Stuttgart: Fabienne Lütkemeier gewinnt Weltcup-Quali Dressur, Exell das Fahren

Mannschaftswelt- und -europameisterin Fabienne Lütkemeier und ihr hannoverscher De Niro-Sohn D’Agostino schwimmen auf einer Erfolgswelle. Der zweite Platz bei der Weltcup-Qualifikation in Lyon war schon eine Sensation. In Stuttgart setzten sie noch einen drauf.

Mit ihrem persönlichen Bestergebnis von 80,600 Prozent sicherten  sich Fabienne Lütkemeier die Grand Prix-Kür in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle und fügten ihrem Weltcup-Konto so 20 Punkte für den Qualifikationssieg hinzu. Damit haben sie nun die Führung in der Weltcupwertung der West-Europaliga übernommen und sind dem Ziel Finale in Las Vegas ein gutes Stückchen näher gerückt. Später im Interview erklärte die 25-Jährige: „Das hat heute abnormal Spaß gemacht. Daggi war super drauf und ließ sich super reiten. Die 80 Prozent zu knacken, das ist etwas ganz besonderes. Ich hätte nicht gedacht, dass wir das mal schaffen!“

Und dabei ließen sie ein starkes Feld hinter sich. Allerdings war es ein recht knappes Rennen, denn die Finalistin der Saison 2013/14, Jessica von Bredow-Werndl, war der Siegerin mit ihrem KWPN-Hengst Unee BB v. Gribaldi dicht auf den Fersen. Diese beiden kamen auf 80,375 Prozent und wären bei zwei Richtern sogar vorne gelandet. Etwas aus der Reihe tanzte wie schon in den Prüfungen davor der Franzose Jean-Michel Roudier. Er hätte Lütkemeier und D’Agostino an vierter Stelle rangiert, dafür aber von Bredow-Werndl auf Platz eins. Auch der Richter bei E, Ghislain Fouarge, sortierte Lütkemeier weiter hinten ein, nämlich als Dritte. Doch am Ende reichte es für die Paderbornerin und die Konkurrenz aus Bayern belegte Platz zwei.

Heute Nachmittag musste die Grande Dame des Dressursports, Isabell Wert, die am Vortag den Isabell Werth schrammen bei Sieg in Stuttgart hauchdünn an 80 Prozent vorbei – UPDATE: VIDEO!“ href=“https://www.st-georg.de/?p=46439″>Grand Prix gewinnen konnte, ihren jüngeren Kolleginnen den Vortritt lassen. Im Sattel ihres Hannoveraner Don Frederico-Sohnes Don Johnson kam sie auf 79,50 Prozent und wurde damit Dritte ganz knapp vor Dorothee Schneider mit der nach einer Verletzung nun wieder absolut fitten Westfälin Forward Looking v. Fidermark-Dinard L, die 79,475 Prozent erhielten und für Ghislain Fouarge heute sogar die Sieger gewesen wären.

Fünfte wurde die Niederländerin Danielle Heijkoop im Sattel des Gribaldi-Sohnes Siro mit 77,325 Prozent. Sönke Rothenberger kommt offenbar bestens mit dem nicht immer ganz einfachen Rheinländer Favourit zurecht, den er von seiner Schwester Sanneke übernommen hat. Bei ihrem zweiten Weltcup-Turnier konnten sie sich über Rang sechs freuen (76,825) und landeten damit vor anderen Paaren, die schon deutlich länger im Geschäft sind.

Die Ergebnisse im Überblick finden Sie hier.

In der Gesamtwertung des Weltcups hat nach der dritten Etappe nun Fabienne Lütkemeier die Führung übernommen. Sie hat 44 Punkte. Am kommenden Wochenende wird sie in Stockholm versuchen, noch mehr zu holen. Dann allerdings mit Zweitpferd Diamonds Forever. Zweitplatziert in der Gesamtwertung ist Hollands Adelinde Cornelissen mit 37 Punkten. Sie hat schon angekündigt, dass sie in Stockholm aufgrund ihres Beinbruchs, den sie sich beim Sturz von einem jungen Pferd zuzog, nicht dabei sein kann. Sie teilt sich ihre Position mit noch zwei weiteren Reiterinnen: der Dänin Agnete Kirk Thinggaard und Jessica von Bredow-Werndl. Valentina Truppa (ITA) ist Fünfte mit 34 Zählern, die Schweizerin Marcela Krinke Susmelj Sechste (32), Isabell Werth Siebte (30), Inna Logutenkovoa (UKR) Achte (29), Ulla Salzgeber Neunte (28) und Danielle Heijkoop Zehnte (25).

Den Weltcup-Zwischenstand im Überblick finden Sie hier.
Bei der Weltcup-Qualifkation der Vierspänner-Fahrer war es ein bisschen, wie eigentlich immer: Kein Weg führt vorbei am im Großbritannien beheimateten australischen Weltmeister Boyd Exell, der mit 251,18 Sekunden nach der zweiten Qualifikation der Konkurrenz davonfuhr und dabei seinen vierten German Master-Titel einheimste sowie dem Weltcup-Finale, das er bereits fünfmal gewinnen konne, ein Stückchen näher rückte.

An zweiter Stelle reihte sich der holländische Spitzenfahrer Ijsbrand Chardon ein, der am Ende auf 260,35 Sekunden kam. Christoph Sandmann konnte sich über Rang drei freuen mit 275,05 Sekunden insgesamt. Sandmann hatte vor noch gar nicht allzu langer Zeit sogar gesagt, er wolle die Leinen an den Nagel hängen. Davon kann nun offenbar keine Rede mehr sein, denn sein Ziel ist das Weltcup-Finale 2015 in Bordeaux, Frankreich.

Sandmanns Teamkollege der Weltreiterspiele, Georg von Stein, behauptete sich hinter dem Ungarn Jozsef Dobrovitz an vierter Stelle. Er hatte wie Daniel Schneiders eine Wild Card des Veranstalters bekommen. Der 33-jährige Daniel Schneiders aus dem westfälischen Petershagen, der völlig überraschend im vergangenen Jahr den Weltcup in Stuttgart gewonnen hatte, ist nun mit einem neuen Gespann unterwegs. Noch fehlt es an Feinabstimmung, diesmal musste er sich mit dem letzten Platz begnügen.

Die Ergebnisse im Überblick finden Sie noch einmal hier.

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