Gareth Hughes siegt mit über 76 Prozent im Grand Prix von Compiègne

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Gareth Hughes und Classic Briolinca - die besten Briten bei der Europameisterschaft 2019 in Rotterdam, auch in der Grand Prix Kür (© Pauline von Hardenberg)

Es geschehen noch Zeiten und Wunder: Die Britin Charlotte Dujardin reitet ein neues Pferd in einem internationalen Grand Prix und wird nicht automatisch auf Position eins gesetzt. Die belegte im französischen Compiègne ihr Landsmann mit Classic Briolinca, die Neunen von besonderen Richterinnen erhielt.

Gareth Hughes wird sich möglicherweise das Dressurprotokoll aus Compiègne rahmen. Oder der britische Dressurreiter wird sein Grand Prix-Ergebnis klein zusammengefaltet in der Fracktasche als Glücksbringer mit sich tragen. Denn er weiß: Ein Resultat über 76 Prozent, genau 76,152, ist ein fettes Pfund, mit dem man trefflich wuchern kann. Doch es sind nicht nur die blanken Prozente, die den 51-Jährigen freuen dürften. Es sind vor allem ganz besondere Momente in dem Protokoll, die ihm im Rennen um einen Startplatz im britischen WM-Aufgebot Rückenwind verleihen.

Top-Richterinnen mit Top-Noten in Compiègne

Dass Classic Briolinca passagieren kann, ist nichts neues. Das bewies sie unter anderem bei der Europameisterschaft 2019 in Rotterdam als bestes britisches Paar in der Post-Valegro Ära. Nun gab es aber für Passagen und auch für zwei Piaffen Neunen. Und mit der Note „sehr gut“ wird weniger inflationär umgegangen als mit Achten. Susanne Baarup, die in Herning bei der Weltmeisterschaft dänische Chefrichterin sein wird, gab zwei Neunen. Katrina Wüst, deutsche Kürpäpstin und Chefrichterin der Olympischen Spiele von Tokio zückte sie einmal. Außerdem erhielt Hughes von Elke Ebert 78,152 Prozent. Ebert ist die deutsche Richterin bei der WM in Dänemark. Man kann sagen, „well done, Gareth“- Es läuft für den Mann, der schon dreimal in Championatsaufgeboten der Briten zum Einsatz gekommen ist.

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Kittel und Zepter knapp vor 76 Prozent

Der Schwede Patrik Kittel hat in den vergangenen Monaten viele Grand Prix-Pferde an den Start gebracht. Die meisten davon selbst ausgebildet. Mit Neuzugang Blue Hors Zepter, den Daniel Bachmann Andersen bis Grand Prix trainiert hat, hat Kittel nun aber einen Lauf. Achter im Weltcup-Finale, jetzt Platz zwei in Compiègne mit 75,782 Prozent. Punkte ließ das Paar in den ersten beiden Piaffen. Grobe Fehler unterliefen dem Zack-Sohn nicht. Der Fuchs dürfte damit sich einmal mehr für die WM empfohlen haben.

Dritte wurde die Britin Charlotte Fry mit Dark Legend und 73,543 Prozent. Sie setzte sich damit vor ihre Olympia-Teamkollegin Charlotte Dujardin, die erstmals den Niederländer Imhotep international vorstellte. Der niederländische Wallach ist erst neun Jahre alt. Ganz präzise gerechnet wird er es erst Ende Juli. Dujardin sagt, er sei ein Pferd für Paris. In seinem Debüt erzielte er eine Neun (für eine Piaffe von der Richterin bei C, Katrina Wüst), die erste Pirouette misslang, der starke Schritt kam im Schnitt auf eine 7,0. In der gesamten Galopptour gab es „nur“ vier Achten, drei davon für den starken Galopp.

Der Grand Prix fand ohne deutsche Beteiligung statt. Im U25-Grand Prix gab es aber Platz zwei für Paulina Holzknecht, die nach dem Tod ihres Ein Traum nun mit Entertainer Win, dem mütterlichen Halbbruder zu Grand Galaxy Win, ein neues Pferd an den Start bringt. Die beiden erzielten70,128 Prozent und mussten sich nur einem US-Boy mit deutschen Wurzeln geschlagen geben: 70,55 Prozent standen unter dem Protokoll von Benjamin Ebeling, der den Oldenburger Status Royal OLD v. Statesman mit nach Compiègne gebracht hat. Ein Oldenburger – das passt! Bevor sich Benjamins Vater Jan, ein gebürtiger Berliner und nach seiner US-Einbürgerung Olympiareiter, entschloss dem norddeutschen Schmuddelwetter gen Kalifornien zu entfliehen, lebte er unter anderem in Oldenburg.

Die Ergebnisse aus Compiègne finden Sie hier.