St. Gallen: Überzeugender Auftritt der irischen Springreiter, Deutschland teilen sich Rang zwei

Happy Irish in St. Gallen und Happy Birthday, Robert Splaine!

(© Happy Irish in St. Gallen und Happy Birthday, Robert Splaine!)

Der FEI-Nationenpreis in St. Gallen war spannend bis zum letzten Reiter. Am Ende bewiesen die Iren Nervenstärke und machten ihrem Equipechef ein Geburtstagsgeschenk, während Deutschland die Führung nicht halten konnte.

Denn nach dem ersten Umlauf lagen Ludger Beerbaum auf Casello, Janne Friederike Meyer mit Goja, Marcus Ehning auf Pret a Tout und Hans-Dieter Dreher mit Cool and Easy mit nur vier Strafpunkten von Ludger Beerbaum und seinem Hamburger Global Champions Tour-Sieger Casello v. Casall in Führung. Das Streichergebnis hatten Janne Meyer und Goja v. Wandor van de Mispelaere mit zwölf Fehlern im ersten Umlauf geliefert. Sowohl Ehning auf dem ebenfalls jüngst in Madrid  Global Tour-siegreichen Hiram Chambertin-Sohn Pret a Tout als auch Hansi Dreher und der Holsteiner Contender-Sohn Cool and Easy waren fehlerfrei durch den ersten Umlauf gekommen. Die später siegreichen Iren hatten acht Strafpunkte auf dem Konto.

Doch in der zweiten Runde zeigte der Himmel über St. Gallen einmal mehr was er kann, nämlich ordentlich Regen schicken. Dafür ist das Schweizer Traditionsturnier berühmt-berüchtigt und auch in diesem Jahr machte das Wetter den Reitern zu schaffen. Da haben die Reiter von der grünen Insel einen elementaren Vorteil – Regen macht ihnen nichts aus, wie sie in der zweiten Runde bewiesen haben. Im ersten Umlauf war – völlig untypisch – Bertram Allen auf seiner Kannan-Tochter Molly Malone das Streichergebnis mit zehn Fehlern. Equipechef Robert Splaine erklärte (nachdem sein Team ihm den Sieg zum Geburtstag geschenkt hatte): „Solche Fehler zu korrigieren, ist einfach. Bertram hat das in der zweiten Runde getan und einen Galoppsprung mehr gemacht. Er hat das analysiert und dann war es perfekt. So ist er.“ Tatsächlich blieben die beiden in Runde zwei ohne Abwurf – ebenso wie ihre Mannschaftskollegen Greg Patrick Broderick auf Going Global v. Quidam Junior (die beiden waren als einziges Paar Doppelnull) und Cian O’Connor mit Good Luck v. Canturo (die im ersten Umlauf einen Abwurf hatten). Streichergebnis in Runde zwei waren die Weltcup-Dritten Denis Lynch und All Star v. Argentinus.

Einen Abwurf hätten die Deutschen sich im zweiten Umlauf erlauben können, aber es wurden zwei. Bei Ludger Beerbaum und Casello fiel ebenso eine Stange, wie bei Janne Meyer und Goja. Einzig Marcus Ehning tat das, was er am besten kann und drehte eine weitere souveräne Null-Runde mit Pret a Tout. Hans-Dieter Dreher und Cool and Easy gaben auf. So kamen unter dem Strich zwölf Fehler zusammen, ebenso wie bei den Schweden und den Franzosen, mit denen sich die Mannschaft von Otto Becker Platz zwei teilte.

Bemerkenswert: Sowohl Rolf-Göran Bengtsson als auch Martin Fuchs wurden disqualifiziert, weil ihre Pferde am Huf bzw. am Bein bluteten. Rolf-Göran Bengtsson sagte hinterher, es habe am Wetter gelegen. Die Pferde hätten längere Stollen in den Hufeisen, seien aber trotzdem gerutscht. So sei es wohl passiert. Vielleicht habe auch etwas gescheuert.

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

St. Gallen war die vierte Station der European Division I im FEI-Nationenpreis. Derzeit führen die Franzosen mit 165 Punkten vor den Niederlanden (160) und Großbritannien (155). Deutschland liegt mit 135 Punkten an vierten Stelle vor den Vorjahres-Gesamtsiegern aus Belgien 100, die sich mit Irland Platz fünf teilen.

Sieg für Will

Erfreulich aus deutscher Sicht: Vor Beginn des Nationenpreises hatte David Will mit dem neunjährigen OS-Wallach Cento du Rouet v. Chintan das Zeitspringen vor Bertram Allen auf High Valley gewonnen, einem ebenfalls neun Jahre alten Belgier v. Obourg. Lokalmatadorin Janika Sprunger hatte sich mit ihrer Baloubet du Rouet-Tochter Bonne Chance an dritter Stelle eingereiht. Marcus Ehning und die zehnjährige Canturo-Tochter Cristy konnten sich auf Platz sechs behaupten.

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