160 Prozent.

Dr. Dietrich Plewas Kommentar: „Das ist die Eleganz und Ästhtetik, die wir uns wünschen. Ein tolles Paar, auch wenn heute die letzte Harmonie gefehlt hat.“ Als „championatsreif“ bezeichnete er die Passagen und ergänzte, dass die zweite Piaffe erahnen ließ, „was da noch drin ist“. Ergo: Weitermachen!

Bluetooth

Als letztes Paar der Prüfung kam Publikumsliebling Ingrid Klimke mit Blue Tooth, der ja 2018 Dritter im Nürnberger Burg-Pokal Finale gewesen war. Angesichts dessen und dem vierten Platz in der Einlaufprüfung gehörte auch dieser Oldenburger Bordeaux-Sohn zum erweiterten Favoritenkreis und bei den Fehlern der Konkurrenz hätte er bei einer gelungenen Vorstellung sicherlich auch heute die Chance gehabt, sich unter die vorderen Platzierten zu mischen. Aber es hatte nicht sollen sein.

Dabei begannen die beiden gut: Trabverstärkung bergauf mit viel Schub, dabei eine lehrbuchreife leichte und doch stetige Anlehnung. Beim Umstellen zwischen den (tollen!) Traversalen guckte Bluetooth einmal, dadurch gab es eine kurze Taktstörung. Die Passagen zeigte der Wallach erhaben und recht aktiv. Die Piaffen waren allerdings recht hektisch und ließen den schwingenden Rücken vermissen, wobei Diagonalität und Rhythmus vor allem in der zweiten Piaffe gegeben waren. Dazu gesellten sich noch Wechselfehler, ein Versehen in den Zick-Zack-Traversalen, Taktstörungen im letzten starken Trab und ein Missverständnis auf der Schlusslinie. Unter dem Strich wurde es Rang zehn für die Reitmeisterin mit 68,180 Prozent.

Überraschungsmoment Fiderdance

Über sich hinaus gewachsen ist dieses Wochenende der zehnjährige Oldenburger Hengst Fiderdance mit Lena Waldmann. Das war schon in der Einlaufprüfung der Fall, wo sie Dritte wurden. Und auch heute konnte die Reiterin sich über einen vierbeinigen Partner freuen, der ganz bei ihr war und offensichtlich willig, zufrieden und mit Spaß an der Sache versuchte, ihr alles recht zu machen. „Ich kam richtig gut zum Reiten“ Wir hatten auch schon Prüfungen, wo er noch nicht so richtig gut bei mir war. Heute hat sich das toll angefühlt. Viel besser hätte es nicht gehen können!“

Der Hengst präsentierte sich vor allem zu Beginn in ansprechendem Seitenbild, allerdings wünschte man sich mehr Rahmenerweiterung in der Verstärkung, damit er noch mehr über den Rücken zum Schwingen kommt. Die Traversalen waren sehr schön, weit kreuzend mit guter Stellung und Biegung. Die Piaffe-Passage-Reprisen wirkten schon sehr reif, wenngleich ihn das Piaffieren auch noch sichtlich Kraft kostet. Kraft, die ihm in der zweiten Hälfte der Aufgabe etwas zu fehlen schien, aber alles in allem eine gelungene Prüfung, die mit 72,30 Prozent und Platz zwei bewertet wurde.

Vom Nachrücker unter die Top drei

Noch ein Überraschungsmoment waren die langjährige Ausbilderin des Hofes Kasselmann, Insa Hansen, und der zehnjährige Rheinländer Rebroff aus der Zucht von Verena und Yves Gielen-Burger. Sie waren als Nachrücker ins Finale gerutscht und wurden am Ende Dritte mit 71,980 Prozent.

