Hubertus Schmidts Bonamour nun unter Patrik Kittel

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Hubertus Schmidt und Bonamour in Balve, wo sie sich 2018 fürs Burg-Pokal Finale qualifizierten. (© Schreiner)

Der in Dülmen ansässige schwedische Dressurreiter Patrik Kittel hat ein neues Pferd im Stall, das in Deutschland gut bekannt ist.

Einst sah man den nun elfjährigen Fuchshengst Bonamour nämlich unter Hubertus Schmidt, der den Westfalen v. Bonifatius bis Grand Prix ausgebildet hat.

Bonamour qualifizierte sich sowohl fürs Nürnberger Burg-Pokal Finale als auch für den Louisdor-Preis und gehörte damit zu den besten Nachwuchspferden des Landes. Im Nürnberger Burg-Pokal belegten die beiden Platz fünf.

Zur Teilnahme am Louisdor-Preis Finale kam es hingegen nicht mehr. Die gemeinsame Karriere von Reitmeister Schmidt und Bonamour endete vorher. Mitte Dezember 2019 wurde Helgstrand Dressage als offizieller neuer Besitzer eingetragen. Ein Turnier ist der Fuchs seither allerdings nicht mehr gegangen. Möglicherweise ändert sich das demnächst.

Denn nun sitzt Patrik Kittel im Sattel von Bonamour. Auf Instagram hat der Schwede ein Trainingsvideo mit dem Hengst in Dülmen gepostet und scherzte dazu: „Ich dachte, ich entstaube Scandi-Man mal (Anm. d. Red.: Gemeint ist Scandic, sein inzwischen pensioniertes, ehemaliges Spitzenpferd, das auch ein Fuchshengst war). Doch Spaß beiseite, Bonamour ist ein unglaubliches Pferd und hat so viel Spaß an Piaffe und Passage. Danke an Helgstrand Dressage, dass sie mir dieses außergewöhnliche Grand Prix-Pferd anvertrauen.“

https://www.instagram.com/p/CJ-6pPpiyOP/

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  1. M. Bach

    Danke Gabriele und Sylvia für Ihren Kommentar.

    Ich war auch vollkommen geschockt, als ich das gestern gelesen habe!
    Und ich dachte, ich bin ganz allein mit meinem Entsetzen über diesen Reiterwechsel.

    Wie mag sich ein Pferd fühlen, das bislang vom hochverehrten „Godfather of Dressage“ geritten wurde? Ein talentiertes Pferd, das noch nichts schlimmes erlebt hat – und alles Vertrauen der Welt mitbringt.

    Und dann das: Low-Deep-Round im Stall Helgstrand unter Kittel – und seiner neuen Trainerin.
    Unter deren Anleitung springt der sehr spezieller Reitstil des Herrn Kittel nicht mehr ganz so ins Auge, wie zuvor. Großer Erfolg auf ganzer Linie: die Richter belohnen das mit (unangemessen) hohen Wertnoten.

    Aber allein schon sein Kommentar, er hätte das Gefühl, mit Bonamour seinen alten Scandic zu „entstauben“- beide seien Füchse, zeigt seine Einstellung. Ob das heißt, dass wir bald wieder Fotos zu sehen bekommen, von einem Pferd mit blau angelaufener Zunge?

    Wie geht es eigentlich Sezuan, (Werbe-Slogan: „Ein Hengst, wie die Welt noch keinen gesehen hat“)
    der von Dorothee Schneider in den Beritt des Herrn Kittel gewechselt ist?

    Und auch Anabel Balkenhols Heuberger wurde ihr weggenommen und in den Stall Helgstrand gegeben zum Weiterverkauf.

    Ich verstehe auch die Besitzer nicht, die solche Entscheidungen treffen.
    Ob die wirtschaftliche Not tatsächlich so groß gewesen ist, dass man zu diesem Verkauf gezwungen wurde?

    Und immer wieder das selbe Lied: die besten Pferde kommen nicht in die Hände der besten Reiter.
    Und die Ausbildung der Richter ist dringend förderungswürdig.

    • Sylvia

      Ich verstehe die Besitzer der Pferde auch nicht. Ich verstehe die Sponsoren solcher Reiter nicht (weswegen ich bspw. Kingsland komplett boykottiere). Ich verstehe die Reiter nicht, die sich nicht zu schade sind, für Helgstrand Pferde auszubilden.

  2. charming deike

    ich schließe mich meinen Vorrednern an…von dem mega feinen..nie dem pferd gegenüber unfairen reiter Schmidt zu so einem üblen Stecher…aber kittels reitweise passt ja genau zu helgstrandts Einstellung zum pferd….und helgstrandts reitweise…omg

  3. Sylvia

    Es ist auch leider immer dasselbe Spiel – es tauchen Bilder oder Videos solcher Reiter auf, der Aufschrei ist kurzzeitig riesengroß, und einige Wochen oder Monate später…. als wäre nie was gewesen! Es hat einfach keine Konsequenz. Ein paar Alibi Befragungen hier, ein paar Ermahnungen dort, das warˋs. Dass sich jemand wie Helgstrand, der schon desöfteren tierquälerisch aufgefallen ist, sich überhaupt so ein Dressurimperium aufbauen darf, ist einfach nur noch ein schlechter Witz. Die armen Pferde haben derweil nichts zu lachen, denn sie sind, wie immer die Leidtragenden.

