CHIO Aachen: Noch mehr Dressur vom Samstag

Beatriz Ferrer Salat und Delgado siegten in der CDI-Kür in Aachen

Beatriz Ferrer Salat und Delgado siegten in der CDI-Kür in Aachen (© CHIO Aachen)

Nicht nur der Nationenpreis stand gestern in Aachen im Dressurviereck an. Die Siege gingen nach Spanien, die Niederlande und Dänemark. Aber die deutschen Reiter mischten gut mit. Hubertus Schmidt hatte aber auch diesmal kein Glück in der Prüfung.

Die EM-Dritte von 2015, Beatriz Ferrer-Salat, hat bei strömenden Regen die nächtliche Kür der CDI-Tour gewonnen. Zu individuell komponierten Klängen kam das Paar auf 78,275 Prozent. Auch Platz zwei ging nach Südwesteuropa: Die Portugiesin Maria Caetano und ihr bildschöner Lusitano Coroado verließen mit 75,275 Prozent das Viereck. Jan-Dirk Gießelmann ritt zu Melodien eines Mannes, der wohl eher der Schwarm seiner Mutter gewesen ist: Tom Jones, der „Tiger“. Zu unter anderem „Sex Bomb“ gab es Platz drei mit 75,125 Prozent. Bei widrigsten Wetterbedingungen, das war ein echter Wolkenbruch, wurde die Österreicherin Belinda Weinbauer auf Söhnlein Brilliant MJ (74,975 Prozent) Vierte. Rang fünf ging wieder an Deutschland, an Charlott-Maria Schürmann und Burlington. Sie hätte sich ein paar Punkte mehr erhofft als die 73,125 Prozent, die sie bekommen hatte:

Aber wir sind ja hier in Aachen und nicht in Gelsenkirchen auf dem Acker!

Auch Intermediaire I an Anna Kasprzak

Zweiter Start, zweiter Sieg! Die dänische Dressurreiterin Anna Kasprzak und der Quaterback-Sohn Quarton haben nach dem Prix St. Georges auch die Intermédiaire I für sich entschieden.

„Hier wird nicht Schluss sein!“, sagt die dänische Championatsreiterin nach ihrem Sieg mit dem Achtjährigen. 74 Prozent gaben die Richter und setzten die dänische Kombination vor Helen Langehanenberg mit der Hannoveraner Belissimo M-Tochter Brisbane. Seit gut einem Jahr hat Langehanenberg die elegante Fuchsstute im Stall. „Sie ist sehr nervenstark und ruht immer in sich selbst“, sagt die Reiterin, die sich schon für das Finale des Nürnberger Burg-Pokals mit ihr qualifiziert hat. 73,763 Prozent in der ersten Intermédiaire I des Paares, Chapeau!

Dritter wurde der Spanier Juan Matute Guimon auf Dhannie Ymas (73,395) vor Mannschaftsolympiasiegerin Kristina Bröring-Sprehe mit ihrem neuen Pferd, dem achtjährigen Destiny v. Desperados (72,158).

Ein Aachen, das er vermutlich schnellst möglich abhaken möchte, erlebte Hubertus Schmidt in diesem Jahr. Nicht nur dass es mit Imperio in Grand Prix und Grand Prix Special nicht nach Plan verlief, auch mit Nachwuchsstar Escolar ging der Auftritt richtig in die Hose. Der imposante Hengst war mehr Hengst als Reitpferd, vielleicht auch weil zuvor eine aparte Stute in der Arena war. Der mächtige und viel frequentierte Deckhengst schaltete von Kooperation auf Hormonsteuerung. Er wieherte, drehte schon vorm Einreiten um, blockierte und bockte auch in der Prüfung mehrfach. Bewundernswert wie Schmidt trotzdem immer weiter ritt und die Prüfung zu Ende brachte. Das reichte nicht mehr für eine Platzierung, aber eine Lektion dürfte Escolar gelernt haben – so einfach bekommt er einen Reitmeister nicht aus der Fassung. Und auch nicht aus dem Sattel.

Niederlande dominieren die U25-Tour

Während es für die Senioren aus den Niederlanden, die zum CHIO eine Woche nach den nationalen Meisterschaften nur eine B-Truppe geschickt haben, auch international nicht mehr so läuft wie früher, fährt nun der Nachwuchs die Attacken.

Nachdem die Holländerin Anne Meulendijks bereits die Intermédiaire II in der U25-Tour gewonnen hatte, war ihr der Sieg auch im Grand Prix nicht zu nehmen. Nie zuvor ist die 24-Jährige in der Soers geritten. „Aufregend“, „spannend“, „überwältigend“, „unfassbar“ nennt sie es dabei zu sein, mit MDH Avanti erhielt sie 72,279 Prozent. Zweite wurde ihre Landsmännin Maxime van der Vlist mit dem Negro-Sohn Bailey (72,233) und Denise Nekeman, ebenfalls aus der siegenden U25-Equipe aus den Niederlanden, im Sattel von Boston STH (71,236). Erst dann kamen die deutschen Teilnehmerinnen, angeführt von Lisa-Maria Klössinger auf Daktari, Mitglied der Deutsche Bank Reitsport-Akademie als Vierte (69,721). Auf den weitern Plätzen folgte Bianca Nowag mit Fair Play BB, Fünfte (69,256) sowie Juliette Piotrowski auf Sir Diamond auf Platz sechs (68,721).

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