Das letzte Mal im Olympiastadion bevor es ernst wird

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Olympiastadion Reiten Tokio 2020 (© www.st-georg.de)

Noch einmal duften die Dressur-Equipen im Olympiastadion mit aufgebautem Prüfungsviereck in Tokio trainieren. Die Chance nutzte ein im Vergleich zu gestern dezimiertes Teilnehmerfeld.

Die Bilder waren heute unterschiedlich im Olympiastadion. Einige der Dressurreiterinnen und -reiter legten im Vergleich zu gestern eine Schippe drauf. Andere ließen es eher sachte angehen. Die Briten Charlotte Dujardin und Carl Hester, gestern äußerst gemütlich unterwegs, legten heute einen (Hester) bzw. zweieinhalb Gänge (Dujardin) zu.

Wie von vielen anderen Teams auch, wurde unter anderem das Einreiten geübt. Häufig mehr als einmal.

Bei den Niederländern fehlten Hans Peter Minderhoud und Dream Boy. Das muss aber noch nichts heißen. Der prominenteste unter denjenigen, die nicht erschienen, war Patrik Kittel. Die Stute Well Done de la Roche hat sich gestern verletzt, schrieb Kittel. Sein Traum vom Ritt im Olympiastadion ist zerplatzt.

Deutsches Team macht guten Eindruck

Das deutsche Team ging als letztes ins Viereck. Die Nacht schwarz, das Flutlicht gleißend, vielleicht noch 22 Grad im Olympiastadion der Reiter.

Das Konzept der einzelnen Reiterinnen unterschied sich bei einigen von der gestrigen Einheit. Jessica von Bredow-Werndl ritt Dalera BB heute auf Trense mit einem Micklem-Zaum. Im deutlichen Vorwärts ritt sie zunächst Traversalen, daraus Volten und dann Travers an der langen Seite.

Isabell Werth hatte heute offensichtlich eine andere Kandarenstange für Bella Rose herausgesucht? Golden funkelte das Gebiss. „Ein Geschenk zum Geburtstag von Vici Max-Theurer, deren Vater diese Kandare entwickelt hat“, erläuterte Werth. „Ich habe heute Bella gerne mal damit geritten.“ Für großes Galoppieren nutzte die Weltranglistenerste die gesamte Stadionseite. Nach dem Vorwärts ritt Werth dann sehr zentrierte Galopppirouetten.

Showtime, gestern noch auf Trense im Olympiastadion unterwegs, ging heute auf Kandare. Er machte einen wachen Eindruck. Mit geschmeidigen Traversalverschiebungen im Galopp und auch im Schritt immer wieder den Fleiß fordernd, ging der Hannoveraner unter Dorothee Schneider.

Chefrichterin bei C: Monica Theodorescu

Nach zehn Minuten ging es dann ins Viereck. Bundestrainerin Monica Theodorescu stand bei C – dann wurde Einreiten geübt. Später dann auch andere Linien des Grand Prix. Dabei wurde ebenso viel geklopft wie korrigiert. Ansonsten ritten alle Reiterinnen das, was sie noch üben wollten. Bei Isabell Werth waren es die Serienwechsel, in denen der Übereifer von Bella Rose einmal gezügelt werden musste.

Dalera ging unter Jessica von Bredow-Werndl auch im Viereck immer wieder Volten und Ausschnitte aus dem ersten Teil der Grand Prix-Aufgabe. Showtime zeigte eine super Passage und mehrere energisch abfußende Piaffen. Nach Ende des Trainings hatte Bundestrainerin Monica Theodorescu für die Arbeit gegenüber Dorothees Ehemann Jobst Krumhoff nur eine Geste: Daumen hoch! Kann losgehen.

Helen Langehanenberg ritt wie schon gestern ihre Annabelle in allen Grand Prix-Lektionen. Dabei machte sie nicht den Eindruck, dass sie noch nie in einem Stadion war. Aachen, das die Stute ja auch noch nicht kennt, kann also kommen. Schier von den Socken war buchstäblich Team-Veterinär Marc Koene. Er wohnte dem Training in Flipflops bei.