CHIO Aachen: Prix St.Georges-Sieg für Norwegerin Isabel Bache

Aachen ist anders. Das wissen die Dressurreiter, wenn sie ihre Pferde erstmals im Stadion reiten. Für die Pferde in der kleinen Tour stand heute als erste Prüfung der Prix St. Georges auf dem Programm. Da gab es einiges zu staunen. Architektonisch und reiterlich.

Die norwegische Nationalhymne im Aachener Dressurstadion, das hat es auch noch nicht so oft gegeben! Sie ertönte für Isabel Bache, die auf dem Gestüt Bonhomme bei Berlin trainiert und die den Hannoveraner River Dance v. Rascalino vorstellte. 2013 waren die beiden Dritte im Finale des Nürnberger Burgpokal Finales. Mit 74,816 Prozent lag das Paar vorn, zwei Richter sahen die sympathische Schülerin von Holga Finken auf Platz eins, drei auf Platz zwei. Die höchste Note im Protokoll gab es von dem deutschen Richter Henning Lehrmann, der erstmals in Aachen im Einsatz ist. Der selbst bis Grand Prix erfolgreiche Niedersachse hat sich in den vergangenen Jahren einen guten Namen als Richter gemacht. Er gab für den eindrucksvollen starken Galopp des Hannoveraners eine Neun und eine 4,5 für den versammelten Schritt. Das nennt man die Notenskala ausschöpfen, Chapeau!

Platz zwei ging an Isabell Werth mit dem Rheinländer Lezard v. Lord Loxley (74,132). Hier gingen die Meinungen der Juroren deutlich auseinander, von Platz eins bis fünf hatten die Richter die Leistung eingeordnet.

Dritter wurde Matthias Alexander Rath mit dem niederländischen Rappen Bretton Woods v. Johnson, wie sein anderer Rappe, Totilas, im gemeinschaftlichem Besitz des Schafhofs, sprich seiner Stiefmutter Ann-Kathrin Linsenhoff und Paul Schockemöhles. Der hochbeinige Jazz-Enkel begann etwas unausbalanciert, hätte sich mehr tragen müssen. In den Schrittpirouetten waren Takt und Fluss nicht immer ganz gegeben. Im Verlauf der Prüfung, vor allem im Galopp, wurde das Paar immer besser. Die fliegenden Galoppwechsel zu vier bzw. drei Sprüngen zählten zu den Highlights der Vorstellung, die vor allem der russischen Richterin Irina Maknami besonders gut gefiel. Sie gab über 76 Prozent, insgesamt erzielte das Paar 74,211 Prozent.

Einen tollen Apfelschimmel hat der Niederländer Hans Peter Minderhoud mit Zanardi unter dem Sattel. Minderhoud hat schon dessen Vater Rubels geritten. Mit ihm konnte der damals international noch recht unbekannte, superschlanke Holländer erstmals Weltmeister der jungen Dressurpferde werden. Zanardi wurde Vierter (72,974), ließ in den Galopplektionen Punkte liegen.

Das Dressurstadion in Aachen, seit diesem Jahr an der kurzen Seite mit einer neuen Tribüne überspannt mit einem gigantischen, freischwebenden Dach die Oper von Sydney ist nichts dagegen ist kein einfacher Veranstaltungsort. So etwas sehen viele Pferde nie in ihrem Leben, und die, denen die Ehre widerfährt hier gehen zu dürfen, können die Atmosphäre nicht üben. Dorothee Schneider bekam von ihrem Derano deutliche Signale, dass die Aachen-Atmo angekommen ist. Der Fuchs machte hin und wieder große Augen, ging dadurch nicht immer spannungsfrei. Das begann schon bei der Grußaufstellung und setzte sich in der zweiten halben Schrittpirouette fort. Das drückte die Note, aber wer es sehen wollte, der konnte gut erkennen, dass der De Niro-Sohn einiges an Potenzial für Passagen mitbringt. Dem Schweden Magnus Ringmark gefiel es super. Er sah die Mannschaftsolympia-Silbermedaillengewinnerin mit dem Hannoveraner aus dem Besitz des Gestüts Peterhof auf Platz eins. Mit einem Endergebnis von 72,237 Prozent landete das Paar auf Rang fünf.

Sechste wurde Helen Langehanenberg mit Diamigo v. Dimaggio, einem mütterlichen Halbbruder zu Helens Spitzenstute Responsible. Der Oldenburger ist mit sieben Jahren noch ganz frisch in der Klasse S, konnte aber mit 71,263 Prozent Sechster werden.

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