CDI4* Fritzens: 100 Prozent-Ausbeute für Isabell Werth

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Isabell Werth und Bella Rose, Sieger im Grand Prix Special von Fritzens 2019. (© Schreiner)

Den Starts Nummer drei und vier folgten am Abschlusstag des 25. Manfred & Hilde Swarovski-Gedächtnisturniers in Fritzens auch die Siege Nummer drei und vier für Isabell Werth im Grand Prix Special mit Bella Rose und in der Grand Prix Kür mit Don Johnson.

Wie schon am Freitag im Grand Prix endete auch der Grand Prix Special mit einem Sieg von Isabell Werth und Bella Rose (81,511) vor ihrer Schülerin Lisa Müller mit Stand by me (77,106). Platz drei (73,511) ging an die in Nordrhein-Westfalen lebende Irin Judy Reynolds mit Vancouver K, die in den Zweier- und Einern auf Diagonalen patzte, aber ebenfalls sehr schöne Momente in Piaffe und Passage hatte.

Die Rührung war Isabell Werth deutlich anzuhören, als sie sich bei der Siegerehrung an das Publikum im Dressurstadion wandte: „Es war eine super Runde. Bella hat so viel Go und Temperament, dass ihr die 35 Grad gar nichts ausgemacht haben. Dass wir nur 13 Einer-Wechsel gemacht haben, geht auf mich. Es lief so gut, dass ich aufgehört habe zu zählen. Es war für mich ein sehr emotionaler Moment, als Bella Rose im vorigen Jahr ihr Comeback mit zwei Siegen hier in Fritzens feierte und es ist es auch jetzt wieder, mit ihr hier am Start zu sein und zu siegen. Wir werden auch im nächsten Jahr wiederkommen.“

Schon vor ihrem erneuten Siegesritt hatte die Doppel-Weltmeisterin über ihre WM-Stute gesagt: „Sie ist ein Traum, sie vereint alle positiven Eigenschaften meiner früheren Erfolgspferde.“

Dass sahen auch die Richter so. Vor allem in der Piaffe-Passage-Tour. Für die elastisch durchgeschwungenen, ausdrucksvollen Piaffen gab es bei der ersten und letzten jeweils dreimal die Wertnote Zehn. Für die zweite vergaben die Richter die Höchstnote sogar viermal. Die taktreinen Übergänge erzielten Durchschnittsnoten von 9,0 bis 9,6. Für die Passagen gab es ebenfalls zahlreiche Neunen.

Platz zwei für die Schülerin

Für Lisa Müller, die ebenfalls Noten bis zur Neun in der Piaffe-Passage-Tour erhielt, war ihre Note von 77,106 ein neuer persönlicher Rekord, den sie, wie sie sagte, selbst noch kaum realisieren kann: „Mein Ziel war gewesen, mit Stand by me wieder auf 72, 73 Prozent zu kommen. Mit 77 hatte ich gar nicht gerechnet und das bei so einer Konkurrenz!“

Zu dieser Konkurrenz zählte erneut Mannschaftsolympiasiegerin und -weltmeisterin Dorothee Schneider mit ihrer elfjährigen Grand Prix-Nachwuchsstute Pathetique, die wie schon im Grand Prix trotz des über 30 Grad Celsius heißen Wetters oder vielleicht auch deswegen selbst recht aufgeheizt war.

Nach Fehlern in den Einer- und Zweier-Wechsel wurde es mit 73,468 Prozent Platz vier für sie hinter Judy Reynolds und Vacouver. Dabei liegen der Quaterback-Tochter die Serienwechsel eigentlich, wie sie bei den Einern auf der Diagonalen bewies.

Hinter Schneider und „Patty“ reihten sich Ingrid Klimke und Franziskus (5./72,83) ein, gefolgt von  Marcus Hermes mit Abegglen (6./71,681) und Ferdinand Csaki mit Stevie Wonder (7./71,362).

Ebenfalls noch im Preisgeld war mit einer Wertung von über 70 Prozent (70,255) die Irin Anne Merveldt mit Eporim (70,532) auf Platz acht. Sie hat, abgesehen von einem Jahr Babypause, an allen 25 internationalen Schindlhof-Turnieren teilgenommen.

Grand Prix Kür

Schreiner

Bei seiner „Abschiedstournee“ demonstriert Don Johnson, dass er eigentlich noch lange nicht zum alten Eisen gehört. (© Schreiner)

Mit 81,78 Prozent gewann Isabell Werth mit Don Johnson FRH nach ihrem Sieg im Grand Prix auch die Grand Prix Kür überlegen. Zweite wurde mit 76,995 Prozent C’Est la Vie unter Stefanie Schatz- Weihermüller.

Dass der Anfang nicht ganz hundertprozentig top gewesen war, wusste auch Isabell Werth selbst: „Ich hatte Don Johnson wegen der Hitze nur kürzest möglich abgeritten, der Anfang im Dressurviereck war der Versuch, einen Kompromiss zu finden, in der Galopp-Tour wurde es dann besser und wir konnten den Anfang herausreißen.“

Dass die Kür so gut ankommt, liegt nicht zuletzt an dem musikalischen Mix von Last night of the Proms und Freddy Mercury, eine Musik, die Isabell Werth seit zwanzig Jahren immer wieder ihren jeweiligen Pferden anpasst.

Eine weitere Topplatzierung bei diesem Turnier erzielte Lisa Müller mit dem nicht ganz einfachen Birkenhof’s Dave FBW, von dem sie selbst sagt: „Er ist sehr eigensinnig. Er kämpft für den Reiter, aber nur zu seinen eigenen Bedingungen.“ Dieses Mal kämpfte er überwiegend sehr gut für seine Reiterin und erzielte 76,425 Prozent und damit Platz drei.

Vierte wurden die österreichischen Staatsmeister von 2018, Belinda Weinbauer und Fräulein Auguste vor Stefan Lehfellner als weiterem Vertreter der Gastgeber mit Fackeltanz OLD, der sich im Besitz der österreichischen FN-Präsidentin Elisabeth Max-Theurer befindet, mit deren Tochter Victoria Lehfellner liiert ist.

Für die österreichischen Reiter war Fritzens ein ‚Wahl-Pflichtturnier’ auf ihrem Weg zu den Europameisterschaften nach Rotterdam. Wie Victoria Max-Theurer und Belinda Weinbauer macht auch Stefan Lehfellner sich Hoffnung auf eine EM-Teilnahme. Aber der Kreis der Aspiranten ist in diesem Jahr mit ca. acht Paaren recht groß.

Die Entscheidung wird beim Turnier in Cappeln in vier Wochen fallen. „Für das Team ist es natürlich gut, wenn wir aus möglichst vielen Paaren wählen können“, so die  Rekord-Staatsmeisterin und dreifache Olympia-Teilnehmerin Victoria Max-Theurer. „Für die am Ende nicht berücksichtigten Reiter allerdings bitter.“

Birgit Popp

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