Der hübsche Braune kann seinen Vollblutgroßvater Oula Owl xx nicht verleugnen. Den erkennt man im Erscheinungsbild, im leichtfüßigen Bewegungsablauf, aber auch im Temperament, wie seine Reiterin sagt. „Er ist sehr feinfühlig und ehrgeizig. Aber ab und zu setzt er sich selbst ein wenig zu sehr unter Druck.“

Der Wallach zeigte sehr schöne Momente in Piaffen und Passagen mit deutlicher Lastaufnahme und gutem Rhythmus, auch wenn er sich bei den Übergängen immer noch etwas mit einem größeren Tritt behelfen muss. Wermutstropfen: Er war häufig zu eng, schnickte ab und zu mit dem Kopf und kam heute im Laufe der Aufgabe zunehmend auf die Vorhand.

Dr. Plewas Kommentar: „Wir können hier feststellen, dass Pferde die gut piaffieren können, auch gute Pirouetten gehen und umgekehrt. Das Pferd wirkt sehr routiniert. Kleiner Schwachpunkt war die Anlehnung. Die Reiterin hat es nicht geschafft, das Pferd 100 Prozentig vor den Schenkel zu bekommen. Man merkt ihm an, dass er alles richtig machen will. Das Pferd braucht noch mehr Routine, innere Sicherheit und Selbstvertrauen.“ Insa Hansen räumte allerdings ein, Rebroff wirke vielleicht routiniert, tatsächlich sei das aber sein erster „richtiger“ Grand Prix gewesen.

Quantum, der „Witzige“

Platz vier ging mit 71,160 Prozent an Dorothee Schneider mit dem zehnjährigen Hannoveraner Hengst Quantum Vis MW v. Quaterback-Gloster aus der Zucht und im Besitz von Maja Wieczorek. Was die Reitmeisterin sich für heute vorgenommen hatte, wissen wir nicht. Aber Quantum hatte sich offenbar gedacht: „Nur vorne gibt’s Geld!“ Kein Wunder, ist er doch ein „wirklich talentiertes, aber auch sehr witziges und einfallsreiches Pferd“, wie seine Reiterin im Vorfeld sagte.

Davon konnte sich das Frankfurter Publikum dann auch selbst überzeugen. Der schicke Dunkelbraune mit der imposanten Vorhandmechanik war heute mehr als „an“, und es war eine reiterliche Meisterleistung, wie Schneider ihn durch die Prüfung lavierte. Er braucht noch mehr Ruhe und vor allem Schluss und Kraft von hinten, um sein Potenzial in Piaffen und Passagen ausspielen zu können und hier Ruhe und Gleichmaß zu finden. Aber wenn Dr. Plewa Recht behält und Pferde die gute Pirouetten springen, auch gut piaffieren werden, dann kann man von Quantum Vis noch Großes erwarten, denn die springt der Hengst wunderbar.

Der Kommentar des pensionierten Fünf-Sterne-Richters Plewa: „Die Reiterin hat den Einfallsreichtum des Hengstes doch sehr schön im Griff gehabt und in die richtigen Bahnen lenken können. Dem Pferd kommt in den versammelten Lektionen sein ausdrucksvolles Vorderbein zu Gute. Aber es fehlt noch die Geschlossenheit.“ Dass der Hengst tendenziell leicht übermotiviert ist, findet dR. Plewa eher positiv: „Wir wollen ästhetisches Reiten ohne großen Aufwand aus dem Sattel. Totale Losgelassenheit und Lässigkeit ist die Vorstufe zu Langeweile.“

Langeweile kommt bei Quantum Vis garantiert nicht auf. Das kann seine Reiterin nur bestätigen: „Der will immer, der hat Ehrgeiz, aber besser bremsen müssen als immer treiben. Manchmal will die Vorhand etwas weglaufen. Das Übermotivierte wirkt sich manchmal noch zu sehr aufs Vorderbein aus.“

Mister-C

Dorothee Schneider hatte mit dem ebenfalls von Quaterback abstammenden Mister-C noch ein zweites Eisen im Feuer. Doch der konnte sich mit der Festhalle dieses Wochenende noch so gar nicht anfreunden. Schon in der Einlaufprüfung „kniff er die ganze Zeit die Pobacken zusammen“, wie seine Reiterin anschaulich ihr Reitgefühl beschrieb. Und auch heute hatte der Oldenburger Hengst vor allem Angst, so dass Schneider schon vor der ersten Piaffe die Hand hob, um aufzugeben.

