Compiègne: Charlotte Fry gewinnt CDI3*-Grand Prix vor 39 Konkurrenten

Everdale pricegiving Den Bosch Freestyle

Charlotte Fry und Everdale haben schon häufiger internationale Siegerehrungen angeführt.

Das Nationenpreis-Dressurturnier im französischen Compiègne ist für viele Reiter die Chance, ihren Hut für Olympia in den Ring zu werfen. Deutsche Starter sind nicht dabei, dafür zahlreiche Prominenz aus dem Ausland.

Der Sieg im Grand Prix der Drei-Sterne-Tour ging an die 25-jährige Britin Charlotte Fry, die ja so etwas wie ein Shooting Star der internationalen Dressurszene ist, nicht nur mit dem Ex-Dressurpferde-Weltmeister, sondern auch wie heute mit dem zwölfjährigen KWPN-Hengst Everdale v. Lord Leatherdale.

Trotz der Bewertungsunterschiede von zum Teil mehr als vier Prozent zwischen den Richtern (Maarten van der Heijden (NED) bei B: 74,022, Susan Hoevenaars (AUS) bei H: 78,478) waren sich alle fünf Unparteiischen einig, dass das Paar an die Spitze des Feldes gehörte. Im Durchschnitt kamen sie auf 76,674 Prozent. Das ist das zweitbeste internationale Ergebnis des Paares bislang.

Fry und Everdale war es als einem der letzten Paare der insgesamt mit 40 (!) Reiter-Pferd-Kombinationen besetzten Prüfung gelungen, das lange in Führung liegende Dänen-Duo Cathrine Dufour und Vamos Amigos vom Thron zu stoßen. Der erst neunjährige westfälische Vitalis-Sohn, den Dufour für die Familie Pidgley bis Grand Prix ausgebildet hat, erzielte 73,435 Prozent. Compiègne ist erst sein drittes Turnier und er ließ mehrere Anwärter auf einen Olympiastartplatz hinter sich.

Das allerdings dürfte für Dufour keine Rolle spielen, denn ihr Favorit für Tokio ist der Westfale Bohemian, den sie in der Fünf-Sterne-Tour an den Start bringt. Dementsprechend waren es Nanna Skodborg Merrald und Blue Hors Zack, die im internen dänischen Wettstreit um die Olympiastartplätze zumindest heute bestes Paar waren: Rang drei mit 73,174 Prozent.

Andreas Helgstrand und die dreifache Dressurpferde-Weltmeisterin Fiontini, die sich auch Championatshoffnungen machen, wurden mit 71,218 Prozent Sechste, direkt gefolgt von Fiontinis vorherigem Reiter, Severo Jurado Lopez (ESP), der den Negro-Sohn Fendi T mit 71,109 Prozent auf den siebten Platz ritt.

Neue Paare

Eine Premiere gab es für die Niederlande: Erstmals stellte Hans Peter Minderhoud den von seinem Partner Edward Gal ausgebildeten Zonik auf dem Turnier vor. Der Zack-Sohn war Gals Pferd sowohl bei den Weltreiterspielen 2019 als auch bei der EM 2019. Da er aber mit Total US und Toto Jr. zwei Alternativen im Stall stehen hat, hat er Zonik an Minderhoud abgegeben. Auch sie stehen auf der NED-Longlist für Tokio. Bei ihrer Feuertaufe im Viereck wurden es heute 73,152 Prozent und Rang vier. Allerdings muss man sagen, so ganz neu ist die Partnerschaft nicht, denn Minderhoud war es, der den dänischen Hengst 2013 bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde präsentiert hatte.

Eine weitere noch recht frische Partnerschaft ist die zwischen Fiona Bigwood und Hawtins Delicato, „Del“, jenem Diamond Hit-Sohn, mit dem Carl Hester bei den Weltreiterspielen 2018 und der EM 2019 am Start gewesen war. Unter seiner neuen Reiterin war der 13-jährige britische Hannoveraner heute mit 69,826 Prozent und Platz zwölf nur viertbestes Pferd für Großbritannien hinter dem Sieger Everdale, Laura Tomlinsons Rose of Bavaria an neunter (70,783) und Richard Davisons Bubblingh an zehnter Stelle (70,413).

Die Schwedin Tinne Vilhelmson-Silfvén stellte den ehemaligen Louisdor-Preis Finalist Devanto vor, der von Juliane Brunkhorst bis Grand Prix gebracht worden war. Unter seiner neuen Reiterin kam der Holsteiner De Chirico-Sohn heute auf 65,587 Prozent und endete auf Platz 33.

Weitere Ergebnisse

Der Grand Prix war nicht der einzige Erfolg für Lottie Fry an diesem Tag heute in Compiègne. Zuvor hatte sie im Sattel des Diego-Sohnes Don Joe bereits den Prix St. Georges mit 74,647 Prozent gewonnen.

Zweite war hier Nanna Skodborg Merrald auf dem Oldenburger Hengst Znickers v. Zack gewesen (72,706). Rang drei ging ebenfalls an ein Pferd aus Oldenburger Zucht, nämlich die Fürstenball-Tochter Flora de Mariposa unter Seth Boschmann für die Niederlande (71,353).

Neben der Senioren-Tour bietet Compiègne dieses Wochenende auch Prüfungen für Nachwuchsreiter an. Bei den Ponys machten die beiden deutschen Reiterinnen Julie Schmitz-Heinen auf Carleo Go und die Mannschaftseuropameisterin von 2019, Antonia Roth mit Daily Pleasure, die Entscheidung in der Teamaufgabe unter sich aus. Schmitz-Heinen siegte mit 74,714 Prozent, Roth musste sich mit 74,619 Prozent nur knapp geschlagen geben. Dritte wurde die Belgierin Liezel Everars auf FS Capelli de Niro (73,238).

Ansonsten belegten Marlene Maria Binder und De Long mit 71,190 Prozent Rang sechs, Maleen Kohnle und Daba Dior wurden Achte (70,524) und Lana-Pinou Baumgürtel rangierte mit Nasdaq, der ihre Schwester Lucie im vergangenen Jahr mit Rekordnoten zur Europameisterin gemacht hatte, an neunter Stelle. Mia Allegra Lohe und Tovdals Golden Future Imperial beendeten die mit 28 Paaren besetzte Prüfung auf Rang 14 (67,905).

Jette de Jong und der Charmeur-Sohn Heavenly Charming gewannen die Junioren-Konkurrenz mit 72,525 Prozent. Dahinter reihten sich die Schweizerinnen Meilin Ngovan mit Dreamdancer an zweiter (71,818) und Tallulah Lynn Nater im Sattel von De Vito W (70,0) an dritter Stelle ein. Einziges deutsches U18-Paar sind Kelly-Ann Klenk und Nymphenburgs First Choice, die heute Rang fünf belegten (69,747).

Im Junge Reiter-Lager gewann der Franzose Arthur Barthel auf Bambino de Massa die Mannschaftsaufgabe mit 70,343 Prozent. Laura-Franziska Riegel und der neunjährige Dior, den sie einst aus dem Stall der Geschwister Werndl übernahm, belegten Platz 15 mit 66,127 Prozent. Marie Bauer und Eye Catcher v. Tuschinski belegten Platz 17 (65,637).