DM Springen in Riesenbeck: Die Jagd hat begonnen!

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Auf dem Weg zur Titelverteidigung? Felix Haßmann und Cayenne sprangen heute in Riesenbeck auf den zweiten Platz. (© Stefan Lafrentz)

Die Internationalen Deutschen Meisterschaften der Springreiter in Riesenbeck nehmen Fahrt auf! Steve Guerdat und Hansi Dreher gewannen die CSI-Springen, Felix Haßmann und Finja Bormann hoffen auf den Meistertitel und die schwarz-rot-goldene Schärpe.

Der Titelverteidiger Felix Haßmann hat sich alle Optionen offen gehalten, den Vorjahrstriumph von Balve 2019 zu wiederholen. In der ersten Wertung dieser offenen Deutschen Meisterschaft, ausgetragen in Riesenbeck im Rahmen eines CSI3*, musste er nur dem Schweizer Steve Guerdat den Vortritt lassen. Der Weltranglistenerste legte auf der zwölfjährigen Selle Francais-Stute Uranie De Belcour v. Flipper d’Elle-Diamant de Semilly mit einer flüssigen, fehlerlosen Runde in 64,74 Sekunden den schnellsten Ritt hin.

Haßmann war auf dem 15-jährigen Holsteiner Schimmelhengst Cayenne v. Claudio-Ramirado rund zweieinhalb Sekunden langsamer (0/67,35). „Es ist erst das zweite 1,50 Meter-Springen, dass Cayenne in den letzten Monaten gegangen ist,“ sagte Haßmann nach seinem Ritt. „Auf dem Abreiteplatz war er fast zu frisch, aber im Parcours dann super konzentriert.“

Zweitbester Deutscher, insgesamt auf Rang sechs hinter dem Belgier Oliver Philippaerts auf Legend of Love (0/68,04), dem Schweden Henrik von Eckermann auf King Edward (0/68,29) und dem Belgier Thibeau Spits auf Classic Touch (0/68,53), ist zur Zeit Philipp Weishaupt mit Asathir (0/69,08). Keiner kannte die 40 mal 80 Meter große Halle in Riesenbeck wohl besser als der Stalljockey der Beerbaum Stables.

Wer hat noch Chancen auf den Titel?

17 von 60 Startern blieben fehlerfrei über dem Kurs von Peter Schumacher, der in Riesenbeck seine erste deutsche Seniorenmeisterschaft baut. Der Parcours des Fehler-Zeit-Springens enthielt zahlreiche Wendungen. Dazu kamen Hindernisse mit interessanten optischen Effekten, die für die Pferde nicht so einfach einzuschätzen waren. Im Rennen um den Meistertitel schufen sich auch noch Philipp Schulze Topphoff auf Concordess (0/69,65), Christian Ahlmann auf Solid Gold (0/70,34) und André Thieme auf Chakaria (0/72,5) eine gute Ausgangsbasis.

Zu den 21 Reitern, die sich mit einem Abwurf nicht in den Vordergrund drängen konnten, gehörten die Olympia-Kaderreiter Marcus Ehning auf Cornado und der Weltranglisten-Dritte Daniel Deußer mit Casallvano. Gar nicht am Start ist Weltmeisterin Simone Blum, die WM-Stute Alice erst in der grünen Saison nach ihrer Verletzung im vergangenen Sommer wieder aufbauen will.

Am Sonntag um 11.30 Uhr gehen die Reiter für die zweite Wertung, ebenfalls im Rahmen eines CSI3*-Springens, in den Parcours. Der Modus der Meisterwertung ist neu und lehnt sich an das Weltcup-Finale an. Jeder DM-Teilnehmer erhält Punkte je nach Platzierung, wobei die Punkte aus dem ersten Springen am Freitag durch 0,25, die in der zweiten Qualifikation mit 0,5 multipliziert werden. Der punktbeste Reiter geht mit null Strafpunkten ins Finale der besten Zwölf, die folgenden Reiter starten mit den entsprechenden Strafpunkten. Der Sieger des Finalspringens ist Deutscher Meister.

Finja Bormann führt bei den Damen

Stefan Lafrentz

Finja Bormann und A crazy son of Lavinia führen nach der ersten Wertungsprüfung die Deutschen Meisterschaften der Springreiterinnen an. (© Stefan Lafrentz)

Nach dem selben Modus wird die Meisterschaft der Springreiterinnen, ausgetragen im Rahmen eines CSI2*, entschieden. Die erste Wertung war ein Fehler-Zeit-Springen, in dem nur schnelle, wendige Pferde eine Chance auf eine Schleife hatten – und Reiter, die nichts anbrennen ließen. Zu denen gehörte Finja Bormann nicht, sie hatte sich vorgenommen, eher auf Sicherheit zu reiten und noch nicht alles auf eine Karte zu setzen. Am Ende zählte ja dieses Springen nur halb soviel wie morgen die zweite Wertung.

Der 14-jährige A crazy son of Lavina war hochmotiviert. „Die Pferde wollen ja arbeiten,“ sagte Bormann, „in der langen Pause fielen manche geradezu in eine Depression.“ Sie ist sich sicher, dass die Pferde die Atmosphäre mit vielen Zuschauern vermissen. Aber wie alle Reiter war sie froh und dankbar, dass es in diesen Corona-Zeiten überhaupt eine Deutsche Meisterschaft gibt. Am Ende lag Bormann mit ihrem überlegten Ritt auf Rang 14 des 80 Reiter starken Feldes. Katrin Eckermann auf Cala Mandia wurde 16., Laura Klaphake auf Camalita 18.

Hansi dreht auf

Nicht weniger als 35 Reiter blieben ohne Abwurf, am schnellsten war am Ende Hans-Dieter Dreher mit dem zwölfjährigen Prinz v. Perigueux (0/56,84) vor Tim Rieskamp-Goedeking auf Chico Bonito v. Chacco-Blue (0/57,72) und Tobias Meyer auf Greatest Boy v. Carrera (0/59,38), der sich mit der KWPN-Stute Blind Date auch noch die erste Wertung in der Youngster Tour sichern konnte.

Dreher war naturgemäß mehr als zufrieden: „Ich kam schön eng in die Wendungen und gut wieder heraus, das hat super geklappt“, sagte er. „Die Pferde haben ja in den letzten Monaten nicht allzu viel getan, es war vielleicht ganz gut, dass sie mal durchatmen konnten.“

Alle Ergebnisse aus Riesenbeck finden Sie hier.