Paris: Casall stiehlt den Franzosen die Show

Rolf-Göran Bengtsson und sein Ausnahmehengst Casall. Was man ihm in den Weg stellt, überwindet er normalerweise fehlerfrei.

(© Rolf-Göran Bengtsson auf dem Weg zum Sieg in der Global Champions Tour-Etappe von London)

Alle wichtigen Springen beim Global Champions Tour Turnier in Paris am Fuße des Eiffelturms gingen an die Gastgeber. Bis heute. Ausgerechnet im Global Champions Tour-Springen flog Casall den Franzosen einfach davon.

Wieder einmal hat der nun 17-jährige Routinier Casall, das Aushängeschild der Holsteiner Springpferdezucht v. Caretino-Lavall, mit seinem ständigen Reiter Rolf-Göran Bengtsson (SWE) bewiesen, dass er eine Ausnahmeerscheinung ist. Sie waren eines von sechs Paaren im Stechen, die zwei schwere Umläufe fehlerfrei hinter sich gebracht hatten. Drei davon kamen aus Frankreich. Von den sechs Paaren im Stechen blieben fünf ohne Abwurf. Das sechste Paar, Mathieu Billot für Frankreich auf dem For Pleasure-Sohn Shiva d’Amaury, drehte zwar die schnellste Runde (38,26 Sekunden), hatte aber einen Abwurf.

So war der Weg frei für Bengtsson und Casall, die nach 38,50 Sekunden ohne Fehler über die Ziellinie flogen. Platz zwei und drei waren wieder französisch besetzt mit Simon Delestre auf Hermes Ryan v. Hugo Gesmeray (39,02) und Penelope Leprevost im Sattel von Vagabond de la Pomme (39,12).

Rang vier ging an den Katari Bassem Mohammed auf dem belgischen Heartbreaker-Sohn Dejavu (41,33) vor Scott Brash auf seiner routinierten Ahorn-Tochter Ursula XII.

Das beste deutsche Ergebnis lieferte der jüngste des GER-Aufgebots, der 18-jährige Philip Houston im Sattel seines Zweibrücker Lordano-Sohnes Löwenherz. Er hatte einen Fehler im zweiten Umlauf. Die Zeit reichte noch für Rang acht und damit eine Schleife. Ein Riesenerfolg für den Mannschaftseuropameister von 2015!

Einen raus aus dem Geld waren Marco Kutscher und der Cassini-Sohn Carsten, die bereits im ersten Umlauf eine Stange mitgehen ließen. Für Ludger Beerbaum und Chaman kamen in der ersten Runde acht Fehler zusammen, ebenso für Christian Ahlmann und den erst neunjährigen Caritano-Sohn Caribis Z. Neun Fehler schlugen für Katharina Offel und Umeunig v. Untouchable Z zu Buche. David Will und seine Oldenburger Carthago-Tochter Monodie H gaben im ersten Umlauf auf.

Alle Ergebnisse finden Sie hier.  

Den vorangegangenen Prix Renault Talisman, ein Zeitspringen über 1,45 bis 1,50 Meter, hatte sich Simon Delestre mit einem Sohn des späteren Global Tour-Siegers gesichert, dem elfjährigen Holsteiner Chesall. Dahinter reihten sich mit Marlon Modolo Zanotelli auf Madame Butterfly v. Corrado und Pedro Veniss im Sattel von Argos v. Padinus zwei Brasilianer ein.

Marco Kutscher und sein Numero Uno-Sohn Van Gogh waren in diesem Springen nach fehlerfreiem Ritt als Zwölfte ebenfalls noch platziert.

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