Isabell Werth: Olympia mit Emilio oder Weihegold

Isabell Werth und Weihegold im Weltcup-Grand Prix von Neumünster

(© Isabell Werth und Weihegold im Weltcup-Grand Prix von Neumünster)

Dressurolympiasiegerin Isabell Werth hat heute eine Erklärung veröffentlicht, in der sie sich zum aktuellen Stand der Dinge in Sachen Turniercomeback von Bella Rose und Don Johnson äußert.

Auf ihrer Homepage schreibt Isabell Werth:

„Um allen Spekulationen vorzubeugen: Heute muss ich leider mitteilen, dass vorläufig weder Bella Rose noch Don Johnson in den Turniersport zurückkehren können. Don Johnson wird noch etwa drei bis vier Monate Zeit benötigen, bis seine Verletzung voll auskuriert ist und er wieder im Spitzensport an den Start gehen kann. Und Bella Rose hat noch nicht wieder die notwenige Stabilität und Konstanz erreicht, die für den Turniersport notwendig sind. Für mich ist das eine riesige Enttäuschung, zumal beide Pferde auf einem hoffnungsvollen Weg waren.

Ich habe mich zu dieser klaren Mitteilung entschlossen, um alle Nachfragen zu vermeiden. Ich werde keine weiteren Äußerungen zu dieser Thematik machen. Die Enttäuschung ist groß und trifft mich sehr. Ich hoffe, dass jeder dafür Verständnis hat. Die Entscheidung steht und musste jetzt getroffen werden, damit ich den Kopf und das Herz frei für die kommenden Turniere und die olympischen Qualifikationen haben kann.

Ich werde nun mit Emilio und Weihegold OLD, mit voller Unterstützung meiner Bereiterin Beatrice Buchwald, die olympischen Qualifikationen bestreiten. Mit diesen beiden Pferden habe ich zwei großartige Pferde zur Verfügung, die sich hoffentlich weiter so im Sport beweisen werden wie bei den vergangenen Turnieren. Auf die Herausforderung mit diesen beiden Pferden werde ich mich jetzt voll konzentrieren.

Wir, alle Beteiligten rund um die Pferde und ich, bedauern sehr, dass es so gekommen ist. Aber wir sind auch alle lange genug im Pferdesport, um zu wissen, dass der Sport mit Pferden nur bedingt planbar ist. Wir werden alles daran setzen, Don Johnson und Bella Rose wieder in erstklassiger Verfassung in den Sport zurückzubringen. Aber wir werden uns jetzt auch mit ganzem Herzen auf die olympischen Qualifikationen mit Emilio und Weihegold konzentrieren. Beide Pferde stehen seit mehreren Jahren in meinem Stall. Beide Pferde wurden mir von ihren Besitzern – Emilio von meiner langjährigen Mäzenin Madeleine Winter-Schulze und Weihegold von dem Ehepaar Arns-Krogmann – zur sportlichen Förderung anvertraut. Und beide wurden hier zur Grand Prix-Reife ausgebildet. Ich bin sehr glücklich, mit diesen beiden wunderbaren Pferden zwei olympische Optionen zur Verfügung zu haben. Wir werden nun gemeinsam den Weg in Richtung Rio gehen und versuchen, unsere Chancen zu nutzen.“

Der 15-jährige Hannoveraner Don Frederico-Sohn Don Johnson hätte eigentlich beim Weltcupfinale in Göteborg an den Start gehen sollen. Doch kurz vor der letzten Qualifikation in ’s-Hertogenbosch, wo er eigentlich auch genannt gewesen war, hatte er sich in der Box verletzt. Mit dem Braunen gewann Werth 2013 Mannschaftsgold bei den Europameisterschaften in Herning. 2015 gehörten sie ebenfalls zum EM-Team und holten Bronze.

Bella Rose verhalf der deutschen Equipe 2014 zu Mannschaftsgold bei den Weltreiterspielen in der Normandie. Doch am Grand Prix Special konnte sie nicht mehr teilnehmen, weil sie nicht klar ging. Seitdem war sie auf keinem Turnier.

Weihegold wurde von Isabell Werths Bereiterin Beatrice Buchwald mit Hilfe ihrer Chefin ausgebildet. Die beiden gewannen das Finale des Nürnberger Burg-Pokals und im Jahr darauf den Louisdor Preis. Danach reihte sich weiter Erfolg an Erfolg. In Amsterdam saß erstmals Isabell Werth im Sattel der Oldenburger Stute. Nach Rang sechs im Grand Prix, starteten die beiden in der Kür richtig durch und ließen mit  83,450 Prozent die versammelte Elite hinter sich. In Neumünster gewannen sie Grand Prix und Kür. Wobei hier die Grand Prix-Note das entscheidendste ist: Das Paar erhielt 80,020 Prozent. Das ist Weltspitze.

Die 80 Prozent-Hürde hat der rheinische Ehrenpreis-Sohn Emilio bislang nicht knacken können. Sein Erfolgskonto ist dennoch beachtlich. 2015 ging er in Perl erstmals einen internationalen Grand Prix und siegte auf Anhieb sowohl in dieser Prüfung als auch im darauf folgenden Special. Es folgten zwei Siege in Stuttgart, wo er das Finale des Louisdor Preises überzeugend gewann. Im März in Dortmund belegte der talentierte Zehnjährige zweimal Rang zwei. Bislang ging er nur die Special Tour und war konstant immer über 75 Prozent.

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  1. Nadine M.

    Dann müssen eben ihre Youngsters ran. Das Zeug dazu haben die Beiden ja. Und wenn es Jemand schafft, aus dieser Situation das Beste zu machen und rauszuholen, dann ist das Isabell Werth. Ich wünsche ihr hierfür viel Erfolg und alles Gute. Und das Don Johnson und hoffentlich auch Bella Rose wieder gesund und fit in den großen Sport zurückkehren können.

  2. Jan Tönjes

    Stimmt doch! Bella Rose war zum Training mit nach Fritzens gefahren, ist dort aber in keiner Prüfung beim Manfred Swarovski Gedächtnisturnier am Start gewesen. Red.St.GEORG

    • Oliver

      Nach der WM gewann Isabell Werth mit Bella Rose im November 2014 das German Master in Stuttgart (Sieg im Grand Prix und im Special).


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