Lewitzer Triumph beim ersten Bundeschampionat der siebenjährigen Springpferde

Bildschirmfoto 2020-09-08 um 14.12.24

Patrick Stühlmeyer und Melaro, der erste Bundeschampion der siebenjährigen Springpferde. (© www.toffi-images.de)

Das erstmalig ausgetragene Bundeschampionat der siebenjährigen Springpferde wurde ein Lewitz- Festival. Den Titel holte sich Melaro unter Patrick Stühlmeyer, Silber ging an Camelot und Frederick Troschke, Bronze an Mesulot unter Eiken Sato.

Bisher hieß die Finalprüfung für die siebenjährigen Springpferde „Warendorfer Youngster Championat“, jetzt ist es ein weiteres Bundeschampionat. Nicht nur die Zuchtstätte haben die drei Medaillenträger gemein, sie alle haben auch den westfälischen Stempelhengst Pilot in ihrem Pedigree und stammen aus den besten Stutenstämmen, die im Zuchtprogramm Schockemöhle vertreten sind. Eine weitere Gemeinsamkeit ist der OS-Brand, den alle drei tragen.

Der erste siebenjährige Bundeschampion heißt Melaro, ein Sohn des Messenger, der selbst international unter Philip Rüping erfolgreich war, bevor er in die USA verkauft wurde. Melaros Mutter von Quilot – Grandeur – Pageno ist die Vollschwester des Calvilot, der Andreas Kreuzer zum Deutschen Meister gemacht hat und auch an anderer Stelle seine Weltklasse unter Beweis gestellt hat. Unter Patrick Stühlmeyer absolvierte Melaro die schnellste Runde im Stechen – das vier Starterpaare erreicht hatten – in 38,71 Sekunden.

Kaum weniger schnell (38,83 Sekunden) waren Camelot und Frederick Troschke, Bereiter im Stall Otto Becker. Camelot ist ein brauner Wallach von Cabachon, auch er hat mit der Vollschwester von Billy King eine Mutter aus bestem Stamm.

Der von dem Japaner Eiken Sato, Bereiter im Stall Schockemöhle, vorgestellte Mesulot ist ebenfalls ein Sohn des Messenger, seine Mutter von Latus gehört zum Tafelsilber der Zuchtstuten im Gestüt Lewitz. Mesulot war mit 39,18 Sekunden auch recht flott unterwegs, kassierte aber einen Abwurf.

Erster Starter im Stechen, am Ende des Tages aber an vierter Stelle platziert war Baloucan, der Holsteiner Fuchshengst von Baloubet du Rouet – Cancara unter Hannes Ahlmann. Dem Paar unterlief ausgerechnet am letzten Sprung ein Abwurf (40,08 Sekunden). Züchter des Baloucan ist Oliver Hartz, Besitzer der Stall Tjeert Rijkens.

Ziel erreicht

Patrick Stühlmeyer machte keinen Hehl daraus, dass er mit dem festen Plan zu gewinnen das Bundeschampionat der siebenjährigen Springpferde angegangen war. „Ich reite Melaro seit er fünf Jahre alt ist, kenne ihn also ganz gut. Er ist dieses Jahr auch schon ein paar schnelle Springen gegangen und hat sich dort bewährt, ich wusste also, dass er schnell gehen kann. Die langen Wege im Stechen kamen mir sehr entgegen, Melaro hat eine große Galoppade. Zudem ist er sehr vorsichtig, da kann man schon mal was riskieren“, beschreibt er den Stechparcours.

„Bundeschampionat mit Publikum ist zwar noch schöner, aber heute war schon ein guter Tag, ich bin super zufrieden“, spricht er die Veranstaltung unter Corona- Bedingungen an. „Vor allem der Stallbereich ist in diesem Jahr super“, lobt er die veränderte Aufstellung der Boxen.

Es gibt in diesem Jahr keine Stallgassen in den Zelten, die Boxen stehen Rücken an Rücken und sind nur von außen zu begehen. So hat jedes Pferd nicht nur ständig frische Luft, sondern auch einen feinen Ausblick. Außerdem stehen die Stallzelte nicht mehr auf Sand, sondern auf Gras, die Staubbelästigung der vergangenen Jahre ist somit Geschichte. „So gesehen hat Corona den Pferden auch etwas Gutes gebracht“, meint Stühlmeyer.

Lob vom Leitwolf

Aufmerksamer Zuschauer des Springens Kl.S** war Ludger Beerbaum, der es als die Courage des Veranstalters, unter Corona- Bedingungen ein Bundeschampionat aufzuziehen, ausdrücklich lobte. „Das war absolut die richtige Entscheidung, da sind sich wohl alle Pferdeleute einig. Hier ist ja auch alles richtig gut gemacht, es gibt eben nur keine Zuschauer“.

Die Weltmeisterschaft der jungen Springpferde in Lanaken, sonst ein wichtiger Termin im Kalender der Springreiter, fällt in diesem Jahr Corona zum Opfer, findet nicht statt. „Wir sollten ohnehin nicht immer nach Lanaken schauen“, ergänzt er.

Das Warendorfer Championat unterstützt Beerbaum, der selbst in Riesenbeck zahlreiche Turniere veranstaltet, mit Ehrenpreisen. „Es sollte in unser aller Interesse sein das Bundeschampionat zu unterstützen, die Ausschreibung ist genau richtig. Hier liegt ein gutes Konzept vor, das hoffentlich bald umgesetzt werden kann.“

 

St.GEORG NEWSLETTER

Schnell, aktuell und auf einen Blick wissen, was Sache ist!
Das bietet der St.GEORG Newsletter.