Breda: WM-Gold für Hollands Fahrer, Bronze für die Deutschen

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Boyd Exell im Marathon (© FEI)

Bei den Weltmeisterschaften der Vierspännerfahrer im niederländischen Breda gab es einen Heimsieg der favorisierten Holländer vor Ungarn und Deutschland.

Zum zehnten Mal in Folge holten die Holländer WM-Gold – reife Leistung! Das deutsche Team mit Michael Brauchle, Christoph Sandmann und Georg von Stein hatte nach der Dressur, die es nur als siebtbeste Mannschaft beendete, ordentlich aufgeholt. Nach Marathon, wo die drei gewohnt stark waren, und Kegelfahren gab es Bronze hinter dem ungarischen Team. „Wir sind wieder in den Medaillenrängen gelandet, da sehen wir uns als deutsche Fahrer“, fasste Equipechef Fritz Otto-Erley das Resultat aus deutscher Sicht zusammen. „Im Vorfeld hatten wir etwas Pech mit den Pferden, sonst wäre in der Dressur vielleicht etwas mehr drin gewesen, auch wenn wir wissen, dass wir an dieser Disziplin generell noch arbeiten müssen. Ansonsten hatten Nationen wie Belgien, die Schweiz und auch Frankreich, die wir im Vorfeld als stark eingeschätzt hatten, im Marathon etwas Pech. Da waren wir stark, das ist ja bekanntermaßen auch unsere Stärke.“ Die Niederländer kamen auf 365,09 Punkte, Ungarn auf 390,22 und Deutschland auf 394,79 Zähler.

In der Einzelwertung war einmal mehr kein Vorbeikommen an Boyd Exell. Der in Großbritannien beheimatete Australier gewann alle drei Phasen des Wettkampfes und verteidigte seinen Titel damit souverän. Am Ende hatte er 158,40 Punkte auf dem Konto, ein uneinholbarer Vosprung vor den beiden Niederländern Ijsbrand Chardon (183,13) und Koos de Ronde (185,26). Bester Deutscher war Europameister Michael Brauchle auf Rang sieben (201,17). Einzelfahrerin Mareike Harm belegte einen tollen neunten Platz (203,44), Christoph Sandmann wurde Zwölfter (206,69) und Georg von Stein 14. (206,86). René Poensgen und Rainer Duen landeten auf Rang 24 bzw. 25.

Seit Jahren dominiert Boyd Exell den Fahrsport praktisch nach Belieben. Eines der wenigen Male, bei denen er geschlagen wurde, war das diesjährige Weltcupfinale, wo Dauerrivale Ijsbrand Chardon die Nase vorn hatte. Aber schon anlässlich des CHIO Aachen waren die üblichen Kräfteverhältnisse wieder hergestellt. Am Rande des CHIO hatten wir ihn nach seinem Erfolgsgeheimnis gefragt. Die mit einem breiten Grinsen hervorgebrachte Antwort: „Man verrät nicht die Rezepte seiner Großmutter!“ Aber er ließ sich dann doch entlocken: „Alles steht und fällt mit der Qualität der Pferde. Ich habe mir über die Jahre eine starke Truppe aufgebaut.“ 40 Pferde hat Exell in seinem Stall, zwei Topgespanne für die Freiluftsaison, zwei für die Halle und einige Nachwuchspferde sowie Einsteller, die bei ihm trainieren. Und das alles geht natürlich nicht ohne die entsprechende Unterstützung: „Ich habe immer zehn bis zwölf Leute in meinem Team, die sich um alles kümmern. Sie sind genauso wichtig wie die Pferde!“ Offensichtlich hat auch in Breda mal wieder alles gepasst.

Das aber nicht nur für ihn. Deutschlands Equipechef Fritz Otto Erley lobte: „Das war eine schöne WM, sie war toll organisiert, vom Feinsten.“

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