Fritzens: Siege für Isabell Werth und Dorothee Schneider vorm Alpenpanorama

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Isabell Werth und Don Johnson (© Schreiner)

Am zweiten Tag des CDI4* Fritzens auf dem Schindlhof trotzen Isabell Werth und Don Johnson der Hitze und siegen im Grand Prix der Special-Tour, nachdem es bereits am Vormittag einen deutschen Sieg in der Intermediaire I durch Dorothee Schneider und Smirnoff gegeben hatte.

Das Wetter ist auch in Tirol ein großes Thema. Ungeachtet der zwischenzeitlich etwas moderater vorhergesagten Temperaturen entwickelte sich auch der zweite Turniertag zu einem 30-plus-Grad-Tag und das noch deutlicher als der Vortag. Ein weiterer Tag, der zu den heißesten in den Alpen zählte und für den morgigen Sonntag sind noch heißere Temperaturen angesagt.

Aus diesem Grund wird die Grand Prix Kür nicht erst am Nachmittag, sondern gleich im Anschluss an den Grand Prix Special um 12.30 Uhr beginnen. Der traditionelle Hut-Wettbewerb und die Show von Jean-Francois Pignon mit seiner Freiheitsdressur mit 15 Pferden wird erst danach beginnen und nicht in der Mittagszeit stattfinden.

Zweiter Start, zweiter Sieg für Isabell Werth

Besser hätte es für Isabell Werth bisher in Fritzens nicht laufen können, das befand auch stolz ihr neunjähriger Sohn Frederik, in Fritzens wie auf vielen anderen Turnieren ständiger Begleiter seiner Mutter Isabell. Sie war auch äußerst zufrieden mit ihrem bereits 18-jährigen Hannoveraner Don Johnson FRH, der mit 75,652 Prozent gewann:

„Er zeigt sich auf seiner Abschiedstournee in sehr guter Form und ihm machte die Hitze wenig aus. Für Bella Rose mit ihrem Araber-Blut mütterlicherseits ist das nicht überraschend, sie hat immer viel Go, aber für ihn schon. Auf dem Abreiteplatz hat er zweimal kurz gebuckelt, aber im Dressurviereck ging er sehr konzentriert.“

Wo die Verabschiedung stattfinden soll, steht noch nicht fest. „Jetzt konzentriere ich mich erst einmal auf Aachen und die EM in Rotterdam, dann sehen wir weiter. Vielleicht geht Don Johnson auch noch ein, zwei Turniere. Wo ich ihn verabschieden werde, habe ich noch nicht entschieden. Jetzt freue ich mich erst einmal mit ihm auf die Kür am Sonntag“, so die Weltmeisterin

Auch die Plätze zwei bis vier gingen mit Stefanie Schatz-Weihemüller und C’est la vie (72,848), Victoria Michalke mit Novia (69,913) und Lisa Müller (69,478) mit Birkhof’s Dave (69,478) nach Deutschland. Alle vier Paare an der Spitze hatten sehr ausgeglichene, fehlerfreie Ritte gezeigt.

Auf den folgende Plätzen kamen die österreichischen Paare, so die Staatsmeister von 2018, Belinda Weinbauer und die 13jährige Westfalenstute Fräulein Auguste (68,761), auf Platz sechs Stefan Lehfellner mit dem von Dorothee Schneider in den Sport gebrachten, 14jährigen Hengst Fackeltanz OLD (67,891) und Siebte wurde Timna Zach mit dem 16-jährigen Rheinländer Florenz (67,261).

Intermediaire I an Dorothee Schneider

Bereits im Prix St. Georges am Freitag hatten Dorothee Schneider und der neunjährige Hannoveraner Wallach Smirnoff als Favoriten gegolten, mussten sich nach teuren Fehlen aber hinter Victoria Max-Theurer und Valparaiso mit Platz zwei begnügen.

In der Intermediaire I siegte Schneider mit dem Sir Donnerhall-Sohn eindeutig mit 72,971 Prozent, aber auch heute schlichen sich Punktverluste vor allem in der Galopp-Tour ein, so bei den Dreier-Wechseln. Auch in der ersten Galopp-Pirouette wären noch ein paar Punkte mehr drinnen gewesen, aber dafür gab es zwei Neunen für das Rückwärtsrichten und insgesamt viele Achter.

Dorothee Schneider, seit zwei Wochen Trägerin des Reitmeistertitels, den sie anlässlich der DM in Balve verliehen bekam, war auch grundsätzlich sehr zufrieden mit der mit Smirnoff gezeigten Vorstellung: „Er ist ja erst neun und hat mit seinen 1,85m-Stockmaß manchmal noch etwas Balance-Probleme gerade in Lektionen wie die Galopppirouetten. Aber grundsätzlich bin ich sehr glücklich, wie er sich zeigt, und, dass er sich schon sehr gut nach wenigen Starts in der internationalen Kleinen Tour etabliert hat.“

Nach Wiesbaden war es der zweite Intermediaire I-Sieg beim zweiten Start in dieser Prüfung mit Smirnoff, den sie seit knapp einem Jahr unter dem Sattel hat.

Platz zwei (70,412) ging an die Österreicherin Timna Zach mit dem neunjährigen KWPN- Wallach Farant, mit dem sie die Inter I in München gewonnen hatte. „Farant habe ich seit Dezember letzten Jahres von Ben Hagemeier zum Reiten und zur Ausbildung zur Verfügung gestellt bekommen. Das Ziel ist, dass er Grand Prix gehen wird. Er wird über Sommer eine Pause bekommen und vielleicht setze ich ihn schon in Herbst in Grand Prix-Prüfungen ein.“

Dritter (69,5) wurde wie im Prix St. Georges  der Spanier Pablo Gomez Molina mit dem zwölfjährigen Westfalen-Wallach Fürst Fiorano Ymas, der allerdings während der ganzen Vorstellung sehr eng ging.

Platz vier sicherten sich Stefan Lehfellner und Silky Moves (69,41), ein neunjähriger Oldenburger Hengst. Zweitbeste Deutsche war erneut Victoria Michalke mit der neunjährigen Harmony (68,382) als Fünfte.

Für etwas Verwirrung hatte gesorgt, dass die Sieger des Prix St. Georges, Victoria Max-Theurer und Valparaiso, als vorletzte Starter zwar in der Starterliste standen, aber nicht an den Start gingen. Die Reiterin klärte später auf: „Dass wir noch in der Starterliste standen, war nicht geplant gewesen. Wir hatten schon nach dem Prix St. Georges beschlossen, auf einen Start zu verzichten. Valli ist eine super Runde gelaufen und ist ja erst acht. Angesichts der Hitze, wollten wir zur Schonung des Pferdes auf einen weiteren Start verzichten.“

Birgit Popp

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