CCI5*-L Luhmühlen: Neuseeländer Tim Price führt

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Tim Price aus Neuseeland, hier auf Ascona auf dem Weg zum CCI5*-L-Sieg in Luhmühlen. (© Thomas Ix)

Die Grundlage für seine Spitzenposition hatte Tim Price schon in der Dressur gelegt. Nach dem Cross des CCI5*-L belegt er Platz eins. Auch die Briten sind stark unterwegs.

In der langen Fünfsterne-Prüfung setzte sich der Weltranglisten-Erste Tim Price (NZL) auf der elfjährigen holsteinisch gezogenen Ascona v. Cassaro-Carpaccio mit 27,80 Minuspunkten vor dem morgigen Springen an die Spitze der 33 Starter, gefolgt von drei Briten: Alexander Bragg auf Zagreb (29,70), Sarah Bullimore auf Reve du Rouet (32,10) und Tim Mc Ewen auf Figaro van het Broekxhof (32,30). Die drei letztgenannten sowie der Däne Peter Flarup auf Frankie blieben innerhalb der erlaubten Zeit von 11.14 Minuten.

Anspruchsvolles Gelände

Sechs Reiter schieden aus, darunter nach Sturz an Hindernis 7 einer der beiden deutschen Reiter, Andreas Dibowski auf Butts Avedon, der das massive Holzhindernis touchierte und dabei seinen Reiter aus dem Sattel katapultierte. Der Standort des Sprungs weckte traurige Erinnerungen. Just dort stand der Tisch, an dem vor fünf Jahren Ben Winter tödlich verunglückte. Eine große Holzlibellle erinnert an das tragische Ereignis.

Fünf Reiter gaben auf, darunter die Weltmeisterin von 2006, Zara Tindall (GBR), die nach einer Verweigerung von Watkins an Sprung 6 die Segel strich. Schon die Dressur war wenig überzeugend, da fehlten einfach alle Grundlagen, die ein gerittenes Pferd ausmachen.
Eine nicht besonders schnelle, aber sehr souveräne Runde lieferte der zweite deutsche Reiter, Andreas Ostholt mit Corvette, einer westfälischen Tochter v. Chacco-Blue aus einer Vollblutstute v. Mythens xx. Nach der Dressur noch 16., liegt er jetzt mit 8,6 Zeitfehlern und insgesamt 42,40 Minuspunkten auf Platz zwölf.

Insgesamt wurden in beiden Prüfungen vier Stürze von Pferden registriert, fünfmal fiel der Reiter herunter, alles mehr oder weniger folgenlos. Alle konnten auf eigenen Beinen den Ort des Geschehens verlassen.

Überflutungen auf dem Turniergelände

Die größte Leistung an diesem Samstag hat aber wohl das Team um Turnierchefin Julia Otto vollbracht. In den frühen Morgenstunden ging ein schweres Gewitter mit Starkregen über dem Patz nieder, 30 bis 40 Liter fielen auf den Quadratmeter, ganze Teile der Anlage standen unter Wasser, am Stall schwammen die Eimer an den Pferden vorbei, der Strom fiel aus. „Die Strecke war zum Glück frei, nur der Pegel an den Wasserhindernissen war etwas erhöht, so dass wir abpumpen mussten“, sagte Julia Otto, die ab viertel vor fünf im Einsatz war. Aber die Ausstellung mit den kleinen weißen Zelten stand weitgehend unter Wasser, wer keine Gummistiefel hatte, versuchte hektisch, welche zu kaufen, solange es noch welche gab. Oder ging gleich barfuß los. Zu den 135 Feuerwehrleuten, die ohnehin im Einsatz sind, wurden noch 60 Kräfte geschickt, sobald in den umliegenden Dörfern die Fluten gebändigt waren. Insgesamt waren mehr als 400 Helfer im Einsatz. „Das Gute war, dass alle an einem Strang gezogen haben“, sagte Julia Otto, „das war wirklich toll.“

Hier finden sie die Ergebnisse der CCI5*-L-Prüfung.

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