Luhmühlen 2018: Erster Deutscher Meister-Titel für Julia Krajewski

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Deutsche Meisterin 2018 in Luhmühlen: Julia Krajewski auf Samourai du Thot. (© Thomas Ix)

Der CIC3* von Luhmühlen 2018 war eine herausragende Vorstellung von Julia Krajewski und Samourai du Thot. Zum ersten Mal wurde die Junioren-Bundestrainerin Deutsche Meisterin und sicherte sich zugleich die offene Wertung der Prüfung.

Mit dem sensationellen Ergebnis von 19,90 Minuspunkten wurde Julia Krajewski in Luhmühlen zum ersten Mal Deutsche Meisterin der Vielseitigkeitsreiter. Sie ist bisher die einzige Reiterin der Welt, die nach der neuen Dressurwertung unter 20 Minuspunkten blieb, und das schon zum zweiten Mal nach dem CCI*** im britischen Bramham, wo sie auf Chipmunk mit 19,40 Punkten gewann.

Vom ersten Tag an dominierte sie das Feld, von einer makellosen Dressur über einen schnellen Geländeritt, der alles ganz leicht aussehen ließ, und eine perfekte Nullrunde im Springen. Sie beendete die Prüfung mit ihrem Dressurergebnis. Damit dürfte sie auf der Liste für die Weltreiterspiele Tryon weit oben stehen. Alle Widrigkeiten des vergangenen Jahres, die Medikationsaffäre, die das EM-Silber in Strzegom kostete, scheinen vergessen.

Silber für Klimke, Bronze für Hoy

Auch die amtierende Europameisterin Ingrid Klimke kann mit der Form des 14-jährigen Hale Bob mehr als zufrieden sein. Lediglich ein Abwurf im Parcours vergrößerte noch den Abstand zur Siegerin, aber auch eine Nullrunde hätte nicht zum Titel gereicht. Die Deutsche Vizemeisterin ging mit 25,90 Punkten nach Hause.

Der inzwischen bei Dirk Schrade trainierende Japaner Yoshiaki Oiwa auf The Duke of Cavan wurde CIC-Dritter (56,90). „Mein Pferd kann sehr wild sein, diesmal ging aber alles gut.“ Endlich mal einer, der das zugibt!

Oiwa verdrängte seine frühere Trainerin Bettina Hoy auf Rang vier (29,80), was in der Deutschen Meisterschaftswertung Bronze bedeutete. Da ihr vom Vorstand des Deutschen Olympiade Komitees für Reiterei (DOKR) nicht gestattet wurde, zugleich als niederländische Nationaltrainerin zu fungieren, legte sie ihre Kadermitgliedschaft nieder und reitet notgedrungen ohne Championatsambitionen. „Geht schon in Ordnung“, sagte Hoy, „ich freue mich, dass ich noch einmal auf dem Podium gestanden habe.“ Und mit Blick auf Yoshiaki Oiwa: „Wenn ich geschlagen werde, dann am liebsten von meinen Schülern.“

Noch ein vierter Deutscher konnte sich unter den Top Ten platzieren, Christoph Wahler auf dem erst achtjährigen Carjatan auf Platz sechs. Für ihn kommt die WM zu früh, er hat die EM 2019 fest im Blick. Und dann wird man sehen.

Longlist für die Weltreiterspiele in Tryon

Am Anschluss an die Deutsche Meisterschaft gab Bundestrainer Hans Melzer die Longlist für Tryon bekannt. „Am liebsten würde ich in vier Wochen fahren und nicht erst im September“, sagte er angesichts der beängstigenden Frühform seiner Reiter. Für Tryon wird ein sehr konditionsforderndes Gelände mit erheblichen Steigungen erwartet. „Ich habe mit Mark Phillips (dem Aufbauer) gesprochen“, sagt Melzer. „Die ersten zwei Drittel sind CCI, der Rest Endurance.“

Die Kandidaten wurden in drei Gruppen geteilt:

Gruppe 1 (alphabetisch): Andreas Dibowski mit Butts Avedon und Corrida, Michael Jung mit Rocana, Ingrid Klimke mit Hale Bob, Julia Krajewski mit Chipmunk und Samourai du Thot, Kai Rüder mit Colani Sunrise.

Gruppe 2: Sandra Auffarth mit Opgun Louvo, Jörg Kurbel mit Entertain You und Josefa Sommer mit Hamilton.

Gruppe 3: Sandra Auffarth mit Viamant du Matz, Felix Etzel mit Bandit, Andreas Ostholt mit Corvette und Claas Hermann Romeike mit Cato.

 

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