Frederic Wandres beschließt Bluetooth‘ Wellington-Saison mit Kür-Sieg, Lyle gewinnt Special

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Frederic Wandres und Bluetooth beendeten ihre Kür einhändig. (© Susan J. Stickle)

Da, wo sonst die Springreiter beim Winter Equestrian Festival in Wellington im Einsatz sind, wurde gestern Dressur geritten. Für Frederic Wandres und Bluetooth wurde es ein perfekter Saisonabschluss. Adrienne Lyle und Salvino gewannen den Grand Prix Special mit zehn Prozent Vorsprung.

Frederic Wandres und der Oldenburger Bordeaux-Sohn Bluetooth gewannen die Grand Prix Kür unter Flutlicht mit 81,165 Prozent – persönlicher Rekord. Platz zwei holte das Siegerpaar von vor zwei Wochen, Belgiens Laurence Vanommeslaghe auf Edison (79,430). Über Rang drei freute sich der Spanier Juan Matute Guimon auf Quantico (78,925).

Für Frederic Wandres war es der perfekte Saisonabschluss mit dem zwölfjährigen Bluetooth. Er werde immer besser, freute sich der Kasselmann-Bereiter nach seinem Sieg. „Ich habe mehr und mehr das Gefühl, dass ich in der Prüfung zum Reiten komme und er gibt mir ein sehr gutes Gefühl. Ich bin überglücklich über seine Entwicklung hier in Wellington.“ Für ihn sei es der letzte Turniereinsatz in Florida gewesen. Er werde dort jetzt nur noch ein wenig die Sonne genießen, ehe es heim geht. „Dann freuen wir uns darauf zu versuchen, das, was wir hier erreicht und entwickelt haben, mit nach Europa zu nehmen.“

Dabei geht es Wandres nicht so sehr um die sportlichen Fortschritte von Bluetooth, der ja von Ingrid Klimke auf Grand Prix-Niveau gebracht worden war. Wandres sagt: „Als ich vor einem Jahr angefangen habe, Bluetooth zu reiten, war er ein sehr schüchternes Pferd und konnte das, was er auf dem Abreiteplatz gezeigt hat, nicht mit ins Viereck nehmen. Das ist etwas, was wir nun besser hinbekommen.“

Auch die Zweitplatzierte, Laurence Vanommeslaghe, freute sich über Fortschritte, die sie und ihr Johnson-Sohn Edison in der Kür gemacht haben: „Viele Dinge, die im Grand Prix eine Schwäche waren, habe ich heute Abend zu korrigieren versucht. Ich bin wirklich froh, dass es besser aufgehört hat als es anfing. Das Gefühl war wirklich gut und mit besserem Rahmen. Ich bin sehr stolz, denn das war eine große Konkurrenz hier. Fast alle Reiter hier gehören zu den Top 50 der besten Reiter der Welt. Und ich bin ein Niemand, ein Amateur.“

So ganz stimmt es freilich nicht, dass die 50-jährige Belgierin ein Niemand ist. Schließlich hatte sie mit ihrem vorherigen Pferd Avec Plaisir schon an den Weltreiterspielen in Caen 2014 und den Europameisterschaften in Aachen 2015 teilgenommen. Aber die internationalen Einsätze mit dem zuvor von Anne Meulendijks auf Grand Prix-Niveau vorgestellten Edison lassen sich in der Tat an einer Hand abzählen. 2021 waren Vanommeslaghe und Edison erstmals bei einem internationalen Turnier am Start und erhielten schon damals fast immer um 70 Prozent. Die Ergebnisse aus Florida sind allerdings bislang die weitaus besten.

Ein enthusiastischer Juan Matute Guimon hatte sichtlich Spaß in seiner Kür und bestätigte das hinterher auch: „Quantico wird immer besser und ermöglicht es mir, jeden einzelnen Schritt zu genießen. Wir hatten keine großen Fehler und ich war wirklich glücklich über den Rahmen, in dem er sich gezeigt hat. Alles war ziemlich gut, ich bin sehr stolz!“

Grand Prix Special

Susan J. Stickle

Adrienne Lyle und Salvino (© Susan J. Stickle)

Die Entscheidung im Grand Prix Special war deutlich. Mit rund zehn Prozent Vorsprung sicherten Adrienne Lyle und der 15-jährige Sandro Hit-Sohn Salvino den Grand Prix Special. 79,511 Prozent waren es für das Paar, 69,917 Prozent für das Duo auf Rang zwei. Das waren Schwedens Tinne Vilhelmson-Silfvén und der Holsteiner Wallach Devanto. An dritter Stelle reihten sich knapp geschlagen (69,511) Christoph Koschel und Favorito ein.

Lyle, die mit Salvino ja im vergangenen Jahr zum US-Team gehörte, das bei den Olympischen Spielen in Tokio Silber gewann, sagte: „Ich bin unglaublich begeistert von ihm! Ich glaube, beide Prüfungen, Grand Prix und Special, gehören gefühlt womöglich zu den besten, die wir je hatten. Er fühlt sich so kraftvoll an, so solide in seiner Arbeit und er ist immer ein so unglaublicher Kämpfer. Er hat in beiden Prüfungen nicht einen falschen Tritt gemacht. Ich wüsste nicht, was ich mir mehr von ihm wünschen könnte. Er ist einfach unglaublich.“