Elmlohe: Sandra Nuxoll qualifiziert zwei Pferde auf einen Streich für das Louisdor-Preis Finale

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2019 qualifizierte Bonheur de la vie sich in Balve bei den Deutschen Meisterschaften für den Nürnberger Burg-Pokal, konnte dort letztlich aber nicht teilnehmen. (© www.balve-optimum.de)

Riesenerfolg für Sandra Nuxoll in Elmlohe! Zwei Pferde stellte sie vor in der Qualifikation zum Louisdor-Preis Finale 2020 in Frankfurt, mit beiden löste sie das Ticket.

Mit der neunjährigen Oldenburger Stute Hanami, die ihr selbst gehört, machte Sandra Nuxoll heute den Anfang – und setzte mit 73,791 Prozent trotz eines ungeplanten Einerwechsels in den Zweiern schon mal ein Ausrufezeichen.

Am Ende sollte es nur ein Pferd geben, dass an der hoch eleganten Dante Weltino-Tochter vorbeiziehen konnte, und das kam aus dem eigenen Stall: der achtjährige KWPN-Wallach Bonheur de la vie v. Bordeaux, der auf 74,86 Prozent kam. Das war der Sieg vor Hanami und dem Westfalen Filigrano Marone unter Thomas Wagner (71,279). Und da sich die beiden erstplatzierten Pferde für Frankfurt empfehlen, hat Sandra Nuxoll nun auf einen Streich zwei Pferde fürs Louisdor-Preis Finale.

Und mit Bonheur de la vie eines, das durchaus ganz vorne mitmischen kann. Der Wallach besticht mit einer schon sehr ausgereiften Piaffe-Passage-Tour. Der Bewegungsablauf scheint dem Rappen einfach zu liegen. Mit viel Takt, energischem Abfußen und gewünschter Lastaufnahme sammelte er hier Noten bis 8,5. Das Gesamtergebnis des Paares wäre noch höher ausgefallen als 74,86 Prozent, hätte es nicht an genau derselben Stelle einen Fehler in den Zweierwechseln gegeben wie mit Hanami. Und auch in den Einern schlich sich ganz am Ende der Diagonalen noch ein Fehler ein (Nuxoll später: „Das mit den Wechseln kriegen wie auch noch hin!“). Aber alles in allem: tolle Runde!

Kommentatorin Heike Kemmer schwärmte: „Die Gelassenheit dieses ja erst achtjährigen Pferdes finde ich total überzeugend und mit welcher Routine er uns schon die Passage und die Piaffe und eigentlich die ganze Aufgabe zeigt, das finde ich schon unglaublich. Wenn man die letzte Mittellinie sieht, mit welchem Engagement er noch bis G passagiert, das ist ein Traum!“

Bonheur de la vie ist bei Sandra Nuxoll seit er zweijährig ist. Er ist nicht das erste talentierte Pferd, das die Frau vom Schockemöhle-Angestellten Norbert Nuxoll in den Sport gebracht hat. Auch Kristina Bröring-Sprehes Zukunftshoffnung Destiny war von Sandra Nuxoll für den Nürnberger Burg-Pokal qualifiziert worden, ehe er den Stall wechselte. Bei Bonheur de la vie soll es anders sein. „Das habe ich mit meinem Mann besprochen. Der soll jetzt mal bleiben!“

Eine gute Entscheidung ist die Mannschaftsolympiasiegerin von 2008, Heike Kemmer, sich sicher:  „Das ist ein internationales Pferd mit großem Format“, so Heike Kemmer. Und: „Das wäre ein Pferd, mit dem sie richtig durchstarten könnte!“

„Aber wir kommen wieder!“

In der Einlaufprüfung war Bonheur de la vie auch schon das Maß der Dinge gewesen. Zweiter war hier Helen Langehanenbergs bewegungsgenialer Riese Vayron gewesen. Von daher zählte der westfälische Vitalis-Sohn mit zu den Favoriten. Die Frankfurter Festhalle kennt er ja auch bereits vom Burg-Pokal Finale.

Heute begann er gut mit tollen Trabverstärkungen und – besonders für ein Pferd, das wohl um 1,90 Meter Stockmaß hat – super geschmeidigen Zick-Zack-Traversalen. Doch als es an Passage und Piaffe ging, war der Wurm drin. Vayron fand nicht in den Takt, die erste Piaffe zeigte er gar nicht, die Passage nur andeutungsweise. Die zweite Piaffe war besser und man erkannte durchaus, das er im Grunde verstanden hatte, worum es geht.

In der Galopptour sprang Vayron schon eine schöne Linkspirouette, die nur zum Ende hin etwas überdreht war. In der nach rechts verlor der Wallach dann aber ganz die Balance und sprang um. Als er dann auf der letzten Mittellinie weder Passage noch Piaffe zeigte, verzichtete Helen Langehanenberg auf die Wertung. Sehr schade!

Helen trug es mit Fassung, trabte den Wallach am langen Zügel und unter ausgiebigem Loben Richtung Ausgang und wandte sich dann Kommentatorin Heike Kemmer zu, die tröstende Worte fand: „Er ist wirklich riesig und ihm werden mit den engen Linien des Kurz-Grand Prix ganz schöne Aufgaben gestellt. Denn wir konnten sehen: Alles, was nach vorne geht, beherrscht er aus dem Effeff. Wenn dieses Pferd einen starken Trab geht oder einen starken Galopp, da geht einem das Herz auf.“

Helen Langehanenberg bestätigte, Vayron sei eben noch ein Grand Prix-Baby: „Ich glaube, es kommt der Tag, an dem wir das auch in der Versammlung zeigen können. Denn er kann es, er hat mega Talent! Er war heute einfach überfordert, wusste nicht, soll ich, soll ich nicht? Das war noch zu schwer. Er hat einen tollen Inter II gezeigt, aber man darf nicht vergessen, er ist noch total grün. Doch dieses Pferd hat alles, alles, alles!“

Zum Schluss verbrach Helen Langehanenberg noch: „Wir üben jetzt mehr Aufgabe reiten, um Routine zu bekommen. Und dann kommen wir wieder!“

Grand Prix Special an Ingrid Klimke

In der großen Tour gewann das Olympiakader-Paar Ingrid Klimke und Franziskus nach dem Grand Prix auch den Grand Prix Special. Sattel 79,118 Prozent gaben die Richter dem Paar, das bei allen auf Rang eins stand.

Platz zwei ging erneut an Helen Langehanenberg und die Holsteiner Stute Annabelle, die auf 75,137 Prozent kam. Direkt dahinter gab es einen Platzwechsel. Der Grand Prix-Dritte Hubertus Schmidt und sein Escorial mussten Beatrice Buchwald und dem Trakehner Brancusi den Vortritt lassen. Brancusi wurde mit 75,059 Prozent belohnt. Bei Schmidt und dem Escolar-Vollbruder Escorial wurden es 73,490 Prozent.

Dahinter belegte Susan Pape Rang fünf mit dem KWPN-Hengst Eclectisch (70,961), gefolgt von Ninja Rathjens und Emilio (70,255).

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