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Die weiteren Plätze

Sehr zufrieden mit ihrem heutigen Auftritt auf dem San Amour-Sohn Science Fiction war Pia Wischerath. Sie krönte ihre Saison, in der sie die Prüfung zum Pferdewirtschaftsmeister ablegen konnte und das Goldene Reitabzeichen verliehen bekam, mit dem sechsten Platz im Louisdor-Preis Finale (69,860) und konnte sich über den Plewa-Kommentar „Der ist auf dem allerbesten Wege!“ freuen.

Rang sieben belegten David Leßnig und der zehnjährige Hannoveraner Desperados-Winterwald-Sohn Dior (Z.: Ramona Schnippe) aus dem Stall Ramsbrock. Der langbeinige Dunkelbraune bestach in den Verstärkungen, wo der Reiter auch wirklich alles herausritt, was ging. Leider versäumte er es heute, dort wo es gefordert war, die Vorwärtsenergie auch wieder zurückzuführen. Das war schade! 69,680 Prozent.

Platz acht sicherten sich mit Anna-Catherine Schöffner und Don Darling zwei weitere Nachrücker, die erst am Dienstag Abend von ihrem Glück erfahren hatten. „Wir haben gepackt und los ging’s.“ Dafür schlugen sie sich sehr gut, wenngleich der zehnjährige Oldenburger v. Dr. Doolittle-Rubino Rosso insgesamt noch mehr vor die treibenden Hilfen der Reiterin kommen muss. Der Wallach sei ein gutes Beispiel dafür, dass nicht jedes Pferd, das mit der Nase hinter der Senkrechten geht, eine gequälte Kreatur ist, merkte Dr. Plewa an: „Wenn die Internetgemeinde sagt, diese zu enge Halseinstellung sei tierschutzwidrig, ist das Unsinn! Das Pferd fühlte sich wohl! Aber es war rein formalistisch festzustellen, dass die Stirnlinie hinter der Senkrechten war.“ Dafür gab es Szenenapplaus aus der Halle.

Das jüngste Pferd der Prüfung war mit seinen acht Jahren der Holsteiner Ampere-Aljano-Sohn Aperol mit Emma Kanerva im Sattel. Die Finnin hatte ja ihre Ausbildung bei Hubertus Schmidt gemacht, und das merkte man Aperol an – ein durch und durch reell von hinten nach vorne gearbeitetes Pferd mit sehr schön getragener Trabtour, dem vielleicht besten Rückwärtsrichten des Tages, tollen Traversalen, erhabenen Passagen, toll nach vorne-oben angelegten Serienwechseln, aber noch ausbaufähigen Piaffen. Dr. Plewa: „Der starke Trab ist im klassischen Sinne schön, weil die Aktion der Vorhand mit der Hinterhand korrespondiert. Alle Bewegungen gehen schön durch den Körper. Die Grundanlage in der Piaffe ist da, es fehlt noch die letzte Lebhaftigkeit. Da ist insgesamt viel Potenzial!“ Heute wurde es Platz neun mit 68,560 Prozent.

Fazit von Dr. Evi Eisenhardt zum Finale 2019

Alles in allem sei das ein hochklassiges Finale gewesen, lobte die Chefrichterin und „Louisdor-Preis-Chefin“ Dr. Evi Eisenhardt. „Es ist toll, dass inzwischen das gesamte Starterfeld Grand Prix-Pferde sind. Heute war ein bisschen Favoritensterben. Aber das ist in Frankfurt nun mal so, das Publikum geht mit und die Pferde müssen sich daran gewöhnen.“

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