Perl-Borg: Isabell Werth hat ein neues Spitzenpferd

Isabell Werth und Emilio

(© Isabell Werth und Emilio)

Goldene Schleife Nummer vier konnte sich Isabell Werth heute bei der Peterhof Dressur Gala an die Kandare ihres Pferdes heften lassen. Eines Pferdes, dessen Auftreten in Perl zu großen Hoffnungen Anlass gibt …

Zwei Starts, zwei Siege – so lautet die beeindruckende Bilanz von Isabell Werths erst neunjährigen westfälischem Ehrenpreis-Sohn Emilio in der Special-Tour des CDI4* von Perl-Borg. Der Braune, der aus demselben Züchterhaus stammt und ein enger Verwandter zu Isabell Werths Olympiahoffnung Bella Rose ist, war im vergangenen Jahr noch Finalist des Nürnberger Burg-Pokals. Jetzt ging er seinen zweiten Special nahezu fehlerfrei und mit Höhepunkten. Isabell Werth war selig: „Unglaublich, der Wahnsinn und so entspannt, super! Die Art und Weise, mit der Emilio hier diese zwei Prüfungen absolviert hat, mehr oder weniger ohne Fehler, sehr konzentriert und das bei seinem ersten internationalen Auftritt, bei seinem zweiten Special überhaupt – das war nicht zu erwarten.“ Fazit: „Das war ein super Wochenende!“ Kein Wunder, hatte sie doch mit Don Johnson Grand Prix und Grand Prix Kür gewinnen können. Emilios Bewertung im Grand Prix Special: 76,745 Prozentpunkte. Ja, wir wissen, man kann so etwas eigentlich nicht miteinander vergleichen. Darum tun wir das auch gar nicht und merken nur an: Valegro und Charlotte Dujardin hatten in ihrem ersten internationalen Grand Prix Special 2011 in Vidauban 74,667 Prozent und im zweiten 73,396.

Zurück nach Perl: Platz zwei ging an Reitmeister Hubertus Schmidt und den zwölfjährigen Trakehner Hengst Imperio, das Paar, das auch auf der EM-Longlist stand. Sie überzeugten mit 75,412 Prozent und lieferten ebenfalls eine weitgehend fehlerfreie Vorstellung. Da hatte der Paderborner allen Grund, zufrieden zu sein:  „Der ging heute wirklich richtig gut. Natürlich hätte ich auch gerne gewonnen, aber in erster Linie bin ich froh und glücklich mit meinem Pferd. Er hat in dieser Saison eine tolle Entwicklung gemacht.“

Platz drei war britisch besetzt mit Wilton Spencer auf Super Nova II, einem zwölfjährigen britischen Hannoveraner Wallach v. De Niro, der mit 74,235 Prozent Fabienne Lütkemeier – die kürzlich bekannt gegeben hat, demnächst mit Hubertus Schmidt zusammen arbeiten zu wollen – und seinen Halbbruder  D’Agostino auf Rang vier verwies (72,843).

Nachwuchsprüfungen

Der Vormittag auf dem Peterhof hatte den Nachwuchspferden gehört. In aller Früh um acht Uhr mussten die Kandidaten für den Louisdor Preis aufs Viereck. Es siegte wie schon in der Qualifikation Dorothee Schneider auf dem zehnjährigen Oldenburger Hengst Fackeltanz v. Florencio-Feinbrand. Der Braune aus dem Besitz von Sissy Max-Theurer erhielt 71,605 Prozent nach einer runden Vorstellung. Das Nachsehen hatte ein weiterer Oldenburger Hengst, der wunderbare Dante Weltino v. Danone-Welt Hit II mit der Schwedin Therese Nilshagen im Sattel. Das Paar vom Dressurpferde Leistungszentrum Lodbergen wird seit kurzem von Klaus Balkenhol trainiert und kam heute mit 71,302 Prozent aus dem Viereck. Dritte wurde Fabienne Lütkemeier auf ihrem erst achtjährigen bayerischen Florestano-Sohn Fabregaz. „Der Große“, wie er im Stall heißt, erhielt genau 70 Prozent.

Die Qualifikation für den Nürnberger Burg-Pokal wurde zur Beute des achtjährigen Hannoveraner Hengstes Tannenhof’s Fahrenheit unter Leif Hamberger. Der Fidertanz-De Niro-Sohn brachte es auf stattliche 75,122 Prozent. Dahinter reihte sich wiederum Therese Nilshagen ein, diesmal mit dem Sir Donnerhall-Rotspon-Sohn Sean Connery, der ebenfalls dem Dressurpferde Leistungszentrum Lodbergen gehört und von Klaus Balkenhol mit betreut wird (73,171). Dritter wurde Michael Klimke im Sattel seines achtjährigen westfälischen Damon Hill-Wessex-Sohnes Djamba Djokiba (71,512 Prozent).

In dieser Prüfung war eine interessante neue Kombination am Start: Isabell Werth auf dem Bundeschampion der fünfjährigen Dressurpferde 2013, QC Flamboyant v. Fidertanz-De Niro. Bundeschampion war der Wallach noch unter Marita Pundsack geworden, die ihn ein Jahr später auch bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde in Verden vorstellte. Allerdings mit mäßigem Erfolg. Nun scheint also Isabell Werth die Ausbildung des Oldenburgers in die Hand genommen zu haben, hat heute allerdings auf eine Wertung verzichtet.

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