  4. E.G.

    Es stört mich sehr, wie heutzutage alles nur in Schwarz oder weiß, gut oder böse gesehen wird.
    Darf man sich heutzutage nicht mehr entwickeln? Ist nicht eben DAS das Ziel der Reiterei? Machen wir uns nicht durch gebetsmühlenartig wiederholte Gehässigkeiten den Dressursport selbst kaputt?
    Sollte man nicht immer wieder neu hinsehen?
    Fakt ist: Helgstrand kommt hier als Pferdebesitzer ins Spiel und nicht als Reiter. Er hat sich über die letzten Jahre zu DEM Player am Pferdemarkt entwickelt. Das kann man nun gut finden oder nicht.
    Patrik Kittel ist vor 10 Jahren mit seinem Hengst negativ aufgefallen. Die Welle des Shitstorms, die ihm aus dem Netz daraufhin entgegenrollte, war gewaltig, extrem gehässig und hat ihn stellvertretend für viele andere Turnierreiter damals voll getroffen.
    Und doch halte ich ihn für einen ausgezeichneten Reiter und Ausbilder, denn er hat etwas, was man nur bedingt lernen kann: das richtige Gefühl.
    Gerade im Reitsport muss man sich doch über die Jahre entwickeln und jeder Meister hat seine Fehltritte hinter sich. Wer kann rückblickend behaupten, sich nur mit Ruhm bekleckert zu haben?
    Gut, der eine mehr, der andere weniger. Man lernt aber doch nicht vom Erfolg, sondern aus dem Gegenteil – so man Willens ist.
    Ich finde auch, dass sich international sehr wohl einiges verändert hat.
    Die Diskussion, was man sehen möchte hatte Fahrt aufgenommen, ebenso die Kritik an den stark auseinanderliegenden Benotungen der Richter.
    Bei Olympia 2012 stand mit Charlotte Dujardin/Valegro wieder ein echtes Traumpaar ganz vorne.
    Mir gefällt Patrik Kittel auch als (Co-)Kommentator internationaler Turniere, ich habe ihn informativ und launig erlebt. Mir sind auch andere Reiter als Kommentatoren positiv aufgefallen – für mich hätten übrigens qualifizierte und vor allem auch kritisch und erklärende Kommentare der Dressurprüfungen wesentlich mehr Potenzial um Neueinsteiger, Sympathisanten oder Reit-Anfänger zu fesseln!
    Wir stehen heute im Dressursport wieder vor großen Änderungen:
    Die Schlussnoten sind weg und dazu kommt ein neuer Kurz GP.
    Die „gewonnenen“ 2 min. mit direkten Reiterinterviews zu ersetzen, halte ich für keinen erfolgversprechenden Weg neues Publikum gewinnen.

    • Sylvia

      Ist das eine „Entwicklung“ oder mehr ein (vermeintliches bzw. temporäres) Nachgeben auf einen gewissen öffentlichen Druck? Ich vermute letzteres, denn wenn jemand des Öfteren mit ähnlich üblen Bildern auffällt, hat das ein gewisses System. Gern auch mal einige Qualifikationsvideos auf YT von Reitern dieses Imperiums anschauen, da kann kein – wohlgemerkt junges! – Pferd mehr normal und durch den Körper im Arbeitstrab traben, jeder Tritt ein Spannungstritt.

      Einer Sache stimme ich zu, wenn ich mich richtig erinnere, stammt die Aussage von Ingrid Klimke: wenn man ein schlechtes Bild von einem Reiter will, dann bekommt man es auch. Reiten sieht nicht jede Millisekunde schön aus, und oft sind es Momentaufnahmen. Das zu unterscheiden, sollten die verantwortlichen Verbände und Gremien aber in der Lage sein.
      Dass das System an und für sich erkrankt ist, sieht man eben genau an den gekürzten GPs, an den wegfallenden Schlussnoten und die immer wieder allen Ernstes aufkommende Diskussion, das Halten zum Gruß wegzulassen, weil es einige Reiter nicht KÖNNEN. Es gibt vermutlich etliche Beispiele mehr.

      Man könnte einiges ändern, ein ganz einfacher Schritt an der Basis wäre bereits, Richter den Turnieren zuzuteilen anstatt sie einladen zu lassen – damit diese sich auch mal wieder trauen, ehrlich zu benoten. Dazu ist allerdings Voraussetzung, dass man auch etwas ändern will.

  5. Gabriele

    Natürlich kann man die ganze Pferdeszene aus marktwirtschaftlicher Sicht betrachten. Das ist so, war so und dies ganz besonders im angelsächsischen Raum (horse industry – nomen est omen). Dies sollte mich aber nicht daran hindern, Pferde als -durchaus förderungswürdige- Freunde und nicht als Material zu schätzen und entsprechend mit ihnen umzugehen.

  6. Ellen

    Ich muss Sylvia zustimmen… Richter sollten generell zugelost werden. Eingeladen werden zu wollen raubt leider (zu) vielen die Freiheit, mit Mut ehrlich zu richten. Habe ich oft genug – als Schreiberin – erlebt.


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