Steve Guerdat holt das Stuttgarter Weltcup-Springen

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Steve Guerdat mit Hannah auf dem Weg zu seinem ersten Sieg im Weltcup-Springen bei den Stuttgart German Masters. (© www.stuttgart-german-masters.de)

Nur der Olympiasieger von 2012, Steve Guerdat, konnte den kompletten Sieg der deutschen Springreiter im Weltcup-Springen von Stuttgart verhindern.

Der Schweizer Steve Guerdat auf der zehnjährigen Hannah v. Kashmir van Schuttershof „putzte“ in der Zeit von 48,19 Sekunden den bis dahin in Führung liegenden Philipp Weishaupt und verwies ihn damit auf Platz zwei (0/48,76). Der hatte mit seinem Husarenritt auf der zehnjährigen Diamant de Semilly-Tochter Asathir die bis dahin schnellste Zeit vorgelegt. Sein Kommentar: „Ich war relativ früh dran und mir war klar: Es geht immer schneller!“, so der Bereiter im Stall von Ludger Beerbaum. „Ich wüsste nicht, wo ich hätte schneller reiten können.“ Tja, Steve Guerdat offensichtlich schon.

Dritter wurde Christian Ahlmann auf Epleaser v. For Pleasure (0/49,13) vor der während des ganzen Turniers in sensationeller Form reitenden Simone Blum (50,14) auf der sagenhaften Alice v. Askari, die Helden unserer Reportage im kommenden St.GEORG 12/2017. Ein Pferd, das auch im Weltcup von Stuttgart zeigte, dass es alles kann: auf groß und auf klein, auch noch über dem Sprung sich recken und strecken, wenn es nötig ist. Alice, die in Stuttgart in sechs schweren Kursen ohne Abwurf blieb, erhält jetzt eine längere Pause, der Weltcup ist für Simone Blum in dieser Saison kein Thema. Ihr Blick geht zu den Weltreiterspielen nach Tryon.

Geht doch!

Die die Stuttgarter Tagespresse beherrschenden Schlagzeilen „Deutsche Reiter hinken hinterher“, „Der Absturz der deutschen Springreiter“ wurden im Stuttgarter Weltcup ein wenig ad absurdum geführt, auch wenn es natürlich stimmt, dass es lange her ist, dass kein deutscher Springreiter unter den Top Ten der Weltrangliste rangierte.

Parcourschefin Christa Jung hatte Mühe, das Feld auseinander zu bekommen. Nicht weniger als 16 Reiter qualifizierten sich durch eine Nullrunde fürs Stechen, die letzten vier wurden nicht einmal platziert und fuhren ohne Preisgeld nach Hause. Selbst Francois Mathy jr., der im Stechen ohne Abwurf blieb, allerdings mit 62,92 Sekunden fast 15 Sekunden langsamer war als der Sieger, ging leer aus. Patrick Stühlmeyer auf Chagrano wurde als Zwölfter noch gerade platziert (0/60,16 im Stechen).

Andere hatten das Stechen gar nicht erst erreicht: Daniel Deußer auf Roso au Crosnier wurde mit vier Fehlern 18., desgleichen Felix Hassmann mit Cayenne (20.) und Marcus Ehning mit Pret A Tout (22.). Jeweils zwei Abwürfe kassierten Ludger Beerbaum auf Chacon und sein Bruder Markus auf Cool Hand Luke (30.). Maurice Tebbel auf Chacco’s Son und Holger Wulschner auf Cha Cha Cha gaben nach Fehlern auf.

Weltcup-Zwischenstand

Steve Guerdat führt jetzt die Punkteliste im Weltcup an (43) und hat sich schon so gut wie qualifiziert. Die deutschen Reiter müssen noch ein bisschen was draufpacken: Philipp Weishaupt ist mit 21 Punkten Zehnter, Daniel Deußer Zwölfter (20), Christian Ahlmann 18. (17), Felix Hassmann 27. (12).

Pony Trophy

Bereits am Freitag war die FEI Pony Jumping Trophy von den Reitern aus Irland und Großbritannien dominiert worden, das war auch in der entscheidenden zweiten Prüfung am Samstag zu später Stunde nicht anders. Selbst wenn am Ende die portugiesische Hymne gespielt wurde: Siegerin Molly Hughes Bravo, Tochter einer irischen Mutter und eines portugiesischen Vaters, lebt und reitet auf der grünen Insel bei ihren Eltern, die dort einen Zucht- und Ausbildungsstall führen. Sie gewann auf Carrickaduff Pet nach Stechen in 29,51 Sekunden vor der Britin Nicole Anderson Lockhead auf Gangnam Style II (031,03) und der Irin Abbie Sweetnam auf Dynamit Spartacus (31,57). Milja Esser auf Antine wurde als beste Deutsche Sechste (4/31,60) vor Alina Sparwel auf Cookie (4/34,17). Lea Sophia Gut auf Salvador wurde Elfte (4/63,16 im Umlauf), vor Leonie Gruber auf My Midnight Lady (4/63,90).

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