Michael Jung wird kein Springreiter und in Luhmühlen soll ein neues Reitgefühl her

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Parcoursdesigner Mike Etherington-Smith hat über den Winter fleißig gewerkelt. Im Hinterkopf hat er dabei u.a. die EM 2019 (© Presse/Ix)

Bundestrainer Hans Melzer und der Luhmühlener Parcoursdesigner Mike Etherington-Smith waren in Plauderlaune und haben über Pläne und Ziele gesprochen.

Langsam aber sicher wird es wieder etwas lauter aus der Ecke der Vielseitigkeitsreiter. Die grüne Saison steht kurz bevor und das nahm die Turniergesellschaft Luhmühlen zum Anlass, sich mit Bundestrainer Hans Melzer zu unterhalten.

Auch wenn sich vielerorts über den milden Winter aufgeregt wurde, sieht Hans Melzer es positiv, denn das kam den Pferden zugute: „Alle Pferde haben sehr von dem milden Winter profitiert. Auf dem ersten Lehrgang in Warendorf, hat es sich deutlich bemerkbar gemacht, dass fast den ganzen Winter über auch im Freien trainiert werden konnte. Da hauen uns ein paar Tage Frost auch nicht um.“

Prominenz in der Heide

Erstes großes Highlight ist dieses Jahr wieder die Deutsche Meisterschaft in Luhmühlen, bei der alles erwartet wird, was Rang und Namen hat. „Nahezu der gesamte Olympiakader wird in Luhmühlen an der Deutschen Meisterschaft teilnehmen. Michael Jung ist der einzige Reiter dieses Kaders, bei dem noch nicht sicher feststeht, ob er in Luhmühlen reiten wird. La Biosthetique Sam FBW soll in diesem Jahr in Badminton an den Start gehen, fischerRocana in Kentucky. Wir haben vielen Reitern des Perspektivkaders nahegelegt, sich über die Vier-Sterne-Prüfung in Luhmühlen das Qualifikationsergebnis für die Weltreiterspiele zu sichern und sich durch eine gute Leistung zu empfehlen. Vermutlich werden Felix Etzel, Marina Köhncke, Jörg Kurbel, Anna Siemer und Falk-Filip-Finn Westerich im CCI4* an den Start gehen. Denn die Decke ist dünn“, sagt Hans Melzer.

Damit will der Bundestrainern den Perspektivkader-Reitern Mut machen, denn außer Andreas Dibowski hat kein Kadermitglied mehr als ein Spitzenpferd. „Da ist es durchaus möglich, dass ein Pferd-Reiter-Gespann des Perspektivkaders zum Einsatz kommt.“

Michi Jung wird kein Springreiter

In der Gerüchteküche rumorte es schon ein bisschen, ob Michael Jung, der in Abu Dhabi theoretisch seinen ersten Nationenpreis-Einsatz im Springen hätte haben sollen, langfristig ins Springlager abwandert. Hans Melzer kann beruhigen: „Auf gar keinen Fall. fischerTakinou und Lennox sind wieder fit und Michi hat ganz tolle neue Vielseitigkeitspferde im Stall. Er wird im nächsten Jahr voraussichtlich sechs geeignete Pferde für die Weltmeisterschaften der jungen Vielseitigkeitspferde in Le Lion d’Angers haben. Das Geländereiten macht ihm viel zu viel Spaß, als dass er sich ausschließlich auf den Springsport konzentrieren würde.“

Anspruchsvoller im zweiten Jahr

Nicht nur den Pferden kam der laue Winter günstig gelegen. Auch Mike Etherington-Smith hat das Wetter für sich genutzt und ordentlich am Kurs geschraubt. Nachdem im letzten Jahr schon fast Vorwürfe laut wurden, dass der Viersterne-Kurs kein reeller war, verspricht der Designer in diesem Jahr etwas Anderes. „Sowohl technisch als auch im Hinblick auf die Abmessungen habe ich mir vorgenommen, die Kurse etwas ansprechender zu gestalten. Im letzten Jahr ging es vor allem darum, ein Gefühl für den Boden, das Areal und die Abläufe des Events zu bekommen. Nun bin ich mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut und so eröffnen sich neue Möglichkeiten. Die Kurse werden beide intensiver durch den Richtungswechsel möchte ich ein neues Reitgefühl erreichen. Ich bin ein großer Fan des komplett neuen Ansatzes. Deshalb schaue ich mir jedes Jahr das Layout und die Streckenführung mit wachem Blick an, um zu erörtern, was noch besser gestaltet werden kann und wie ich das optimale Ergebnis aus den örtlichen Gegebenheiten erreichen kann.“

Die größten Veränderungen hat der Brite am DHL-Wasserkomplex vorgenommen. Die Insel habe ihm nicht so gefallen, jetzt ist der Weg frei für eine Vielzahl neuer Aufgaben. Auch wenn es anspruchsvoller werden soll, verliert Etherington-Smith dabei auch nicht aus den Augen, dass einige Reiter zum ersten Mal eine Viersterne-Prüfung reiten und die sollen selbstverständlich sicher durch den Kurs kommen. Doch am Ende wünscht er sich, dass die Besten vorne sind.

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