Grand Prix Special: Erster Aachen-Fünfsterne-Sieg für Jessica von Bredow-Werndl

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Jessica von Bredow-Werndl mit Sponsorenehepaar Meggle (© CHIO Aachen)

Man denkt ja nicht, dass es für die doppelte Olympiasiegerin und dreifache Europameisterin 2021, Jessica von Bredow-Werndl, noch viele erste Male gibt, jedenfalls nicht sportlich gesehen.

Mit 73,511 Prozent gewann Jessica von Bredow-Werndl auf Ferdinand BB den Grand Prix Special. Die Prüfung der beiden war nicht fehlerfrei, aber die Olympiasiegerin war trotzdem höchst zufrieden: „Obwohl er bereits zwölf ist, ist er noch recht neu im Grand Prix-Sport und dies ist das erste internationale Jahr für ihn. Ihm fehlt es noch an Kraft und Erfahrung. Aber ich bin sehr stolz auf ihn, wie er mit diesem besonderen Stadion zurechtgekommen ist.“

Die Vorstellung des hocheleganten Paares litt unter der unsicheren Anlehnung und dem unruhigen Maul fast durchgehend während der Prüfung. Auch die Jury war sich nicht ganz einig, nur zwei von fünf Richtern sahen Ferdinand vorne, einer auf Platz zwei, einer auf Platz drei, einer sogar nur auf Rang vier. Auch bei den folgenden Reitern sprangen die Platzierungsziffern der Richter munter hin und her, was ja nicht nur bei Isabell Werth in letzter Zeit zu deutlicher Kritik führte.

Der zweite Platz ging nach Australien, an Simone Pearce auf dem Hannoveraner Destano, der sozusagen in den Hufspuren seines Vaters trabte, des Championatspferdes Desperados, das unter Kristina Bröring-Sprehe auch in Aachen so einiges gewonnen hat. Sein Sohn legte heute mit 73,426 Prozent Ehre für ihn ein.

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Rang drei belegte Spaniens Mannschaftsreiter José Daniel Martin Rockx im Sattel von Malagueno, der als letzter Starter der Prüfung 72,787 Prozent erhalten hatte.

Die zweite deutsche Reiterin im Grand Prix Special, Carina Scholz auf Tarantino, hatte einen schlechten Tag erwischt. Nach gutem Anfang versuchte sich der 14-jährige Toronto-Sohn nach der zweiten Piaffe mit einem Riesensatz seiner Pflicht zu entziehen. Die Reiterin bekam ihn zwar schnell wieder in den Griff, aber die Richter gingen mit den Noten prompt eine Etage tiefer, sodass Carina Scholz mit 69,043 Prozent mit dem 15. und vorletzten Platz vorlieb nehmen musste.

Da für die Mannschaftswertung im Großen Aachener Dressurpreis außer Grand Prix auch die Platzierungen im heutigen Special und der morgigen Kür zählen, ist die deutsche Mannschaft vom ersten auf den vierten Platz zurückgefallen. Aber keine Panik, morgen nach der Kür wird der schlechteste Platz wieder gestrichen, dann sollte die Welt wieder in Ordnung sein.

Prix St. Georges für Junge Reiter: wieder Holland vorn

Mit satten 82,350 Prozent entschied der niederländische Dreifach-Europameister der Jungen Reiter, Marten Luiten mit seiner Stute Fynona, auch die Kür auf Prix St. Georges-Niveau für sich. Die beiden waren das einzige Paar, das eine Bewertung über 80 Prozent erhielt.

Zweite wurde die Dänin Sara Aagaard Hyrm auf Skovborgs Romadinov (DWP) ein. Mit 79,750 Prozent blieben sie nur knapp unter der 80 Prozent-Marke.

Dritte wurde mit Thalia Rockx eine weitere Niederländerin, die auf den Fürst Rousseau-Sohn Farnham L gesetzt hatte. 79,225 Prozent gaben die Richter den beiden.

Sowohl der Sieger als auch die Zweitplatzierte gehören übrigens zu jenen Talenten, die von Isabell Werth als „Head Coach Dressur“ für die Teilnahme am Exzellenz Programm im Rahmen des CHIO Aachen CAMPUS ausgewählt wurden.

Die Ergebnisse finden Sie hier.