Amsterdam: Neue persönliche Bestleistung von Isabell Werth und Weihegold

FEI World Cup Dressage™ Amsterdam

(© Arnd Bronkhorst/FEI)

Alles gegeben, alles gewonnen – Isabell Werth und Weihegold spielten heute einmal mehr in einer eigenen Liga in der Weltcup-Qualifikationskür von Amsterdam.

Mit in ihrer langen Karriere noch nie erreichten 90,720 Prozent sicherten sich Isabell Werth und die zwölfjährige Oldenburger Don Schufro-Tochter Weihegold die dritte Weltcup-Qualifikationskür. Ihre Kür ist gespickt mit Schwierigkeiten – Trab- und Passagetraversalen im Wechsel, mutiger starker Galopp – daraus Pirouette – dann direkt in die Zweier- (die heute besonders gut gelangen, nachdem hier gestern im Grand Prix ein dicker Patzer unterlief) bzw. Einerwechsel, Piaffepirouetten so rhythmisch und zentriert wie aufgezogen. Dabei wirkt Weihegold nie auch nur ansatzweise überfordert, sondern alles gelingt mit großer Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit. Das Publikum honorierte den Ritt mit stehenden Ovationen, und Isabell Werths Gesicht war die Zufriedenheit deutlich anzusehen.

Nach ihrem Ritt meinte die erfolgreichste Dressurreiterin aller Zeiten: „Ich bin so glücklich, das ist die beste Form, die wir je hatten und ich hoffe, das so lange wie möglich zu bewahren! Wir werden sicherer mit der Musik und selbstbewusster und damit zusammen war das heute ein wirklich perfekter Tag!“ Weihegold hat nun erst einmal Pause und Isabell Werth will versuchen, Johnny (Don Johnson) oder Emilio zusätzlich für das Finale in Omaha zu qualifizieren, so dass sie ein Ersatzpferd hat. Superglücklich war auch Madeleine Winter-Schulze, Isabells langjährige Freundin und Mäzenin. Sie brachte den Tag auf den Punkt: „Isabell wird oft kopiert, aber nie erreicht.“

Platz zwei für Hester mit „Bestgefühl“

„Das beste Gefühl, das ich je in einer Prüfung auf ihm hatte“, kommentierte der Brite Carl Hester seinen Ritt mit seinem KWPN-Wallach Nip Tuck v. Don Ruto, der ihnen beiden 83,325 Prozent und Rang zwei bescherte. Nip Tuck war heute auf den Punkt fit. Immer wieder beeidruckend: die mustergültige Anlehnung. Highlights der Prüfung waren die schnurgeraden Serienwechsel auf gebogener Linie, die genau abgestimmt auf die Musik gelangen, die Traversalverschiebungen und die Piaffen. In den Trabverstärkungen schob Nip Tuck hingegen auch heute nicht ganz gleichmäßig unter den Schwerpunkt. Aber alles in allem war es eine super harmonische Runde von dem Paar zu monumentaler Musik, die gut zu dem statiösen Braunen passt.

Patrik Kittel Dritter

Mit 80,269 Prozent holten Patrik Kittel und die schwedische Silvano-Tochter Deja Rang drei zu einem Stevie Wonder-Medley. Die Stute punktet mit ihren herausragenden Grundgangarten. Problematisch bleibt die Piaffe, dabei wird sie breit und schwankt von einer Seite zur anderen. Mit viel Abdruck und Ausdruck gelingen hingegen die Passagen, aus denen die Stute super Verstärkungen entwickelt. Schön heute bei dem Paar: Die Stirn-Nasen-Linie war geradezu vorbildlich einen Finger vor der Senkrechten.

Alles NED

Hinter Patrik Kittel reihten sich hintereinander die niederländischen Paare ein, angeführt von Edward Gal und dem De Niro-Sohn Voice mit 80,245 Prozent. Platz fünf ging an Hans Peter Minderhoud im Sattel des Florestan-Sohnes Flirt ein (79,610). Emmelie Scholtens und der gekörte UB40-Sohn Apache beeendeten ihren zweiten Weltcup-Auftritt nach Amsterdam 2016 auf Rang sechs mit 78,016 Prozent und damit noch vor dem Olympia-Reservepaar Madeleine Witte-Vrees auf Cennin (77,649). Patrick van der Meer und Zippo wurden Achte (75,320).

Nicht das Wochenende von Zaire

Jessica von Bredow-Werndl und ihre KWPN-Stute Zaire mussten sich mit Rang zehn zufrieden geben (75,055 Prozent). Zaire war auch heute recht beeindruckt von der Atmosphäre in Amsterdam und erschrak mehrmals sehr. Die Spannung zog sich durch die Prüfung. Was sehr schade ist, denn auf der anderen Seite glänzen sie und ihre superdezent einwirkende Reiterin durch viel Harmonie und Leichtigkeit, auch in den schwierigsten Lektionen. Bundestrainerin Monica Therodorescu fand tröstende Worte nach dem Ritt: „Zaire hatte gestern schon ein wenig Angst hier in der Halle, hat sich ein, zweimal erschrocken und das hat sie heute mitgenommen. Sie ist ein sehr sensibles Pferd und schon ein paar Probleme mit der Atmosphäre, aber auch sehr sehr viele gute Sachen und viele Höhepunkte. Ich bin sehr zufrieden. Ich weiß, dass das nicht so einfach ist da drin. Das ist ein sehr talentiertes Pferd.“

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

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