München: Werndl’scher Familienerfolg im 3*-Grand Prix

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Jessica von Bredow-Werndl und Zaire beim CHIO Aachen 2018. (© Pauline von Hardenberg)

Das erste Highlight auf dem Viereck der Pferd International in München war heute der Grand Prix der Drei-Sterne-Tour. Die Geschwister Werndl wussten den Quasi-Heimvorteil zu nutzen.

Jessica von Bredow-Werndl und ihre KWPN-Stute Zaire gewannen die Prüfung mit 76,152 Prozent, gefolgt von Bruder Benjamin auf Daily Mirror mit 75,370 Prozent. Über Rang drei freute sich Matthias Bouten im Sattel des KPWN-Hengstes Boston, die es auf 72,717 Prozent brachten.

Man hat den Eindruck, Jessica von Bredow-Werndls Son de Niro-Tochter Zaire hat mit ihren nun 15 Jahren ihre Mitte gefunden. Sie hat nichts von der Leichtigkeit und offensichtlichen Freude an der Bewegung eingebüßt, die sie schon immer ausgezeichnet haben. Aber es eine große Portion Gelassenheit hinzugekommen. So präsentierte Zaire sich heute losgelassen und in schöner Anlehnung. Das Paar strahlte eine große Harmonie aus. Und dann blieben sie auch noch weitgehend fehlerfrei. Damit war ihnen der Sieg nicht zu nehmen. Einzig in den Einerwechseln kam etwas Spannung auf und die Stute machte sich etwas fest im Rücken.

Die Geschwister Werndl haben vor allem eines gemeinsam: ihren hervorragenden Sitz. So boten auch Bruder Benjamin und sein Damon Hill-Sohn Daily Mirror ein Bild großer Harmonie. Allerdings schlichen sich Unsicherheiten in den Piaffen ein, beim Angaloppieren aus der Passage machte „Ken“ einen großen Satz nach vorn und auf der letzten Mittellinie hätte er die Grußaufstellung gerne schon etwas früher eingeleitet als sein Reiter.

Auch für das Paar auf Rang drei ist München quasi ein Heimturnier. Matthias Bouten hat das Rheinland ja inzwischen gegen das Münchener Umland getauscht, wo er als Chefbereiter der Familie Meggle im Einsatz ist. Er hat damit Hendrik Lochthowe abgelöst, der den schicken KWPN-Hengst Boston bis Grand Prix ausgebildet hatte. Für Bouten und Boston ist München erst das vierte internationale Turnier und der zweitbeste Grand Prix bislang.

Sammy und die Kamera

Mit Dorothee Schneider und Sammy Davis Jr. war eines der Goldpaare der Weltreiterspiele in Tryon im heutigen Grand Prix von München am Start, was sie quasi automatisch zu Mitfavoriten machte.

Doch für den 13-jährigen Sammy v. San Remo war es das erste Turnier seit März und das erste in diesem Jahr unter freiem Himmel. Das merkte man. Noch ehe Dorothee Schneider die Prüfung begann, zeigte sie ihrem Rappen die Kamera neben dem Richterhäuschen bei C und ließ ihn daran schnuppern. Aber offenbar reichte dieser kurze Erstkontakt nicht aus, um Sammy gänzlich von der Harmlosigkeit des schwarzen Monsters zu überzeugen.

Jedenfalls stutzte er schon beim Antraben nach der Grußaufstellung und wollte am liebsten den Anker werfen. Es gelang Dorothee Schneider, ihn durch die Prüfung zu lavieren, aber mehr als 70,826 Prozent und der sechste Platz waren heute nicht drin.

Intermédiaire II nach Österreich

Stefan Lehfellner hieß der Sieger in der Intermédiaire II. Lehfellner saß im Sattel eines Pferdes seiner Freundin, Victoria Max-Theurer: dem neunjährigen Rock Forever-Sohn Rackabilly. Mit 74,289 Prozent siegten sie souverän vor Hannah Erbe auf ihrem rheinischen Carabas-Sohn Carlos, mit dem sie schon bei Junioren- und Junge Reiter-Europameisterschaften ein unschlagbares Team gebildet hatte.

Für die beiden ist München erst das zweite Turnier dieses Jahr. Nachdem Hannah selbst verletzungsbedingt pausieren musste, gingen sie im April einmal in Vreschen-Bokel an den Start (und siegten) und nun in München. 72,263 Prozent gaben die Richter.

Die beiden Erstplatzierten sollten die einzigen Paare sein, die die 70 Prozent-Marke knacken konnten. An dritter Stelle reihte sich Frank Freund im Sattel des Württembergers Royal Cabaret v. Royal Doruto ein. Hier gab es 68,816 Prozent.

Prix St. Georges an Bouten und Grimani

Im Stall Meggle dürfte heute gute Stimmung herrschen. Denn noch ehe Matthias Bouten mit Boston die weiße Schleife im Grand Prix holte, hing bereits eine goldene am Sattelschrank – die für den Sieg im Prix St. Georges auf dem Trakehner Hengst Grimani. Der Gribaldi-Sohn, der sich das Ticket fürs Finale im Nürnberger Burg-Pokal in Mannheim gesichert hatte, war das einzige Pferd mit einer Bewertung von über 70 Prozent: 73,529 vergaben die Richter.

Platz zwei ging an die Österreicherin Timna Zach auf Farant (69,941), gefolgt von Juliane Fehl im Sattel von Freckle (69,559).

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